Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 124 (14.10.1921)
- Date
- 1921-10-14
- Page
- Seite 348 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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endlich bci-Xna. 3k»Morzeu erfchi» der Wirt uHd jordachk «neu Schilling LogiS-eld. Ich hatte Leme» -Udmn§ mehr, aber ich gab Ihm eine tterne Tasche für das Nachtquartier und bat ihn dann, mir doch ein kleines Zimmer im Hause zu überlassen. Er vermiete mir darauf ein ganz kleines Hmterzimmeriben ganz oben im Hauie zum Preise von drettinhalb Schilling die Boch^ Er verließ sich darauf, daß wir die Miere von mirleidisen Glaubesaenonen zusammenerbinen würden. f$»dk$na fo4£L> nur TTT zznnz Die Botentasche TTT ■ f mm iTTiMii m v... L*l Die bucharifche» Juden Einer Schilderung des Herrn Tr. Rei'er Mzr." entnehmen wir folgende Stelle: Interesianr in ein Spaziergang im ^udenvierrel vc:: Samarkand. Die Stad: ielber zeriäll: in zwei Teile: die Neu- und Ällfradr. Die ernere in kaum vierzig Jahre al: und zeigt ein ganz modernes Gepräge. Troydem verweil: der fremde nicht gern in der Neustadt. rielmebr ziebr ib:\ der Zauber der Altstadt an. Schon ron ierne begrüßen uns die gewaltigen Türme und Minaretts. die großen Äonigsschlöiser und die prachtvollen Mo'checn. Die S:ad: in jcr: lvegen der hier herrschenden invbö^n Malaria stark entvölkert, die Einwohnerzahl ron 300 000 auf 5*3 000 ge'unken, von der Neustadt gelangen wir längs e:ner.al:en Zitadelle in die Altstadt. kleine, enaaneinandetgeteidw. niedrige Lehmhäuschen mit Aachen Dächern, 'ch-mnle. 'chmurige Straßen, die von kaum zwei Me:er bre::en Ga^en durchauerr - werden. Im Sommer t-agegen wird in einem ..Kiosk" Tee getrunken. Hier 'viel: n± auch d>as ganze ö^en:lich-e Lebe.-. ab, hier werden die meinen Ge chäste abae'chlvnen. Es ist die europäische BörK. Pom Registan, der allen Königsbuia Tamerlans führt eine schmale Gane ins Iudenrieriel. Dieses ist von .zahlreichen Längs- und O.ueraaf'en durchzogen und von einer Lehmmauer umgeben. Dabei darr man nicht an das ^nittelalrerlicbe Ghetto denken. Die Juden wobnen hier freiwillig abgesondert ron den modamm.ed-ani'chen Surren. Längs der Straße lallen die großen Wa'vrreKrr-oirs aun Knaben und Mädchen tragen in abgezogenen Ellidd-omellen oder in großen Karaffen Waner in ibre Wohnungen. Da kommt eine Karawane gezogen, hier ein 'chw^r b-eladener Eiel mit seinem Treiber, dorr ''rrenacn Reiter in vollem Galopp heran. In dieKs Gewirr misch: stch das Knarren der riesigen .zweirädrigen Lastwagen. Hier wird Baumwolle verladen. dort werden Südfrüchte in. den Hoi getragen — ein Einfahrtstor bestreu die Häubchen der buchari'ciün Juden nicht. Bald tritt ein ichwerbeladener Eiel durch eine kleine Pforte auf die Straße, bald künde: uns der monotone Gelang der Treiber die Ankunft einer Mauliierkarawane. Die großen Geschäfte befinden sich außerhalb des Iudeiwierrels. ebenso die Bankinstitute, welche auch mi: Mchtjuden in geschäftlicher Verbindung stehen und es daher verziehen. am großen Basar sich niederzulasiew Das Haus der bucharfflben Juden ist — wie überhaupt bei den mesten Orientalen — von der Straße durch eine hohe Lehmwand abgeicklosten. Durch ein kleines, niedriges Pförtchen gelangt man in den Hofruum. Zur Straße har dos Haus gar keine Fenster. Aunvllend ist das Fehlen jeglicher Möbel. Der ganze Fußboden ist mir feinen Teknnen- und Perseneppichen belegt. In der Mine beftnder sich ein rundes, kaum 30 Zentimeter hohes Tischchen, das über einem ebenso großen runden Loch im Fußboden steht. In de» Bintermonaren wird in diese Berrieiung Sohle