Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 122 (30.9.1921)
- Date
- 1921-09-30
- Page
- Seite 324 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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fam \antt Rede. Selbst wenn die Häupter -er Gemeinden das Wort nehmen woltten, wehrte man chnen mab ließ sie schweigen uni> seinem Worte lauschen. Tenn alle wuHen: was er sprach, war lauter, wahr und ^iveriästig. Er war vom Sttanme Dan, ein ausgezeichneter und treuer Mann, der sich für den leidenden Nächsten kingad und in seinem ganzen Leben auch nicht einem einzigen Menschen Oebles tat. Dieser Gott und Menschen wohlgefällige Mann fad. wie Sarith, die blühende Brau: seines Sodrres Awradam. eine schöne und anmutige Funastau, vor Schrecken über das, was sie anseden mußte, durchs Fenster entstieben wollte. Da ries er idr zu und sprach: „Liede Tochter. ^a ich nicht das Glück baden tonnte dich als Frau meines Sohnes Awraham zu seden, so sollst du auch nicht c.nem Fremden gehören." Und er griff sie und;og sie vom Fenster rurück. küßte sie cuf den Mund, '.chlucbtte mir idr .u ammen lau: auf und ries aus betrübter Seele aus: D. lebet eile, rrcld^c Hochzeit ich heme meiner Ircbtir. meiner Schnur, riiritc!" Alle weinten laut, {ammcr.cn und klagten. Er aber sprach zu ihr: .Hemm und gebe ein in den Schoß Awrabams. unseres Vaters. on einem Augenblicke ccirtnnn du die Seligkeit und kommst an die Stätte der frommen Gerochen." Und er nahm sie und legte sic seinem Sodne Äwrabam als Braut in den Schoß und fcteb sie mit seinem scharfen Schwert in;wei Stücke. Danach schlachtete er auch leinen Sodn. Darod weine ich uno cs^kiagl mein Herr. Nach drei Tagen, als die Feinde Gottes rrrüociaczogen wgien, kamen, von Mitleid getrieben. gewalttam. aetaufte Juden. um die Leichen rn bcaroben. die frei dalagcn den Vögeln der Luft und den Tieren der Erde mm Fräße. Da fanden sie eine Frau in ibrem Blute, die noch Zeichen oon Leben gab. Sie wuschen ihr das Blut ad und brachten sie in ein Haus. Don lag sic sieden Tage, obne Sprache, und ohne Speise noch Trank;u genießen. Dann oder lebte sie wieder auf und wurde gestund. Ben diesem. Taae ober fastete-sie immer und aß, mit Ausnaome der Sabdatbc. Feste und Neumendstage. nur einmal am Tage. Freitag, am vierten Tage des Tammus, J7. 'Hini 1'j96) in der Dämmerungssiundc des Nudeabends, kamen die Feinde Gottes über die Frommen in kanten. Die Feinde kamen in der Stunde des Sobbatdanfanas. Eben batten sie sich zum Madle gesetzt, den Sabbaldfe ren und den Segen über das Brot gesprochen, als sie den Sturm ihrer Feinde und die loscndenDogen berandrcuisen bönen. Da aßen sie nichts denn einen Bisten Brot, soviel als für den Brvstegen genügte, dann begann N. Mosche Hakoben. der fromme Priester, und sprach zu der mit ibm zu Tische sitzenden Gemeinde: „Lastet uns zuerst das Tstch^cbe: por dem lebendigen Gone, unserm Vater im Himmel, sprechen, llnd dann lastet uns nach dem Willen unseres Schöpfers Mn. Die Feinde sind üder uns gekommen. So wollen wir heute am Eaddatb ein jeder seinen Sohn oder seine Tochter oder seinen Bruder schlachten. Niemand schon' sich selber ober seinen Nächsten, und der letzte schneide sich mit einem Mester selber die Keble durch oder durchbohre sich mit seinem Schwerte, auf daß uns die llnreinen und Frevler nicht besudeln. Wir wollen uns selbst das TPfer darbringen auf dem Altar des Allerböchsten, auf daß wir in jene Welt kommen, die ganz Tag ist. in den strahlenden Garten Eden, und Gott von Angesicht zu Angesicht schauen in Seiner Herrlichkeit und Größe. Don werden wir unter dem Baume des Lebens auf goldenem Stuhle sitzen, Zwilche» den Stützen der Welt, im Verein mit dem Frommen, mit Edelgestein und Perlen besetzte Kronen auf de» Häupter». Dort erst werden wir den Sabbath feiern, de» wir i» dieser fmsteren Welt nicht