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Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-09-30 · 122 (30.9.1921) · p. Seite 326

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
3 (1921)
Issue
122 (30.9.1921)
Date
1921-09-30
Page
Seite 326 (sequence 6)
Language
German
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326 kn juristische Körperschaften sein mit dem Rechte, Geld, Land und Eigentum zu erwerben und darüber zu verfügen, als ausführendes Lrgan zu handeln, Verträge zu schließen, Anleihen aufzunehmen, sowie vor Gericht als solche zu erscheinen. Tie Gemeinde soll das Recht haben, Steuern von der jüdischen Bevölkerung zu erheben. Eine gewählte Exekutive soll die einzige Vertretung der Gemeinde gegenüber den Regie^ungsbhörden und dr Affefach Haniwcharim sein. Sie wird andererseits auch die einzige Körperschaft sein, die die Anweisungen der Regieruna, der zionistischen Institutionen und des Waad Lcumi auszuführen hat, sowie Steuerlisten zu führen und standesamtliche Funktionen auszuüben. Jerusalem. lI. E. B.) Tie palästinensische Regierung überließ der jüdischen Kolonie Rischen le Zion 2l <>00 Tunam sandigen Boden, der um die Kolonie gelegen ist, unter der Bedingung, daß sie innerhalb eines gewissen Zeitraumes die Kultivierunq dieser Flächen in Angriff nimmt. Die aribische Presse richtet aus diesem Grund ehestige Angritse gegen die Regierung. Kölner Rachrichien Vom Sportfest des Jüdischen Turn-Vereins, Köln. Guten Tag, Herr X. — Tag, Herr s1)., wie gehts? — Na, wie foll's gehen? Gut. - - Sie waren doch auch auf dem Sportfest des I. T. V., wie war's? — Ich war angenehm überrascht. Bei großer Beteiligung auch von Düsseldorf, Krefeld, Jülich und Siegburg gingen Glockenschlag a/4 9 Uhr die ersten Iugcndläuser vom Start. Daran schloffen sich die anderen Klassen in den verschiedenenSportarten in ununterbrochener Folge an. Die Hauptanziehungspunkte für die Zuschauer waren natürlich die Läuse der Junioren und Senioren, wo es auch wirklich wunderbare Momente gab, z. B. der 50-Metcr-Lauf in 0 Sek., 100» Meter-Lauf in 11,9 Sek. und der Endspurt des 800-Meter- Laufes. — Wie war es denn mit den Sprüngen? — Den Hochsprung für Jugendliche bis 18 Jahre machte Hart o ch - Düsseldorf mit der sehr guten Leistung von 1,55 Meter. Dieselbe Höhe erreichte Breitbarth in der offenen Klaffe. — Da hat er aber doch sicher die grüne Hose angehabt? — Natürlich, sonst wäre er doch nicht gesprungen. — Die beste Weitsprungleistung hatte K o ch m a n n mit 5,71 Meter zu verzeichnen. — Und die Mägdelein? — Die vorjährige Vereinsmeisterin Frl. Keller hatte auch dieses Iabr die Ehre, diesen Titel zu tragen. — Haben Sic die Crgebniffe nicht notiert? — Doch, ich will sic Ihnen vorlesen. Also: Dreikampf für Jugendliche bis 10 Jahre: 75-Metcr- Lauf, Schlagballweitwurf, Weitsprung: 1. S. Neuwirth 69 P., 2. Herm. Buchbaum 51 P., 8. B. Sander 50 P. — Dreikampf für Jugendliche bis 18 Jahre, 100-Meter- Lauf, Hochsprung, Kugelstoßen 10 Psd.: 1. Kurt Hartoch- Düffeldorf 78 P., 2. Mar Buchbaum 04'/.. P., 8. Mar Heimann 63 P. . Dreikamps für Junioren, 100-Meter-Laus, Weitsprung, Kugelstoßen: 1. Karl Kochmann 37 P., 2. Nülf 23 P., 3. Kaufmann 21 % — Offene Klaffe: Dreikampf, 100-Meler-Lauf, Kugelstoßen 15 Pfd., Weitsprunq: 1.Manuel 38'/. P., 2. Kahn 32'/. P., 3. Weiler 32 P. — 50- Meter-Lauf: 1. Weiler 6 Sek., 2. Kochmann 0 Sek., 3. Meller. 400-Meter-Lauf: 1. Karl Herhmann-Krefeld, 2. Kerl Kochmann. 800-Meter-Lauf: 1. Rülf, 2. Falk. Hoch' sxiung: 1. Breitbarth 1,55 Meter, 2. Kurt Hartoch-Düffeldorf 1,50 Meter, 3. Weiler 1.50 Meter. 