Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 132 (9.12.1921)
- Date
- 1921-12-09
- Page
- Seite 435 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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495 Mitteilungen -es BezirksverbagW» -er jü-ischen Iugen-vereine West-eutschla«-S. Me Beiträge ffir diesen Tell find an Herr» Rabbiner S. Klein, Düsseldorf, Hüttmftrcche 142, zu sende«. Rm! die wöchentlichen Berelnsnachrichten gehen direkt an den , Botenverlag Bonn, Brüdergasse 52.! LiebeFreunde! 1. Der I. 8. B.. Meiningen hat M. 15 000 für die Jüdische Kinderhilfe zusammengebracht! Nehmt Euch ein Beispiel an dieser sozialen Tat! Die Jüdische Kinderhilfe seht sich als Ausgabe: a) die Sorge für die notleidenden Jugendpflege-Anstalten, insbesondere für die schwer bedrohten jüdischen Waisenhäuser und gemeinnütziger Erziehungs-Instituten. b) Die F e r i e n h i l f e. e) Die nachgehende Fürsorge, die durch ständige ärzliche Kontrolle, Verteilung von Nähr- und Kräftigungsmittel usw. die Erfolge des Ferienaufenthaltes festzuhalten sucht. Freunde helft.! Alle Spenden sind einzuzahlen auf Postscheckkonto Nr. 37 229, Berlin W. 7, Henriette May, (Jüdische Kinderhilfe) Berlin-Wilmersdorf. 2. Wir empfehlen dringend die ueuerschienene Schriften: Dr. B. May, Das Heiligkeit s b u ch, Bibellesebuch zum 3. Buch Mose. B a e cf, Wesen des Judentums, 2. Ausl., neu bearbeitet. Beide Bücher Verlag Kaufmann, Frankfurt a. M. 3. Rednerliste: Edith Herrn st adt- Oettinger, Nowawes, Villa Edith, bittet die Vereine, sich sofort an sie zu werden, da sie chre Tournee feststellen muß. Sie ist Anfang Januar im Rheinland. Fräulein Nanni S t e r n-Breslau, Hohenzollernstraße 31, ist bereit, im Februar und März in unseren Vereinen zu sprechen. Themen: Brahms, Klinger (mit Lichtbildern), Offenbach, Jüdischer Tempelgesang. Meldungen umgehend direkt nach Breslau. Mit herzlichen Verbandsgrüßen! Rabbiner Dr. Klein-Düsieldorf. Eindrücke von -er Oelegierientagung in Düren Unsere diesjährige Delegiertentagung ist vorüber. Es erscheint im ersten Augenblick schwierig, aus der reichhaltigen Fülle und Vielseitigkeit der dargebrachten Ausführungen und Gedankengänge, die wesentlichsten Gesichtspunkte herauszuschälen und in den abwirrenden Knäuel bunter und mannigfaltiger Meinungsäußerungen klar« Licht zu bringen, den roten Faden zu sehen und das Wesentliche vom Unwesentlichen, das Richtige vom Unrichtigen, das Neue vom Alten zu ttennen und reinlich zu scheiden. Im Mittelpunkt der Tagung stand wohl die Anwesenheit unseres allfeitig^verehrtm Verbandsvorsitzenden Dr. A l f r e d A p f e l aus Berlin, dessen unerwartetes Erscheinen bei den versammelten Delegierten einen Sfurm jubelnder Begeisterung auslöste. Seine Rede erreichte vor allen Dingen in der Begründung seiner Haltung in der Palästinaangelegenheit eine seltene Höhe. Bei mit verstärkte sich bei dem Eindruck der AusMrungen Apfels die schon länger genährte Ausfasiung, daß für feine großzügige politische sich auf breite Kreise der «bischen Oeffenllichkett in Deutschland erstreckende Tätigkeit der Rahmen unseres Iugendverbandes zu eng geworden ist. Er ist beute kein „Verbarchsvorsitzender" mehr^ sondern