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Jüdischer Bote vom Rhein · 1922-01-06 · 136 (6.1.1922) · p. Seite 4

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
4 (1922)
Issue
136 (6.1.1922)
Date
1922-01-06
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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foitton, bah allen Kindem ohne llaterlchied «in wahre» Freudenfest bereitet werden soll. Für die Mitglieder de» Verein» schließt sich abends 7 Uhr ein Geselftchaftsabend an, »u welchem hervorragende Künstler ihre Mitwirkung zuaesagt haben. Diese Veranstaltung ist streng geschlossen unv können Nichtmitglieder nur in beschränktem Umfange durch Mitglieder eingesührt werden. Die uns bevorstehende S-were Zeit hofft der Verein, besten Bestrebungen nur der »»Übung von Wohltätigkeit gewidmet ist, durch zahlreiche Veranstaltungen gleicher oder ähnlicher Art lindern zu Ön. E» ist daher Pflicht aller guten jüdischen Büraerlien, diese Besttebungen durch Beitritt als Vereinsmttglieder zu unterstützen. Der Synagogeuchor „Glockengasse" Köln (Männerchor) hat neuerdings bei Trauungen (auch in der Synagoge) usw. mitgewirtt und ist bereit, bei solchen und ähnlichen Anlästen die Feier durch seine Chorgesänge zu verschönern. E-armka-Danderung. > Von der Wandergruppe des Kölner Gabriel Riester- Verein» geht uns folgendes Stimmungsbild zu: Und Juda Makkabi führte seine Leute zurück nach Jerusalem und sie feierten die Neueinweihung des Tempels 8 Tage lang. Eine Neueinweihung des, Tempels soll auch uns das Chanukafest sein, und mit jedem Kerzlein, das wir die acht Tage durch anzünden, soll neuer Lichtschein in unser Herz einkringen und das große Feuer wachhalten, das in unserer Seele brennt und das uns stark macht gegen alles das, was uys von außen zu ersticken droht. Und wo könnte man das Fest der Lichter, das Fest der Tempelweihe bester begehen als draußen in freier Gottesnatur, dort draußen, wo man in jedem Hauche die Lebendigkeit Gottes verspürt, wo der Geist der Ursprünglichkeit noch nicht von wesenlosen steinernen Mietskasernen' und glstatmenden Fabriksälen verdrängt worden ist! So zogen wir zu 24 Jungen» und Mädels unserer Wandergruppe des Kölner Gabriel Riesser-B^ere i n s hinaus in die Berge der Hocheifel, um hier, losgelöst von der Uebertünchtheit der Großstadt, zwei Tage innigster Gemeinschaft miteinander zu verleben. Nauher Echneesturm pstff uns um die Ohren, als wir vom Ahrtal aus zur Eteinerberghütte hinauflletterten, ein so rechtes Krastbewußtsein durchzog uns alle, als ob wir uns freuten, Aua in Auge mit dem Winde und mit den Bergen kämpfen zu können. In dem gemütlichen Heim, das der Bonner Eifelverein hier oben allen Naturfreunden errichtet hat, empfing uns ein'gastliches Stübchen. Ein lustig prasselndes Holzse'uer durchflutete den Raum und bald waren wir alle nach Wandervogelart mit unserem köstlichsten aller Diners beschäftigt. Ein so rechter Luginsland ist hier oben. Mitten in der Romantik der wild zerrissenen Berge der Hocheifel glaubt man sich jetzt nach dem Schneesturm in eine Alpenlandschaft versetzt, und die rauhen Berggipfel mit ihren steil abfallenden Tälern bieten heute in ihrer weihen Schutzdecke ein erhabenes Blld der Ruhe. Weiter geht» und gegen neuen Schneesturm heißts ankämpfen. Fast feierlich rauschen die immergrünen Tannen in ihrer weißen Pelzbekleidung, als wollten fie das Fest der Freiheit einläuten. Freiheit lebt nur auf den Bergen, und wir dünken uns im Weiterschreiten im Sturme gleich einer Makkabäerschar, die ausgezogen ist, um hier draußen