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Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-11-11 · 128 (11.11.1921) · p. Seite 392

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
3 (1921)
Issue
128 (11.11.1921)
Date
1921-11-11
Page
Seite 392 (sequence 4)
Language
German
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her sind auf mehr als 750 000 Dollar schriftliche Anmeldungen eingelaufen. Berlin. Nahum S o k o l o w, der Präsident der Zionistischen Exekutive, hat sich am 5. November nach Amerika eingeschifft, um dort eine große Winterkampagne für den Keren Hajessod einzuleiten. In seiner Begleitung befindet sich Proseftor Otto Marburg. Bialik wird seine Amerikafahrt voraussichtlich Ende November anlreten. (Ziko.) Newyork. (3. C. B.) Das erste Hilssschifs mit Lebensmitteln für das hungernde 'Rußland hat bereits den Newyorker Hafen verlassen und soll in vierzehn Tagen einen baltischen Hafen anlausen. Die Lebensmittel wurden von der Gewerkschaft der Kleidermacher, die fast ausschließlich aus jüdischen Arbeitern besteht, ausgebracht. Newyork. (I. C. B.) Das neue Schuljahr im jüdischen theolog ischenSeminar in Newyork hat bereits bei einer starken Frequenz begonnen. Unter den 129 Hörern befinden sich 7 0 F r a u e n. Jerusalem. <I. E. D.) Gemäß Flugschriften, die im Lande verteilt wurden und die die Araber aufsordern, an, 2. November gegen die Balfvur-Deklarat i o n z u p r o t e st i e r e n. hat die arabische Bevölkerung beschlossen, diesen Tag als T r a u e r r a g;u begehen. Die Flugblätter und die Vorbereitungen zu dieser „Trauer" riefen in Jaffa und Jerusalem Besorgnis hervor, aber die Negierung hat Schritte unternommen, um Ordnung und Ruhe im Lande zu sichern. London. Ein amtlicher Bericht bestätigt, daß in 3 erusalem Unruhen ausgebrochcn sind. Dem Berichte zufolge soll die Polizei Mittwoch vormittags auf der Straße nach Jaffa eine kleine Araberbande zerstreu! haben. Die Bande habe sich aber neuerdings gebildet, um einen Angriff auf das jüdische Stadtviertel zu unternehmen. Zwischen den Arabern und den Bewohnern des Iudenviertels wurden Schüsse gewechselt. Auch eine Bombe wurde geworfen. Mehrfach kam es zu Meffcrkämpsen. Die Soldaten patrouillierten durch die Stadt. Schließlich gelang es, die Ruhe wieder berzustcllcn. Vier Juden und ein Araber sind getötet, v i e r z c hn Personen verletzt worden. Es wurde eine Anzahl Verhaftungen vorgenommcn. Berlin. Beim Austritt des Jordans aus dem Kinerethsee soll in nächster Zeit eine neue Brücke gebaut werden. Die Vorarbeiten sind 80 jüdischen Arbeitern des Kinereth-Lagers übertragen worden. tZilo.) Jerusalem. Der gegenwärn'g hier wellende Vertreter der deutschen AgudahIisroel erhielt die Mtteilung, daß eine jüdische Persönlichkeit aus Deutschland ihren Landbesitz in Palästina im Werte von einer Million Mark der Agudah zum Geschenk machte. Diese große Landsläche soll zu landwirtschaftlichen Ausbildungszwccken für die nach Palästina kommenden orthodoxen jungen Einwanderer verwendet werden. Bon Berg und Tal Bonn. _ Der Bevollmächtigte des Arbeiterfürsorgeomtes'der Jüdischen Organisationen Deutschlands (Berlin), Herr stud. Werner Nehft'sch, teilt uns mit, daß er für die jüd. Ausländer in allen Etaatscmgelegenheits- und Paßfragen wöchentlich zweimal, und zwar Montags und Donnerstags von 8—9 Uhr, Weberstr. 31 zu sprechen ist. Elberfeld. Die Tagung des jüdischen Frauenbundes fand vom 31. Oktober bis 2. November in den schönen Räumen des Elberselder Frauenklubs statt. Die Führerinnen der jüdischen Frauenbewegung aus allen Tellen Deutschlands waren erschienen. Auch Halland und Amerika waren vertreten. Eine würdige Begrüßungsfeier mtt Ansprachen der Bertteter der verschiedenen jüdischen Organisationen bildeten den Auftakt für die folgenden Tage. Der erste Arbeitstag brachte nach Verlesung des Geschäftsbericht» aat der Arbeitsberichts einen Nar verständlichen Vortrag von Krau ' Dr. Alice Gottschalk-Grabowski-Äöln: „Die Tuberkulosebekämpfung ' mit besonderer Berücksichtigung der Kindersterblichkeit bei den Juden. Die Leitsätze für die Tuberkulosebekämpfung: „Tuberkulose ist ani steckend, vermeidbar und heilbar" wurden als richtig anerkannt und der Dringlichkeitsantrag, die Bekämpfung der Tuberkulose in den Arbeitsbereich des Frauenbundes einzuschlicßen, angenommen. Die Versammlung beschloß die Herausgabe eines aufklärenden Flugblattes ..Was alte Kinder wißen mästen" zwecks Verbreitung in den Schulen. Nachmittags sprach Frl. Löb-Kcln und als Korreferentin Frl. Fccimann-Köln über „Folgen des Entwurfs zum Reichsschulgesetz für die jüdische Schule". 