Mannheim
Compact Memory

Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-12-30 · 135 (30.12.1921) · p. Seite 472

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
3 (1921)
Issue
135 (30.12.1921)
Date
1921-12-30
Page
Seite 472 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/3947615-6435932-6437282--1464-3948955
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Jfbtibtt, ged» tofr pm öl- ‘ das Leben RRf( V0N ihnen: ifttf widerfahren var, tröstete er die bei ihm Erschienenen und versprach, alles zu tun, was in feiner Macht stunde. Als sie gegangen waren, dachte er lange nach, wie er die dem Tode geweiht» Menschen retten tonnte, bis er endlich einen Plan fahte, mit Hilfe dessen er den Fakch selbst zwingen wdllte, die Christen in Freiheit zu setzen. Unter seinen altertümlichen Schätzen befand sich eine sehr wertvolle Masbaha (ein Rosenkranz mit 99 Kügelchen, entsprechend den 99 Namen Mahs), ein herrliches Stück, wie es Damaskus noch niemals gesehen hat. Dieses Prachtstück würde jedoch sofort seinen ganzen Wert einbüßen, wenn von den 99 Kügelchen auch nur eins fehlte. Diese Masdaha wollte nun al- Mu'allim dem Pascha zum Geschenk machen, wenn am nächsten Tage der Fakch beim Pascha sein wird. Als der Pascha am nächsten Morgen Farhi in sein Zimmer treten sah, begrüßte er ihn, wie immer, in äußerst freundschaftlicher Weise und befahl, chm den schwarzen Kasse zu reichen. Als der Pascha nach seinem Begehr srug, antwortete Farhi, indem er die Masbaba vor dem Pascha ausbreitete: „Diefe^llasbaha, mein Gebieter, , möchte ich dir zum Geschenk Mchen". Zu meinem großen Kummer jedoch ist mir eine der wertvollsten Perlen, ohne welche das Ganze wertlos ist, in Verlust geraten . Aehnliche.Perlen besitzt nur einer der berümtesten Scheits in Mekka. Nun, da dachte ich mir, unser lieber Freund, der Fakch hier, geht ja auch so morgen auf seinem gewöhnlichen Wege nach Mekka, von wo er mit seiner geheimen Kraft noch am selben Tage zurücktehrt. Möge es doch meinem Herrn gefallen, daß der Fakih die Masbaha morgen ngch Mekka mitnehme und dort die verlorene Perle durch jene ersehe, die er dort vom Scheit erhalten kann." Der Pascha befahl dem Fakch, wie es al-Mu'allim gewünscht hat. Als der Fakih diese Worte vernahm, war er schier gelähmt vor Schrecken, denn es ist ja klar, daß er niemals an Freitagen nach Mekka ging, daß er während des ganzen Tages in seinem Hause verschlossen und verborgen blieb. In seiner Lage fand er keinen Ausweg, als sich Farhi anzuvertrauen und ihn um seine Hilfe zu bitten. Farhi, dem es offenbar war, weshalb der Fakch ihn ausiuchte, hielt, nachdem er Fakih sich chm offenbart hatte, auch mit seinem Geheimnis nicht lange hinter dem Berge. Er erklärte sich bereit, chm die fehlende Perle auszuliefetn, wenn es beim Pascha durchsetzte, daß die gefangenen Christen sofort aus ihrem Kerker befrett werden. Der Fakch hatte nicht viel zu überlegen und nahm den Pakt an. So wurden durch, die Klugheit des Juden Farhi al-Mu'allim' in Damaskus zwanzig chriflliche Notabeln dem Tode entrissen. Seeleufr verfaßt hak, um ihre Fahrt gemäß de» Plauei» zu bestimmen, welche es Kolunwus mogSch macht», «tue» neuen Kontinent zu entdecken. Die Staben Louis Santangel, Gabriel Sanchez, Juan Gabrerv, ermöglicht» es erst dem Kolumbus, durch eine Beisteur von 17 000 Dukaten, seine Reise zu unternehmen. Mit Kolumbus fuhren zusammen Louis de Torres, ein jüdischer Dolmetscher, Marco, ein jüdischer Chirurg und Bernal, ein jüdischer Arzt. Ferner waren die Juden Al» fonso de la Calle, Rodrigo belle Sauchez und Rodrigo de Triana auf dem Schiffe, welch letzterer als erster das neue Land entdeckte und die Aufmerksamkeit der anderen daraus lenkte. Der jüdische Dolmetscher betrat als erster weißer Mann die indianische Küste, da er von Kolumbus