Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 134 (23.12.1921)
- Date
- 1921-12-23
- Page
- Seite 457 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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467 lllMMim ■mmoiTiTC 8 § Die Boteatasche mmiiumniinmmimiiii 1111 Dir vcröfsenüichen hier ein Schattenspiel zum Chanufafcft, das im vergangenen Jahr in Bonn aüsgeführt worden ist. Nicktkennern fei für die Aufführung Folgendes gesagt: Hinter eine ausgcfpanme Leinwand — ungefähr in der Große 3X3 — wird eine starte Lichtquelle mst Scheinwerfer aufgestellt. Die Spieler selbst bewegen sich zwischen Leinwand und Lichtquelle, und zwar unmittelbar hinter der Leinwand, doch ohne sie zu berühren. Sie spielen alle im ^rosil. jede Wendung zum Abgang auf derselben Seite ider möglichst zu vermeiden ist» muß äußerst schnell erfolgen. irgendwelcher Kostüme bedarf es nicht. Die Spie- '!er ziehen sich über chrc Kleider ein Nachthemd an, das dann im Schaven bald geschürzt :u einer Tunika, bald her- ^b hängend zu einem siießenden Gewände wird. Sämtliche Spieler setzen außerdem verschiedenartige Karnevalnasen auf, weil dies das Profi! erhöbt. Sperre. Zepter, Krone, die Götterpuppe z. B. in. unferm Spiel neben allen Utenst'ien werden einfach aus Pappe geschnitten und im Profil gehalten oder aufgesteül. Alles, was das Schattenspiel sagt, wird dimer der Leinwand sehr laut, langsam und mit groteskem Pathos verlesen und vom Spieler entsprechend | pantomimisch begleitet. Der Leser muß sich dabei nach dem Spieler richten und auch umaekebn. Bei den ausgeschnittenen Pappsachen muß daraus gescben werden, daß der Schatten klar ist. Z. B. muß die Krone nur eine halbe Krone sein, damit die dahinter liegenden Zacken das eigentliche Za-enproni nicht stören. Für . die Aufführung des Schattenspiels, für die man möglichst Kinder von —17 Iadrcn nimmt wenn nicht Erwachsene spielen, sind ungefähr?•—7 Proben notwendig . E. C. Ein Scbatierttviel iür Ebarruka! , ^i^drrnj r»r7do;kn.» In alten Zeilen lobesam Einmal ein böser König kam Bon seinem fernen Griechenland Hinab ins schöne Iudenland. Äntiochus, so war sein Nam', Er selbst war ebenso grausam. Hier fcbt ibr ibn auf fernem Tbron Mit Zepter und mit goldner Krön': Da trinkt er über seinen Durst Und ißt die große Schweinewurfi Die Nase ist vom Trinken rot. Er sinnt auf Mord und spuckt aus Tod. — Doch still: er rust „Ihr Knecht herbei!" Ei, sieb.mal an, da kommen zwei. Sie bücken tief sich wie der Blitz Und küssen chm die Stieselspitz'! I Der König räuspert sich: „Hem, bcm. Holt mir mal aus Jerusalem Die gottverdammten Jude» her. Daß ich sie einmal Mores lehr'!" Du pp, sind sie fort, und kaum vergehn - Zwei Stunden, könne, wir sie sehn Sie führen mit sich a» der Hand De» Hohenpriester aus dabcabmb. Mit langer Mutz und hohe» Wuchs, Doch ist er eine Bangednchs. , Menachem nannt chu der Papa. I Er selbst, wir sehns, geniert, Ach ja. Und da der 5kö,üg griechstch sehr. Tut er, als war' eia Griech«ch er. Tt ’ r „Wie heißt d»7" rast der König aas. Da sogt er zitternd: „Menel»»,'" „War, schreit der KSaig, Meaelaa»? Und sieht wie zehnmal Moses ans? Schämst du dich nicht? Ist es so schön. Den Mischen Name» -u verdreh»? Meinst du, die Nase drcht sich auch ' Mit deinem Namen, alter Gauch?" — Hin auf die Kniee sÄlt der Dicht, Der König hat so Unrecht nicht. Die Diener zerren ibn empor. Da steht er nun der feige Tor. Der König spricht: „N>» hör mal zu. Das ich dir sog, mein Lieder du: Ich hör, chr Juden betet an nen Gott, den man nicht sehen kann; Habt ihr bis morgen. Sapperlot, Nicht einen vorschriftsmäßigen Gott, 'nen Gott, so wie wir anderen all, 'nen Gott aus gutem Material, Und der sich sehen lasten, kann, — So trete ich, mein lieber Mann, Euch Juden all die Bäuche ein! Kedrt. marsch!" — o web, wie wird das sein? — Drauf ries der König abermal: „Dringt meinen Generalseldmarschall!" Da ist er schon: Die stolz er tut Mit seinem Stab und Federhut! „Mein lieber Marschall, Schwerenot, s'gibt Krieg, denn Not kennt kein Gebot! Dir ziehn mir Tsching und Temterem Hinab setzt nach IerusÄem. Dir. wollen sie dreschen aus dem Bolln Und Kerls, die kernen Schinken wolln! Und opfern don, — so scll es sein — Zum Trotz dies dicke Ferkelschwein!" Der Krieg begann, der König sandt' Nach jeder Stadt im Iudenland Soldaten dm, die mußten dort Auf jedem Markt an jedem Ort Ein Götterbildnis anferbaun. Das doch zu sehn und rveit zu schaun: Und jeder Iud' sich bücken sollt' Bor diesem Bild aus Stein und Gold! — Ach, Gott, das war 'ne schlimme Zeit, Die Not war groß, und schwer dar Leid, Und eine arme M»tter gar Verlor die ganze Kinderschar, Die sich nicht bückte voller Stolz Bor einem Bild aus schwarzem Holz. Doch sachte, keinem wirds geschenkt. Und anders kommt es. als man denkt. Dies ist der Marktplatz von Rodin, Auf den die belle Sonne schien; — —Die Sonne sieht man helle» Lichts, Doch sonst siebt man fis erste nichd. - Doch halt, wer bläst da so ins Horn? Ein Syrerhauptma»» voller 3dol Das trägt man stolz vor ihm einher? Ein Götterbild»s, groß imb schwer. Die Göttin heißt Pallas Athen, Da steht sie schon, und schon wir sehn. Die alles laust und blickt und schont, Vas man vor ihnen da erbaut. . Seht dort den Mann von stolzeOArt, Mit Priestermütz «ch weLe» Vars. 's ist Mattatias, «ne wir sich«, - Und hinter Sh« fünf Söhne? sich». Man sieht nicht dk, ft (feget Jmfc, Und warten Der