chren Tempel neu einzuweihen und dem Ideal ihrer Frecheit neue Lichtlein zu zünden. Und unwillkürlich finden sich die Herzen junger Menschen zueinander. Wir könne» es plötzlich nicht verstehen, weshalb sich die Menschen ^in ihrem Wahn gegenseitig bekämpfen, sich befehden Um nichtiger Dinge willen, und wir suhlen, daß wir alle zusammenge- Horen — Gvttergeschöpse. Kamm uno omq pM mjwtH TP**** rmi jpu mi ppppp gedeckten Ahendtisch ln Krruzherg. Ein« unserer rftocheu» betet Maarlf vor, bann entzünden wir «der fein Kerzlein und dann — zu den Klängen de» Klavier» braust es au» unseren Kehlen: Moaue zur jeschuossi! Und al» da» Chanukamännlein kam und für jeden eine kleine Gabe und ei» sinniges Sprüchlein hatte, da hättet ihr mal die Begeisterung, unserer Jungen» und Mädels sehen sollen, wie di« Gesichterglühten und sprühten, da hättet ihr nicht mehr gefragt: Was ist jüdische» Erlebnis? Hier fühlten wir mtt jeder Faser unseres Herzen» das Band, das un» zu innigster Gemeinschaft zmammenschmiedete, das Band unser«» Judentum». Und als wir später nach gemütlich zusammen getrunkener Bowle durch die dunfle Rächt'unseren Quartieren zuschritten, da war e» wie ein sttlle« Gelöbnis unter un». Makkabäer wollen wir sein! Weihe und Leuchten in uns, wollen wir fest um unserBanner geschart ausharre» gegen alle Feinde, die uns zu vernichten brohen; fest das Auge auf das Ziel gerichtet, fchretten wir den Weg unseres Judentums. Und so rufen wir allen Weggenossen, allen Chanukawanderern zu: Chasak! Von Berg und Tal Bonn. Bei den letzten Repräsentantenwahlen wurden zu Gemeindeverttetern gewählt die Herren Leopold Feldmann, David Salvmon, Jakob Meyer, Leopold Coßmann, Sanitätsrat Dr. Jul. Hagemann, Nathan Daniel, Rechtsanwalt Siegm. Mayer H, Emil Goldschmidt. Louis Rollmann. In der darauffolgenden ersten Repräsentanten- Öfiel die Wahl des Vorstandes auf die Herren Louis , Max Cohn, Jakob Koopmann, zu Stellverttetern wurden berufen bie Herren Simon Steinfeld, Rabbiner Dr. Cohn, Salo Simon. Durch die Wahl des Gemeknderabbiners in den Vorstand hat die Repräsentanz sich der heute noch geringen Reihe der Gemeinden pngeschlosten, die eine nähere Heranziehung des Rabbiners zur Verantwortung für die Gemeindeheschlüsse für notwendig und segensreich halten- Bonn. Am 28. Dez. veranstaltete der Bonner 8üdische Frauenverein ein schönes Kinderfest im Dreikaisersaal. Ein Prolog Und Kinderchöre leiteten bas Fest ein und dann - wurden die Lickter entzündet. Darauf folgte eine wohlgelungene Aufführung des Böhmschen Chanukaspiels „Die Perlen des Judentums"/ das unsere Feste in symbolischer Gestalt an uns vorüberziehen läßt, um den Roscho der Haagada von ihrer Schönheit zu überzeugen. Nach der Aufführung wurden bie Kinder mit Kakao und Kuchen bewirtet. An dieser Stelle sei allen sehr herzlich gedantt, die dem Frauenverein zu den Mitteln verhaften, bedürftige Kinder mit Kleidungsstücken zu bedenken und manchem Kind zu helfen. Und herzlich sei buch den Damen gedantt, die es durch Stiftungen von Kuchen, Milch und Kakao ermöglichten, unsere Kinder zu bewirten, und denjenigen, die ihre Arbeitsttast zur Verfügung stellten, sei es'beim Einstudieren der Vorträge oder bei der Bewirtung. Die Freude der Kinder ist ihnen gewiß schon Dank gewesen. Kalender der Dache. Jrrttag.... e. Ja». 6 Tobet I Samstag. . 7. „ 7 ft «im ' Sonntag . . 8. ft 8 ft ' Wontag . . . S ff 9 tf Otrnstag . 10. ff 10 t \ Wttiwoch. . . II. h n ch voimerstog IS ft 19 •t - Freitag ... 18 ft 18 Samstag . 14 m 11 "Ml

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