ein-pochischet Führer ersten Ranges, dem ltnabßanglg geit allen Organisationen eine maßgebende Rolle m ber Lcktung 1>er l>eutschen Juden übechaupt zufällt. KurtZachariasgabzur auf Grund seiner reichen langjÄngea er sich doch unermüdlich trotz aller MT. .. .... ermüdendem Optimismus, mit seiner Keuft fihme viele Jahre lang für bas Wohl des Berbcmdes ei» — Mit nüchternem Wirklichkeilssinn ohne alle Phrcümdgie eine» Einblick in die Derbandsardeit. Aus seüre» %»ris» khchg immer wieder heraus der Ruf nach einheitlicher Arbeit aller Juden für das Gesamtjudentum aus demBobender Reuttalität, die alle Einzelauffaffuugen Von diesem Bestteben nach überparteilicher wardn auch die meisten der zahlreichen Sprecher in die Diskussion getteten. Mit besonderer Wärme fetzte sich Stud. Werner Wolfs-Trier für die Gründung von Schülergruppen und weihevollere Ausgestaltung der Freitagabende ein. Er stellte die Nachteile der reinen Vorträge der größeren Fruchtbarkeit kleinerer Arbeitsgemeinschaften gegenüber. — Einen breiten Rawu «chm in der Deoatte das aktuelle Problem Jugend unb Politik ein. Hierzu sprachen u. a. Dr. C a h n - Kü l n, Dr. Lasker-Bonn, Dr. Veis-Andernach «d Dr. Löwen st ein-Aa che n. Für die große Muhe unserer Iugendvereinsmitglieder komme poMsche Bet«- ligung an der Oeffentlichkeit zunächst nicht in Betracht. Für sie gelte es zunächst einmal, in intensiver Tiefen- und Kleinarbeit im Rahmen des Verbandes die Grunblggen für eine spätere extensive Kleinarbeit zu schaffen. Immer wieder wurde die Notwendigkeit des Erwerbs von Wissen und Kenntnisien in jüdischen Dingen hervorgehob«^ die allerdings durch einen innerlichen Antell des Gefühlslebens der Belebung bedürften. Die Notwendigkeit der Befchäftigung mit aktuellen Tagesfragen würbe allgemein jufc geheißen.' So brachte die Debatte nach dem Referat Kurt Zacharias manche für den aufmerksamen Zuhörer interessante Anregungen. — Mit gewohnter Sachlichkeit und Ruhe leitete Rabbiner Dr. Klein-Düsieldorf das Schsiflein der Versammlung durch die oft geMrlichen Mppen großer Erregcheit und Unruhe. Auch in den ansttengenden Verhandlungen am'Rochmittage harrte die Versammlung aus und mit chr eine große Anzahl Gäste der Dürener Gemeinde, die dem Verlaus der Tagung mit sichttichem Interesse folgten. Es $ vielleicht hier der Platz, dem Dürener Iugenbverei» und der Dürener Gemeinde für ihre Gastfreunbsthafi DU Hanken, die sie den Teilnehmern gegenÄer durch GewahLnng von Quartter und Verpsteaung bewies. — (Sitten wixM§ai und erhebenden Abschluß fand die Delegiertentagmm bnrch Paul Aufseesser-Köln, der mit iNblHMtzer Wärme und tiefer Innerlichkeit zur Betätigung utzferes jüdischen Brudergefühls im Alltagsleben auffordertt. und besonders der Notlage der Ostjnden in hinreißenden Murten gedachte. Dm Veranstaltungen am Freitag und Sams tag konnte ich nicht beiwohnen, versicherte mir jedoch, auch hier feine Vor allm Dingm scheint der von Räbbtnm Dr. leitete Festgottesdienst in der Dürener Hp feine Festpredigt tiefen Eindruck Wer von dem Ergebnis der Gebrauch macht, wird zwesieüos Winterarbeit in dm Vereine» mit nach Harsie gebrächt haben, unserem Verbant» und zu otbde» unsere Zufammenkuufi gemeinsam Mär».kbher