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Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-10-21 · 125 (21.10.1921) · p. [Seite]

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
3 (1921)
Issue
125 (21.10.1921)
Date
1921-10-21
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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VOM RHEIN Erschein jede» Kreit«, Lez»,»- prris 3.— M. «»»»tt A» deztetze» d»rch §A»Mche P«stä»Uer »der d»rch de» B»te»>erl«, i» B»»». JÜdiflChOS VolkSÜbktt Herausg. von Rabbiner vr. Omi Sotzv, Sonn. Geschäftsstelle 2«»,: SrütergoS» S2. Seschäfisgrl» KW, fltMtfip' |bnuutl2& Köln. 21. HktoSer 1981. — 19 Wschri SS81 ftfa*T.Y474Y. 52. r. Schemini azeres 5682 X : : Ewig« im Irdischen r r Das.Dolkslümliche ist eine Urkraft, weiche die den Elementen^Zoch nähere und dichtere Masse durchdringt. In ihr ist noch Urleben aufbewahrt, das sich leicht beim Einzelnen in der verfeinernden Zivilisation verflüchtigt. Auf ihrer Suche nach Leben konnten sie (Goethe.und Herder) an diesem ewigen Behälter Volk nicht vorübergehen, und nur als BehÄter von Leben war ihnen das Volk und feine Offenbarungen wertvoll, wie Kinder, Narren und Urzeiten, aus denen gleichfalls das göttliche Leben ihnen unabgeleitet entgegdndrang. Friedrich Gundolf, „Shakespeare und der deutsche Geist" E. 273. Keines unsrer Feste hat so den Anspruch, ein Volksf e st zu heißen, wie das Laubhüttenfest." Keines ist durch feine Symbole fo im Volkstümlichen verankert, keines fo auf die Maste gestellt wie dies.. Wer die Freude der zweiten Sukkausnacht (Simchas des hafchauewoh) im Tempel zu Jerusalem nicht gesehen hat, sagt der Talmud, der hat überhaupt noch keine Freude gesehen. Der Zug der goldenen Krüge zur Siloahquelle, das Wasterfchöpfen, das Springen mit den vollen Krügen, die Fackeltänze und Feuerwerke bis zum morgendlichen, die Sonne ankündigenden Posaunenstoß vom Nikanortor — alles eine einzige rauschende und berauschende Volksfeier, wo die Gresten und Weisen wie die Kinder sprangen, unb keiner überhaupt für sich allein sich freute. Da ward der Edle selbst zur Maste, und der König nur eine Woge aus dem Meere seines Volkes. Man könnte schaudern, wenn man bedentt, was übrig blieb. Aber so wenig es sein mag, es ist genug, um festzustellen, daß es noch heute nicht nür ein, sondern das Volksfest unseres Jahres ist. Cs ist das einzige, das noch — Umzüge hat, d. h. wo das Volk als Volk, als Maste aufmarschiert, sei es feierlich mit dexg alten Palmenzweige in der Hand, fei es übermütig mit der Thora im Arm am Simchas Tauro-Tage. Man hüte diese Bräuche, mit helliger Eifersucht. Hier ifU>er einzige Punkt vielleicht, wo unser westliches Judentum noch nicht von der Nabelschnur der Ewigkeit geschnitten wurde. Hier allein treten wir — ach, nur einmal im Jahre — als Volk in Erscheinung, d. h. als der ewige Behälter, aus dem wir alle geschöpft sind. Wahrend wir sonst unmer nur als Einzelwesen im Gotteshayse stehen — streu auch die Bänke noch so voll — hier freur sich das Volk und wir in chm und ganz allein in chm. -Der Ration-linde niste entraten zu wnnen oder dpch in natio vollwertigen Erßrtz fürste zu haben. Er irrt sich, und fein Irrtum beruht in einer Verwechselung, die hier einmal mit allem Nachdruck sestMellt wchhen nttch: meint vielleicht, derartiger Erlebioimler Es ist ein Unterschied Mischen Voll und Voll. Wie man das Geld betrachte» La» täamd als ei» Mittel, sein Leben hoher und adliger zu gestern, das andere Will als Selbstzweck und töteches Ende aster Dmge, al^ was es dann erstarrend auf alls^Äebe» wirkt, fo gjbt es auch eine doppelte Betracht»- hes Bottes und des Volkstümlichem Weh dem, der i» chm Selbstzweck u»d letzte»' Sinn des Daseins steht. Ein solcher wird de» Abstieg zum Volke zum Programm erheben, er wird nichts anderes taT können, als ein Plebejer werden^ er wird das Bott nur kennen lernen, wie es sich buchstäblich „räuspert und spmll", mit einem Borte als Geselstchaftsstufe, die unter chm steht. Möglich, daß der Ueberdrutz a» der Zwüchttion, der tLel vor einer sich geistig übergebende» Zeit chn die Treppe hinabtreibt bis zum Kellerloch des Ordinären, in dem dieses Volk haust. Möglich auch, datz er in verständlicher Nöüktion gegen eigene Berzwisterung die Beschränktheit dieses . Volkes als heilige Einfall preise» wird. Irren tut er sich doch. Ja, er irrt sich muh, wen» er weint, in nationaler Arbeit allein dem ewige» Geheimnis Bott irgendwie auf den Grund kommen zu können. Das Bott ist Mittel, ist Stoff, weiter nichts, und nur insofern es Stoff ist, darf es uns heilig fein. „Schaut hin auf den Festen, aus dem chr gehauen, auf den Brunne», aus dem chr geschöpft seid." Das ist die einzige Betrachtungsweise, die dem Juden, da» Sohn des ewigen Volkes, ziemt. Wer aber das Bott fo bewertet, der steigt nicht hinab zu chm, sondern — blüht aus chm empor, der ist v e rw u r z e l t in chm als dem Humus, als der braunen, late« Scholle, aus dem gährend alle Kräfte steigen, die das Leben speisen. Der geistert nicht ad ei» von der Nabelschnur der ewigen Nattrr geschnittener Westeuropäer schemengleich ü b e r der Erde, sondern steht kräftig und wohtzeg ~ mit beiden Füßen auf der Erde. Der weiß, daß Voll die a'nzige Kraftquelle ist, die chn nährt, daß aus chr frisch, lebendig, uaangekränkett eia höherer Adel, Ustre breitere Lebensführung, ein gefu»derer GeKmit einem Worte die unmittelbaren Kräfte des Götttiche» chm fpmtgoL Schämt euch, daß chr euch fchLch mü Lulaw mch Eßrog umzuwandel», evmral im Jahre nichts als — Bott zu fein. Ihr wcht nicht, wie arm chr feL, da chr euch fo der Verjüngung des Geistes und der Seele entZcht. llnh wie reich der Jude, der jubelnd de» Hallelworte» Ist der Herr, er leuchtete u»s, fo fchknget de» mtt Pallnzweigea bis a» die Hörner fcts Allurs! solche^tzeste Ewiges im Irdischen erßcht. - Ew^lE»h». Wie die ftofinwOdlMiäm MM Wir entnehmen dem Bericht der ihckUtive da stehenden m Kje LahoudbmU, mit kf in^OktohalÜlö baettSfomeit

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