3m Anschluß hieran referierte Frl. Dr. Margarete Berent-Berlin über das Thema „Berücksichtigung der Konfession und Weltanschauung im Reichsjugendwohlfahrtsgcsetz". Am Abend fand eine zahlreich besuchte Versammlung in Barmen stall, in der Frau S. Wronsky-Berlin, eine seit Jahren in der Wohlfahrtspflege praktisch tätige Frau, in einem klar gegliederten Vortrag „Die Bedeutung der Frauenarbeit für die Entwicklung der jüdischen! Wohlfahrtspflege" die Bedeutung der Frauenarbeit charakterisierte. Die Mütterlichkeit, ein hervorstechender Zug der jüdischen Frau zu allen Zeiten, führt sie zur Wohlfahrtspflege im allgemeinen, zur jüdischen Wohlfahrtspflege im befondern. Arbcitsnot, Gesundheitsnot, Iugendnot ist die Dreigliederung des Problems. Die Rot der Juden ist zu lindern durch Ecldmitte!, die als solche wertlos sind, wenn nicht . dahinter intensive Frauenarbeit steht, die sich betätigt in der Schaffung > von Einrichtungen zur Linderung der körperlichen und seelischen Röte der Jugend. Rednerin streifte die Frage der Bcrufsumschichtung, die Anleitung zur Werkstättenarbeit, Ermöglichung der Emigration der ezislcnzloscn Juden nach Amerika und Erhaltung deren Arbeitskraft j während der Wartezeit. Sie beleuchtete die Wirkung der ungünstigen! Gesundhcits- und Dohnungsoerhältniste für die kommende Generation, befürwortete die Frühehc und die Pflege und Erhaltung der Familie. Die Ausführungen klangen aus in der Hervorhebung des Gedankens, daß die Juden, die große Völker überdauert haben, weiter leben werden, wenn die jüdische Frau sich von der ihr eigentümlichen Mütterlichkeit leiten läßt. Am Mittwoch wurde die Versammlung eingeleitct durch die Sympalhicversammlung für Obcrschlcsicn. Der Antrag der holländischen Frauen zur gemeinsamen Arbeit wurde angenommen. Es wurde ferner beschlostcn, daß alle dem Bunde anaeschlostencn Vereine sich bereit erklären, das Patronat, d. h. die völlige Versorgung für ein durch die furchtbaren Pogrome zur Waise gewordenes ukrainisches Kind zu übernebmen. Ein Antrag von Frau Mcycr-Lübke: „Der Jüd. Frauen- - dund möge in Anbetracht der Notwendigkeit, große Volksmasten nach ' Palästina zu führen, seinen angeschlostenen Vereinen anheim stellen,! ihr ideelles und materielles Interesse an der Kulturarbeit in Palästina zu bezeigen", wurde angenommen. j lieber das vorbildlich geleitete Fürsorgeheim des jüdischen Frauen- ' bundcs in Isenburg gab die Gründerin, Frl. Berta Pappenheim, Be- ' richt und warb in beredten Worten um finanzielle Unterstützung dieser : segensreichen Einrichtung. Die Stellungnahme des Frauenbundes zu , i; 218 Etr. G. B. wurde dahingehend präzisiert, daß zur Erhaltung der; fiiilicheu Kräfte des ganzen Volkes das Gesetz bestehen bleiben müste unter Berücksichtigung der notwendigen Aenderungen im sozialen Sinne. Fasten wir das Ergebnis der von Fr!. Pappenheim geführten dreitägigen überaus inhaltteichcn Verhandlungen zusammen, so muß gesagi werden, daß eine Fülle von Anregungen gegeben wurde, Arbeitsmöglichkeitcn und neue Wege zu tatkräjtiger Hilfeleistung gezeigt wurden, die zum Durchdenken zwingen, die in den Herzen der sämtlichen anwesenden Frauen Wurzel gefaßt haben und sich in praktischer Arbeit umsetzen werden. Kölner Rachrichieu Aufruf zur Ehrung der im Felde Gefallenen der Kölner Synagogengemeinde. Die Synagogengemeinde Köln will ihren im Weltkriege gefallenen Söhnen auf dem Friedhof in Bocklemünd ein würdiges Denkmal errichten. Sie stellt erhebliche Mittel zu diesem Zwecke zur Verfügung; sie ist aber angesichts der gewaltigen Belastung mit so vielen dringenden Ausgaben nicht imstande, den für ein Denkmal erforderlichen; Betrag ganz aus öffentlichen Mitteln aufzubringen. Sie muß sich um Mithilfe an alle ihre Mitglieder wenden, die mitzuhelfen in der Lage sind. Sie hat daher die Kölner- Ortsgruppe des Bundes jüdischer Frontsoldaten beauftragt, die noch fehlenden erheblichen Mittel duych eine Sammlung zu beschaffen. Es besteht kein Zweifel, daß alle die, in deren Kräftn es steht, ihre Dankbarkeit und Verehrung iür die Gefallenen durch hochherzige und reiche Spenden : bezeigen werden. j Die Einzahlungen werden erdeten auf das beim Bank- I hause Roman Stern u. Co. in Köln, Gereonstr. 42, Post- ' scheckkonto Nr. 58 558 unter der Bezeichnung: „Neichsbunß

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