gesandt worden war, den Großkahan von Indien zu begrüßen, des» sen Land Kolumbus glaubte erreicht zu haben. Noch mehr, Kolumbus erzielte das Ende seiner erfofareichen Fahrt durch die Landkarten, die ihm der Jude Iehuda Crescas und durch die astronomischen Tafeln, die ihm der Jude Abraham Zacuto geliefert hatte. Daraus ist zu ersehen, daß nicht die Christ» die alleinigen Entdecker Amerikas war» und die Iud» kaum als Eindringlings bezeichnet werd» können." Bücherschurr. a» bie Krtffos a*fe IsttteviHfBii. Zugleich ei» Mahawort m akademische Jugend'. Boa Ada» Roder, Herausgeber der mi deutschen Confervalive» Correspoadeaz". verli» 1921. Verlag 11. A. Schwetschke. Ein tapfere- Buch besten Erscheinenj^er begrüßt. der sich vo, dem häßlichen Treibe» der Antisemiten abgestoße» fühlt. I» ffisf tüchtigen Artikeln schreibt Röder. roaS er auf de« Herze» hat: R— tionatismuS und EtaatSaefinnung; Der Antisemitismus; TaS rette giös-ethifche Problem; TaS sorral-wirtschaftliche Problem: C1Uelbiertum und Preußeaqeist; Schlußwort. TaS Hauptgewicht Iieti für uns auf dem 2. Abschnitt, worin R. de» RaemoeiS bringt, daß eS unrecht ist, eine Beeinträchtigung deS deutsche» DeseuS 9em jüdischen Geist zu fürchten; dafür liegt gar kei» Grand vor. TaS deutsche Judentum stellt vielmehr eine geschloffeae. sich abhebendu soziale Schicht dar. voa hervorragende» wirtschaftliche» Charakter. Ganz befouders muß es aber dem Lerfaffer hoch angerechuet werden, daß er gründlich ausräumt mit dem Save. die jüdische RaD^ als solche sei minderwertig und »küsse deshalb abgelehnt u»d der», drängt werden. Er hätte auf die Tatsache h,»Welse» kö»ne». daK 7000 Juden als Soldaten da- Eiserne Srenz 1. und 14 000 bo*». fertige 2. Slast« erhalten hätte» i« verflossene» Lrieoe. wahrlich kein Anzeichen von Minderwertigkeit. Ter Antisemitismus ist ein« semitischen Programms der verwirr»na der sittliche» Begriffe e»bn gegenzutrete». unter der oaler Volk »och »ehr leidet, alS nntrr de« Rot seiner wirtschaftliche» rage. * seiner wirtschaftliche» Lage. Ein« LriegSerianernng! Tavsend« Antisemiten sel Li« Synagoge gesehen mit der J»schrist über gang: .Habe» wir den» nicht all« e»»e» Vater? Lat nnS den« nicht alle ein Gott erschaffe»? Warn» verachtet als» »»rer n»U einer den andern?' WaS sich diese Leut« wohl dabei gedacht Hab«,?? ► mein«, diese «orte find so klar, daß sie einer Erklär»»g nichS ürsr». Damit ist aber jeder Antisemit gerichtet. A> D. Oie Entdeckung Amerikas und die Juden. Vor kurzem schrieb die berühmte amerikanische Führerin in'der Frauenrechtssrage, Mrs. Maud Nathan, die Gründerin der Konjumentenliga, folgenden interessanten Brief an den Herausgeber der großen TageszeiMng ^Sun": In einem Brief., der vorher in einer Zeitung veröffentlicht war, sollte konstatt'ert werden, daß Amerika durch Chn'sten gegründet wurde, und der Verfasser widersetzte sich der Oeffnung der Türen für Ungläubige aller Art, welche täglich durch eine unverdiente Tolerierung kühner werden. Ich möchte nun aus der Geschichte Nachweisen^.daß es ein Jude war, Iofef Vecinl-o, welcher den nautischen Kompaß verbesserte, ein Jude, Livm den Gerfon, der den Seequadrautu erfunden hak, ein Jude, Abraham ibn Esra, tzoelcher das beste astronomische Werk zum Beistände der Lösung des Tfrttsels aus 7fr. 130: T Q A -I B A "b E L n A B o Ä A£ X ll E B U B A B K ■•I Den Preis erhielt Frl. Erna Moser, Düsseldorf-Gerresheim, Regenbergcrstraße 6. Keim Aasdieiden oder bei verspäteter Lieferung einer Nummer wollen sieb die koslderieder stets nur am den Briefträger od. die zuständige BesteU-Posthnstalt wenden. Erst wenn Nachlieferung und Anfklinmg nieht in angemessener Frist erfolgen, wende man sieh unter Angabe der bereits unternommenen Schritte an unseren Verlag.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.