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Jüdischer Bote vom Rhein · 1922-01-20 · 138 (20.1.1922) · p. Seite 18

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
4 (1922)
Issue
138 (20.1.1922)
Date
1922-01-20
Page
Seite 18 (sequence 2)
Language
German
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-jlM Breslau anoden P und auch einmal da» ReWMer U Wochenschau Tatsache» und Sraebaisie Gelehrtem Deaesthlaud Fach«» dadirmegq««,; ex hat sich quch durch vertchtedene jüdisch-wkstenscha fluche» Ardetten einen Namen gemacht. Berlin. Die Hauptversammlung der Bereinigung für da» liberale Judentum am 3. und 4. Januar in Berlin wurde durch Herrn Iustlzrat Monster eröffnet, der namens des Berliner LLeralen Verein» die sehr zahlreich erschienenen Mitglieder und Gäste sowie die anwesenden Delegierten au» ganz Deutschland begrüßte. Al» erster nahm Herr Rabbiner Dr. Seligmann, Frankfurt a. M., zu seinem Vorträge „Lebendiger Judentum" das Wort. Frau Iuftizrat Ollendorff bot willkommene Telegenhell, die hingchende Austastung der modernen Jüdin kennen zu lernen. Frei von jeber Beschönigung fand die als geistvolle Rednerin bekannte Dame lluge und gute Worte, die Frauenpflichten im liberalen Judentum darzutn und als für jede Israelitin verbindlich zu fordern. Der dritte Redner de» Abend», Herr Dr. M. Kalomonski, Berlin, stteiste-tn seinem Thema: „Woihn steuern wir?" in der Hauptsache Angelegenheiten der Berliner Gemeindepolittk. Bevor der Vorsitzende die Versammlung, welche sich oi» 11 Uhr ausdehnte, mit Worten des Dankes schloß, erteilte er noch in der Dtskustion einem Ostjuden das Wort, der seine Eympachie mit den liberalen Ideen bekundete und.— das war die allgemeine Urberzeugung — im ^Nonien vieler anderer sprach, die wie er denken und die Arbeit der deutschen Juden zu würdigen wisten. Die Arbeiten des zweiten Tages der Hauptvrfammlung brachten zunächst ein kurzes Referat über Organisation und Propaganda, das Herr Rabbiner. Dr. Ealomonski, Frankfurt a. O., erstattete. Die Versammlung äußerte dabei den Wunsch, die Zahl der acht großen Ortsvereine, 43 Gruppen und 10 Iugendvereine durch intensive Arbeit zu verdoppeln. Wie». Die deutsch-nationalen Studenten an der Wiener Universität haben gegen die Besetzung von Lehrstühlen durch „vvlksfremde Dozenten" (gemeint sind die lüdifchen Professoren) Protest erhoben. In der Denkschrift, die sie dem Rektpr Sberreichtev, wird erflärt, daß die deutschnativnale Studentenschaft für di« Beurteilung des Wertes der zur Berufung gelaimenden Profestoren sich nicht für zuständig hatte, d<ch sie aber die Grenzen gewcchrt wisten wolle, innerhalb welcher Berufungen vurchgeführt werben dürfen. Diese Grenzen sind durch den deutschen Charakter der Alma mater gegeben. Die deutsch-naflonale Studentenschaft bringt durch dl« heutige Kundgebung zur Kenntnis, daß sie den heutigen Zustand als schwere Schädigung des Charakter» der deutschen Universität und des deutschen Geistes empfindet. Eie erklärt, daß sie nicht gesonnen nt, diesen Zustand künftighin zu dulden. Sie echebt entschieden Einspruch gegen die Fortsetzung der alten Praxi» und wird mit allen ihr zur Derfüaung stehenden Mitteln ihrem Begehren Rachdruck