hiueingeschüttet und auf diese Reise das ganze Zimmer geheizt. Diese Heizvorrichtung hat noch eine andere sehr wichtige Bedeutung. Da man am Sabbat nicht kochen darf, so weichen in diese» Öfen schon FveikUMlüß» hineiMftaqen, damit sie -für den Sabbat warüe ftjev. Die MaWeistn bestehen größtenteils aus orientalisch« Gerichten.' ffttum — eine auf Hammelfett gedünstete und mit Fleisch vermengte Reis ipeise — ist eines der beliebtesten Nahrungsmittel. Daneben wird auch Schaslil) — auf einem Spieß gebratenes Hammelfleisch — von alt und jung mit Borliebe gegessen. Fische, eingemachte Früchte und Bein fehlen selten bei einer Mahlzeit. linier Brot kennen sie nicht. Sie backen Kuchen und Lebioichkas, eine Art dicker Mazzoth. Die Frauen speisen abgesondert von den Männern. Kommt ein Gast, so werden ihm diese vorgestellt. Das Schlafzimmer unterscheidet sich nur wenig vom Speisezimmer. Bieder verblüffend schöne Teppiche, nur daß in einer Ecke des Zimmers eine größere Anzahl von Stepp- und Boüdecken aufgestapelt istt Das Gotteshaus sieht äußerlich einer kleinen Moschee äbnlich. Im Innern fällt uns sofort das Fehlen von Leuchtern auf. Ringsum an den Bänden find kaum 30 Zentimeter hohe Bänke angebracht. In der Mitte befindet sich der Alemor. Tie Lade mit der Thora ist an der Befttvand angebracht. Die Ostwand des Bethauses fehlt gewöhnlich. Dies bedingt das heiße Klima, das in einem geschloffenen Raume das Zusammensein einer größeren Bol^menge unmöglich macht. Man betet mit dem Gesicht nach Besten gewandt. weil Jerusalem im Besten von Turkestan liegt. Ein kleines.-finsteres Kämmerchen schließt sich an den Betsaal an. wo die Frauen an den hohen Festtagen beten. Beim Beferen des Gotteshauses werden die Sandalen, die man ron den Muselmanen entlehnt, bei denen es verpönt ist, Siaub ins Haus, respektive Gotteshaus zu tragen. Die Gei^ibücher cnlbebrcn aller jener Kapitel, die sich auf die Leiden der Juden in Europa beziehen. In den religiösen Dogmen weicben die Bucharen nur wenig von den euroDäischen Ingen ob. nur daß sie am Rüsttag zum Opferfest ein Lamm 'wlachien. Der Arme sucht sich einen Gesellschafter aus und 'chlachrer zu zweit, zuweilen auch zu dritt, das Opfer. Tie testen Stücke bekommt der Chacham. sFottsetznng folgt.) Gottesdienst. ÄpUl Freitag bcn 14. Oft., abotbs 5.30 Uhr. Samstag morgen *.15 ilbr. MwchÄ 3 ilbr. Zngendgvttesbienst (&fodeagaf|e 3 Uhr. SaddQausgaag 6.21 Uhr. Sonntag den 16. Oft., Bor abend Snkkoth, '•J30 Ubr. Montag und Dienstag morgen 8.30 Uhr, abends 6.15 Uhr. i*?±*Tiagc: Morgens 7 Ubr, abends Glrxkevgaffe 5.15 Uhr, Aoon- 7.30 Uhr. Dnsteidorf. Synagoge Kafernenstrabe. Freitag den 14. Oktober, ^be-ds 5.30 Uhr; Samstag dev 15. Oktober, morgens 9 Uhr. abends 6.30 Ubr.' Saft ans: Sonntag de» 16. Oktober, abends 530 Uhr, Montag. den 17. Oktober, morgens 9 Uhr, Predigt 930 Uhr, abends 63Q Ubr: Dienstag de» 18. Oktober, morgens 9 Uhr, Predigt 930 Uhr. Er^oLentage morgens und abends 7 Uhr. Bonn. Freitag de» 14. Oft., abends 6 Uhr. Samstag morgen 9 Ubr. Sadbatansgavg 630 Uhr. Sobntag den 16. Oft. Vorabend ^euddünenfeft, 6 Uhr. Montag den 17. Oft. Morgengottesdienft nnd Predigt 9 Ubr; abends 6 Ubr. Dienstag morgen 9 Uhr, LanbhMttanausaang 6^0 Ubr. Verftagsgottesdienft morgens 7 Uhr, abends 6 Ubr. Lahrzeiierr. Bonn. Samstag den 15. Oft. nebst Borabend: Ifoak Rendel.' fUtknbtr btt ’XBodtt. Iraks.... 14. Oft 12 Tsichri giiaüir. . 15. ft 13 ft imfip: €msdaa . . . 16 :t 14 ft Raokag. . . . 17. ft 15 ft , - rrbc I Tag Vienstag. . . 18. // 16 ff „ ii- «Hm* . . . 19. $t 17 ft fl—MTfflll). 20 ft 18 ft - 21. tf 19 // Samckag. . . 22. » 20 // nv5>.