also achten und hüten können, wie cs geziemte." „Amen, so soll es fein!" antworteten alle emmülig und laut. „So möge Gottes WAe geschehe»;" ll»d R. Mosche, der Priester, erössnete das Tfichgebel: ^Lasset uns presten unser» Gott, vo» de» wir Speise erfrieffaL* „Gepriesen sei er. unser Gott!" fiese» die andern ein. Und nun betete er. „Möge der Barmherzige »och in den Tagen derer, die nach uns Drigjbleibea, mck> vor chren Augen, das Blut seiner Diener räche», das vergösse» ward und noch vergasten werden wird. Möge er uns rette» vor den Männern des Frevels, vor Berso^ung und vor Götzendienst, vor der Unreinheit der Böller und chren Abscheulichkeiten!" Meine Eltern und andere alte Leute, die Zeugen solcher Taten gewesen, erzählten mir, wie er uoch viele andere Gebete sprach, die sich auf das Verhängnis biogen. Dann, als alle vom Tische ausstauden, sagte er: ^chr Söhne des lebendigen Gottes, sprechet mm laut und einmütig: Höre Israel, der Ewige ist unser Gott, der Ewige ist einzig!" Sie taten also. „Und nunmehr", sprach er weiter, .Zögert nickt länger. Denn die Zeit zu handeln ist da, aus daß wir Ihm unser Leben als Opfer dardringen." Sie geberchlen und opferten sich. Es war in der Abendämmeruug, am Vortage des Eabdaths. Und wie Leute, die gute Beute machen oder die frohe Ernte feiern, so freuten sie sich, Gottes Dienste sich zu weihen und Seinen großen und heiligen Namen zu verherrlichen. Froh und freudig traten sie vor den Höchsten. lJorisetzung folg!.) Deutschland. Wochenschau Tatsachen und Ergebmffe |b..o.o.o.o.o.o.o.o.o.o.oToTojoToT6jo:o:oT6:ojo:o-0.o.O-0.o_0-0.o.o.o.o.o.o.o.c.c , Berlin. I a nt e? 2 i nt o n, der lxi0:ensrroile Vornrrni'e des Hilisvereins aci deutschen Juden, wurde am :7. Tcpiein.er siebzig alr. Tei: über dreißig fahren sieb: Haines Tunon uu Mittelpunkt der jüdischen A>objsabristestrebungcn. Er betätigte sich zuenr im Vorhand des indischen >iurbospiials zu Dolberg, das seiner Inmiive den trächtigen Neubau verdank». Auch im Ver- .in st'ir jüdische Ferienkolonien bar James Timon eine rege Tätigkeit eniialtet. Im Fahre 1901 begründete er eemeiniam 1:111 Tr. Paul Naidun den Hilisvcrem der deur- 'ck>en Juden zur Unlerstützuna der ausländischen Juden, der in Tstemopfa. besonders aber im Trieni. ein jegensj reiches Liebcswerk enrialieie. Außerdem sitzt James I Timon im Verwaliungsrat der Iewiib Eolonizarion Asto-! ciaiion und zahlreicher lokaler jüdischer Wohliahnseinrich-! :ungen in Berlin. James Timon ist als feinsinniger Tammler hervorragender Bildwerke bekannt. Tein besonderes Fmeretze gilt dem vorderasiatischen Orient. Gemeinsam mir dem Prinzen Heinrich zu Tönaich-Carolarh begründete er die Teursche Lrieni-Gesell'chait. welche das bedeutendste Ausgrabungs-Unternehmen der ganzen Veit geworden ist. und sehr Verdienstliches in Mesopotamien. Palästina und Aegnplen geleistet bar. Die Zahl seiner Aemier in der allgemeinen Wohlfahrtspflege ist Legion. James Timon, dem 1910 anläßlich des Jubiläums der Universität Berlin der Ehrendoktor verlieben wurde, erstem sich körperlicher und geistiger Rüstigkeit. Müschen. Das Urieil in dem Prozeß wegen des Memminger Landfriedensbruches. verübt gegen dortige lüdiscbe ^aufleuie. ist Moniag früh verkündet worden. Es stellt lediglich den Tatbestand schweren Hausfriedensbruches gegen Tr. Ticius und Ewald Heil und des einfachen Haussriedensbruchcs gegen die beiden anderen Mitglieder des Teutschvölkiscben Tchutz- und Trutzbundes fest. Tie beiden Erstgenannten wurden zu einem Monat Gefängnis, die beiden anderen zu fünf Tagen Gefängnis verurteilt und allen vieren Bewährungsfrist für die geiamre TlwM. bis 1. Lttober 1923 gewährt. Tie übrigen AngÄagten wurden sämtlich freigesprochen. In der Verhandlung wurde vou mehreren Zeugen erwähnt, daß ein dortiger C6erlandesgöckchtsrat einige Zeit vorher önenrlich erklärt hatte.