100-Meter-Lauf: 1. Kochmann 11,9 Sek. Dreikampf für Damen, 50-Meter-Lauf, Kugelstoßen, Weitsprung: 1. Frl. Keller 45'/2 P., 2. Frl. Simons 42'/.. P., 3. Frl. Rosenzweig-Krefeld 23'/2 P. Die Abwickelung der Kämpfe vollzog sich tadellos trotz des sehr ungünstigen Platzes, wo die Sportsleute dauernd vom Publikum behindert wurden. Für die Vereinsmitglieder gewannen die Kämpfe an Spannung durch die zahlreiche Teilnahme auswärtiger jüdischer Sportsleute aus den jung-jüdischen Wanderbünden in Düffeldorf, Krefeld, Jülich und Siegburg. Es war das erstemal, daß sich ein großer Teil der jüdischen Sportsleute Westdeutschlands im sportlichen Wettkampf mit dem I. T. V. Köln begegneten, und eswäre zuhoffen, daßdieszueiner bleibenden Einrichtung würde. — Ließe es sich denn nicht machen, daß der Verein einen eigenenSportplatz bekäme? — Ja, das ist nun sehr teuer, aber man könnte ja mal umhören, ob sich nicht größere jüdische Kreise für die Sache interessierten und durch Geldmittel die Angelegenheit förderten. — Wer nimmt gegebenenfalls Geldspenden an? — Die können auf Postscheck-Konto 59 042 eingezahlt werben. — So, ich werbe dran denken, also aus Wiedersehn, Herr X. — Guten Tag, Herr P. Kölner Hilfswerk für die Ukraine. 8. Ausweis. 1000 M.: gesammelt durch Frl. Ida Levisohn, Hochzeit Eichenwald-Kaufmann (Fr. Karl Eichenwald, Billerbcck i. W.); Munk, Schwarzschild u. Eo., Köln, bei Erledigung einer Differenz. 500 M.: Ivan Clees (Sachsenring 86) aus einem Schiedsspruch. 300 M.: Jakob Marx, Bonn «Ärausfeld 16). 100 M.: Iüd. Iugendverein Eleve. 75 Mark: Jonas Wolf, Köln (Meister Gerhardstr. 4). 50 Mark: I. Mayer, Godesberg: Dr. med. Erich Simons tSchwalbengaffe) Köln. 45 M.: N. N. zweimalige Blumenablöfung. 44 M.: Sammlung des jüd. Iugendvereins Egelsbach. 2u M.: Sally Löwentbal <Bayern). Das neue Wahlstatut unserer Gemeinde ist von der Negierung genehmigt worden. Die Ausschreibung der neuen Repräsentantenwaklen wird in kürzester Frist erfolgen. * Der Botenverlag G. m. b. H., der zur Herausgabe unseres Blattes in Köln begründet wurde, ist nach Ueberwindung einiger technischen Schwierigkeiten, die die Uebersiedlung des Blattes nach Köln mit sich brachte, hierselbst bandelsgerichtlich eingetragen worden. Es gehören ihr als Gesellschafter folgende Herren bezw. Firmen an: Rabbiner Dr. Emil Cohn-Bonn, der zugleich als Herausgeber und Geschäftsführer bestellt ist, Iustizrat Ludwig Cahen, Bankier Louis David-Bonn, Rechtsanwalt Dr. Heinrich Frank, Max Grünbaum, Karl und Julius Kaiser-Blüth, die Firma Michel u. Co., Albert Ottenheimer, Isaak Plawin-Bonn, Hans Rollmann, Alfred Tietz. Dem Aufsichtsrat gehören an die Herren Dr. Frank, Max Grünbaum, Julius Kaifcr-Blüth. In der am vergangenen Montag stattgehabten ersten Sitzung wurde die Redaktionskommission wie folgt zusammengesetzt: Louis Afchkenafy, Emil Blumenau, Iustizrat Cahen. Dr. Heinz Frank, Rabbiner Dr. Kober, Rabbiner Dr. Rosenthal. Bon Berg und Tal Düffeldorf. Auf dem Ehrensriedhofe fand hier am Sonntag den 25. September eine außerordentlich eindrucksvolle Gedenkfeier für die Gefallenen statt, veranstaltet vom Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Hinterbliebenen. Wohl 10 000 Menschen versammelten sich auf dem weilen Platze vor dem schönen Ehrendenkmal, von dem aus man die endlose Reihe der Gräber überschaut. „Nie wieder Krieg!", das war der Grundton, der die Ansprachen des Vertreters des Reichsbundes und der VoiPhenden der Friedensgefellschast durchzog, Ard dann erging die Aufsoäerung, sich zum jüdischen Fnedhof zu begeben, um den gefallenen Brüdern dort zu zeigen, daß sic nicht vergeffen sind. Der kleine Ehrenfriedhof konnte kaum die Zahl derer fasten, die den weiten Weg nicht scheuten. Dicht gedrängt umstanden viele Hunderte das kleine Viereck und hörten ergriffen die Worte des Vertreters des Reichsbundes, der von der Anhänglichkeit sprach, die nicht I

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