Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 133 (16.12.1921)
- Date
- 1921-12-16
- Page
- Seite 443 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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— 443 — hoüsam oder psährttch ft». Ihre Träger ftxib die sich mwzeichnenhen Wesen. Das Problem erhebt sich:^Wie verhält sich Chukkün zu Tabu? Die Chukkim wollen in uns Reinheit, Befreiung, Erhebung des Gefühls zu Gott erzeugen. Ihr'Gegensatz, die Unreinheit ist Bedrückung des Gefühls. Aber die zweifellos vorhandene Analogie zwischen den beiden, Erscheinungen bedeutet durchaus noch keine Identität. Die zweifache Erklärung R. Iochanans über die Asche der Para aduma, einmal zur Befriedigung eines heidnischen Fragestellers, das anderemal zur Belehrung der Jünger k ann uns auf die richttge Spur führen. Samtllche auf irrationaler Grundlage beruhenden Chukkim sind im Judentum als Heiligungsmittel zu bettachten; es sind Wege zu Gott. Tabu bleibt immer im Stoff befangen; seine Wirksamkeit reicht nur ins Empfindungs¬ und Gefühlsleben. Im Judentum gehen Reinheit und Heiligung in die sittliche Sphäre ein und spenden von hier aus der Religion die alles verklärenden und überwindenden Kräfte. — Zum Schlüsse der Tagung erledigt die Versammlung die lcmfenden Geschäfte. Der neue Vorsitzende Dr. Galliner (Gelsenkirchen) soll, einer dahingehenden Satzungsänderung entsprechend, sein Amt 2 Jahre lang führen; sein Stellvertreter ist Dr. Eschelbacher, Schriftführer Dr. Samuel. An Beittägen werden 20 M. für den allgemeinen, 20 M. für den Provinzial-Verband erhoben. Wochenschau Tatsachen und Ergebnisse ÖOOOOOOOOO0OOOOOOO0OOOOO00OOOOOOOOOOOOOÖ Deutschland. Berlin, 3. Dez7"Das Kammergericht hat in Uebereinstimmung mit früheren Entscheidungen erneut ausgesprochen, daß die Religion an nicht bekenntnisfteien öffentlichen Volksschulen' ordentliches Lehrfach ist, dem sich die Külder nicht eigenmächtig, sondern nur zu Beginn eines Schuljahrs aufgrund eines Gesuches entziehen können. Bnckin. Die deuffchen Vertteter der alttestamentllchen Wissenschaft wenden sich in einer Kundgebung' mit Entschiedenheit gegen eine Beschränkung des hebräischen und alttestamentlichen Studiums an den cheologischen Fakultäten. Sie ersuchen die Unterrichtsverwaltung nachdrücklich, solchen Bestrebungen keine Folge zu geben. Insbesondere erklären sie, datz die Forderung, den hebräischen Grundtext durch die griechische Übertragung der Septuaginta zu ersetzen, auf vollkommener Verkennung de^ wahren Charakters dieser sogenannten Uebersetzung beruht. Berlin. Eine Aussprache über die Grundlagen und Ziele des Verbandes nationaldeutscher Juden fand im Sitzuag^M des ehemaligen Herrenhauses statt. Redner der verschiedensten Parteischattterungen ergriffen das Wort, so der Deutschnationale v. Oppeln-Bronikowski, der Volksparteller Abg. Kempkes, der Sozialdemokrat Bqrth. Berlin: Die jüdische Gemeinde zu Berlin beabsichtigt, für die im Kriege gefallenen Gemeindemitgüeder Gedenktaleln zu errichten. Es ist in Aussicht genommen) die Tafeln in Gemerndefynagogen anzubnngea, wobei etwaigen bezüglich einzelner Synagogen möglichst Rechnu xven. werden soll. Die Gemeinde bittet alle An Alter, Todestag und Tvdesort dem ureau, Berlin, Rosenfttatze 2/4, schriftlich mitzuteüen. Berlin. In der Sitzung der Parteioertteter der DeuHchaatioualen Volkspartei, die in den letzten Tagen in Berlin ftattfand; hat man no6 einem Bericht der offhiellen , auch die wgenannte volkssche Frage erwürbe folgender Beschlntz gefatzt: „llnterAb-. standnahme von Aendernnge» der Grundzüge der Partei ist der BerlrHyDng sowohl die Parteüeitung wie die Fraktwne» verbände in der praktischen Arbeit klar uai jtftx schiedenheit auf dem Boden des dettffch^voWh«6! nisses stehen und wie bisher so auch ferner die Po jedem jüdischen Einfluß fteihalten werben." Budapest. Der weltbsrAhmte OrientaW. Dr. Ignatz Goldzicher, ist nach kurze« Leide» b tagten Alter von 72 Jahren am ITRoveutbepk» pest verschieden. Dr. Ignatz Goldzicher war kh> garischer' Hoftat und öffentlicher Dwft^r der Sprachen an der Büdapester llniversitL Ungarischen Akademie der Wissenschaften, Universitäten von Cambridge und Aberdeen, dierendes Mitglied der Wissenschaftlichen Kopenhagen, der Wiffenschafllichen Akademie vo» bürg, der Berliner Preußssch«! Akademie der schäften. Er war der erste ungarffche Jude, d« gliedschast der Ungarischen. Akadenne der und der erste ungarische Jude, der die o sitätsprofeffur erreichte. Goldzicher gatt als ner Kenner und Schiedsrichter auf dem Gchieke der schen Sprachwissenschaften und Literatur. Zu zigsten Geburtstage bildete Goldzicher den inniger aufrichtiger Ovationen der ungarischen schen Gelehrtenwelt. Wien. Die Wiener Morgenzeitung bringt de» Wortlaut des Nachrufes, den der bekannte arabHhe AMscher Abdallah Miskoni am Grabe des jüngst Orientalisten Ignaz Goldzieher gehalten hat. sagte: „Am Grabe des unsterblichen Ignaz Goldzfther gen auch Arabertränen fließen. Das gequälte üngar-düdentum kann stolz sein, daß es inmitten soviel« drigungen und Verachtung d« Wett zu bewege» welch große geisttge Kraft es der Meuschhett p stände ist. Außerhalb der wissenschaftlichen' Wett hier in Ungarn nur wenigen bewußt güoeftu, Genie dieser Mann war. Im ArÄande aber, ders im Orient uyd in d« arabsschen Ratio», Namen Goldzieher ein eigen« Begriff vo» hohch» Das Judentum verlor in ihm feinen ausgezeich» das arabische Volk aber einen großen Reist«, quelle, deren Strahlen die Tradition unseres Heiterkeit und den Ernst unseres Glaubens imid ganzen Kulturkreis durchleuchtete.' Goldzfth« ««-Wt seiner ttefen Fachkenntnis auch auf seine legen in der arabischen Frage von große» jedoch war er der Kostet im Westen, wir Araber ihm und in ihm dem Iudeutt»^ stets als unsere Brudernation ansaheu, üuchft gegen. Möge der Zwist verftmüftei^ nehmen in diesem heüigen Augerchkö! Palästina, der heute scheidet, ist, wie der nur durch die Ber nen. Hand in-H<Md btt senutsschen WW Im Vollgefühle an ' sche Nation mit «ich in dem Volkes auch ihr Blut, ihren VSe». zum