verleihen. Rußland. Batum. Ein« beträchtlich« Gruppe Kubaner Kosaken, bi» zum Iubentum übertraten, ist hier eingetrvssen, um die Weiterreise nach Palästina anzutreten und sich dort al» Kolonisten niederzulasten. Sie begründeten hier einen Verein, um die in Rußland noch zurückgebliebenen Mitglieder ihre» Bunde» herüber au innge uiw sammeln einen Fond zur Erleichterung der Deiterwanderung nach Palästina. Darauf hielt Herr Rabbiner Dr. Baeck, Berlin, eine Ansvrache über das Psalmwort: „Ein reines Herz erschaff« in mir, o Gott, und einen festen Geist erneuere in meinem Innern." Für da» lange tn der Enge lebende Judentum hat durch da» Eintreten in die Gemeinschaft aller Menschen elne Revolution begonnen. Trotzdem muß e» eine Gemeinde der Andersseienden bleiben. E» darf nicht nur von der Welt sein, es darf den Zug der Religiösität nie verlieren. Wir sollen nicht immer nur abwchren, denn das demoralisiert; wir sollen die Religion der Väter ausgestalten zur Religion der Kinder. Hieraus sprachen die Herren Rabbiner Dr. Golbmann, Leipzig, Dr. Lewkowitz, Berlin, und Dr. Vogelstein. Breslau, um darzulegen, daß da» Gebet mehr geworden fei al» ein Hilfsmittel vor Gott. Die Freude am Gebet und da» Verlangen nach chm, selbst ohne Absicht oder Aussicht auf Erfüllung , gäben erst der Andacht den Segen. Am Schluffe der Dtskustion wurde eine sieben- Äiwrige Gebetbuchkommistlon eingesetzt, der vier Rabbiner angehören. Mit beglichen Worte» de» Danke« für all« Erschienenen und am Vertrauen aus den nicht aüsblelbenden Erfolg, den diese Hauvtversammluna dem liberalen und Gesamtjudentum erbringen möge, schloß bann der Borsitzende die Tagung. . Berlin. Mit dem 1. Januar kommt da» Honorar Mr'M« Mitwirkung der Berliner Gemeinderachiner bei Trauunaen und Beerdigungen in Wegfall. E» ist adaelöst durch bi» im Trauung»- bzw. Beerdigungobürv an die Gemeinbekafs« zu »ehlmde Gebühr! Amerik«. v London. Der letzten Dezembernummer de» amerikanischen „The New Palestine" zufolge ging« bi» bahk» 850000 Dollar ln bar für den Keren vaiestod ein. E» wurde eine Intensive Kampagne zur Einkassierung der auf ukwefähr 21/* Millionen Dollar lautenden Zeichnungen aufaenommen, die unbeschadet der wetteren, auf neue silbische Streife ausgedehnten Keren-Hajestob-Aktivn vor sich gehen soll. - Berlin. Der Newyorker Berlom Stybel gibt Romain Rollands großen Roman ,Zean Arkstophe" tn hehrüifcher Sprach« heraus. Da» berühmt« Vzork erscheint al» ungekürzte Volksausgabe und soll hauptsächlich in Palästina abgesetzt werden. Berlin. Rach palästinenfichen Blätterin eldungen wirb gegenwärttg aus den neuen jäbstchen Ländereien in der Ebene Iesreel fieberhaft gescheitet. Die Entwässerung und Aufforstung de» Geländes macht gute Fortschritte. Red«, Ain Harub wuchen bereit» 85000 Eukalyptusbäume gepflanzt. Bei Rearin sind zwei , Arbeitergrupven aus Migdal ständig beschäftigt. In ber! neuen Knlooie Mehalul, die in ber Näh« de» Stlboa^Gej birges liegt, werden Straßen und LLster gebaut. Dl« i Errichtung neuer Kolonien hat dir ztoniststcben Behörden . veranlaßt, die Effenbahnverwaltung tn Haffa um'Anke- - gung einer Station ,wischen Ansula und Shtt» M erfnchen. J

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