Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 131 (2.12.1921)
- Date
- 1921-12-02
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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- Minsk 1× ep/1000754
- Pinsk 1× ep/1045440
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Ein altes talmudisches Sprüchlein sagt: ^Nennt dich einer einen Esel, so glaubs nicht, sagt es ein zweiter, so saß dich an die Obren, sagts aber ein dritter, so ieg' dir einen Sattel aus!" Die leicht kommt nach diesem Gesetz der Jude dazu, sich nicht nur an die Ohren zu fasien, sondern auch selbst sich mit dem Sattel der ausgedrungenen Minderwertigkeit zu satteln. Die bekannte jüdische Selbstironie ist nur ein Ausfluß solcher Selbftsattelung. Die viele Zuben spotten über das „kleine, aber mieße Völkchen", dem sie angeboren, und was noch schlimmer ist, wie viele basten es gar und schwören, daß. wenn sie Christ wären, sie auch Antisemiten sein würden. So lassen sie sich wie arme Schulbuben von chrem selber minderwertigen Pauker die eigene Schlechtigkeit von der feindlichen Welt so lange einbläuen, bis sie selbst dran glauben und den freien Lebensmut verloren baden. Dazu kommt das Eingangsurteil des kurzsichtigen jüd. Bildungsphilifters im Besten, der in einem Jahrhundert der Gleichmacherei und der Tauchversuche das Bewußtsein seiner eigenartigen und eigenwüchsigen Geschichtlichkeit völlig verlören bat. damit aber auch das Verständnis für den noch in vollster Geschichtlichkeit lebenden Ostjuden Galiziens, Polens oder Nnßlanbs. So hat der deutsche Ärrchschnittsjude vom östlichen Kriegsschauplatz die schlechtesten Eindrücke mitgebracht. Er hat dort die Nachtseite des jüdischen Lebens gesehen, aber sein Verhängnis war es, daß er sie mit ^ostchem" Auge sah. Und sei es selbst das Auge des seligen Goeche oder Schiller, für den Juden, der Jüdisches sieht, ist das ein unseliges, ja, schlimmer, ein ungerechtes Auge. All die jüdstchen Laudsturmleute erzWen hier — das ist ebenso amHant, wie verdächtig — dieselbe Geschichte: Alle haben sie die „Taste Tei" erlebt, mit der der polnische 3nbt den armen deustchen Soldaten „ bewuchert" hat — er nahm nämlich den gang und gäben Bcrlimti Kasseehauspreis von 1.50 Mk. dafür, und alle haben, einer wie der andere, den schmierigen anb listigen Wünaer Iudenjungen gesehen, der seine eigene Schwester auf der Straße «bot. Mit der Faust möchte man diesen Erzählern allen ins Gesicht schlagen,^, damit sie endlich aus ihrem „gojischen Trans" erwachen nnd erkennen, daß so nnd geräde so ein geknechtetes Bott anssteht und aussehen nö& nnd daß * — - - *— - *—— E + _ inflffMpp poicpcT HtnelPesgepall nur em einziger empörter Schrei der Anklage mm Süden ziemte: „Weh bn Bokkern, die inzwischen sängt es hier im Laude bei den einsichtigen <5üben an zu dämmern. Zum ersten Male sehen sie nämlich neben und um sich bas eigene Vaterland auch einmal in der Knechtschaft. Und da fällt es ihnen wie Schuppen von den Augen. Denn was zweitausend Jahre mit glühendem Estengriffe! in unsere Seele geschrieben, was das Zoch unzLliger Geschlechter an uns gekrümmt und geschunden bat. das haben schon zwei kurze Jahre der Knechtschaft an diesem noch gestern so herrischen, machwollen. gesunden Deutschland fertig gebracht: die Knechtsgestalt. Das baden wir immer gejammert über die Zerklüftung unseres Neinen, ohnmächtigen Judentums, und siehe da, der deutsche Partikularismus ist hundertmal schlimmer als sie. Die fettgewordene deutsche Landwirtschaft verkauft idre „Tafle Tei "zu ganz anderen Ducherpresten als der arme, verhungerte, zehnmal ausrequirierte Kaftanjude von Minsk oder Pinsk, und wenn wft Juden beute mit eigenen Augen sehen, was sich die ledige und verehelichte holde Bcchlichkeit z. B. im amerikanstchen Koblenz leistet, nun, dann können wir mit Hochgefühl von uns selber trennen: Die haben uns in den zwei Jahrtausenden der Unterdrückung nicht nur glänzend gehalten, sondern wir sind, den Kastomjuden eingeschloffen, geradezu ein lebendiges Dunder adligen Besens und Tuns. Und wenn wir wirklich die Schindermerkmale an uns tragen, wer wagt es, unsere Bunden für Sünden zu erllären? „Sie haben uns geiÄjmt, und schelten nun, da wir hinken!" Das ist Shylocks wahrstes Bort. Aber dürfen wir selbst so entartet sein, mitzuschelten? Dir Juden mögen unsere Verbrecher haben, wir haben auch unsere Märtyrer und Heilande. Wenn ich ein Urteil abgeben soll, so würde ich es in folgende Worte fasten: Weh dem Juden, der durch schlechtes Tun fein Voll zu schänden wagt! Dreimal weh aber dem, der es trotz seiner Knechtschaft, ja. vielleicht sogar gerade um chrer willen, nicht mehr lieben kann. Diese Kuechtsgeftalt ist die wahre Liebesprvbe für den Juden, es ist die Probe auf jene schmerzliche Liede, die überall auf Erden die tiefste ist, well sie überwindet. Emil Cohn. Aus dem Tagebuch Kerburau- LaffaNes I» ^Israelische» Wochenblatt für die Schweiz lese» vir einen Lnstatz ans der Föer von Dr. Wily Cahn. Brest«». an* de» wir folgendes wiedergebe». Die Reaktion. Es ist vielleicht kein Zufall, daß die großen Verkünder des sozialistischen Gedankens, Karl Marx imd Ferdinand Laffalle. ans jüdischem Bücke entsprossen find. Liegt, es doch tief i» Wesen des Judentums begründet, sich der Iknterdrmcken xmt* Verfolgten anznnehmen» Heber Lassalle, dem Denker und fiätntfer, der fich für die Menschheit einsetzte, vergißt man asszubeicht den Inden Lajsale. Hnfc in der Tat wat in seine» stchtqen Leben teil S»qche hinter dem. »us er sich ats NusiMbe gesetzt hacke. niGf inü. Aber seine Zfimeckd spickte -Gchoch fo n fff pimyit KuKi <n^ otg «W wni|r per