Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 118 (2.9.1921)
- Date
- 1921-09-02
- Page
- Seite 280 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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4 »J S * k Ennm mnn lniiiniiiiiniiimm Die Boieutasche nn«»iinnmm»muinmff Die Mmjonäre. 1 _ Zweimal im Jahre — am Schluffe des 3. B. M. und am Labbath Li-Ssowau — liest man doch bekanntlich die rmp'h (Strafpredigt) aus der Thora vor. Wermgleich all die Berwünj sangen buchstäblich voll und oanz bei unserem schwergeprüften Volke sich bereits längst erfüllt haben, so gibt es dennoch Syna- > gogeubesucher genug, die sich nicht gerne zu dieser Strafpredigt aufrufen laffen wollen. In unserer Gemeinde pflegte seit Jahrzehnten der Schammes diese Mizwoh auf sich zu nehmen. Als er jedoch vor genau einem Icchre starb, und sein Sohn und Nachfolger infolgedessen nicht „auwerufen" werden konnte, da setzte ich mich deswegen mit dem frommen, großbärtigen Manne, der — weil er gewöhnlich an den Jahrzeiten „tätigen Anteil Nimmt" — kurzweg der „Minjanmann", ^>er „Minjonär" genannt wird, ins Einvernehmen, und suchte ihn — gegen eine entsprechende Kompensation — für das oben erwähnte Kapitel zu gewinnen. Der gute Mann willigte nur m i r zuliebe ein. Jedoch nur unter der Bedingung, daß er selbst diesen Abschnitt vorlesen soll, und nicht, wie üblich, ich die Vorlesung halte. Als ich ihm erklärte, daß hierzulande nur ein Barmizwaknabe seine Parscho vorliest, schob er seinen Hut über die große Stirn weit zurück, und mit ernster und feierlicher Rede begann er: „Ich will Euch sogen den Emmes" und mit dem üblichen Singsang, den wir vom Talmud her kennen, fuhr er fort: „Versteht Ihr mich? Wenn Ihr mir die rrnzip vorleset, so gelten doch all die Verwünschungen m i r". Wenn i ch aber die Verwünschuvgen vorlese, so gelten alle Verwünschungen dem Kaha l, und ich bin fein heraus." M—er. Kibvd-ow*). * Aus „XofinkeS und Mandlen", auS der Literatur der Ostjude» gesammelt von Dt Immanuel Olsvan- (kt, Bade»; Verlag der Schweizerischen Gesellschaft nur Volkskunde. 1920. Ä id Hot amol gewelt a mmk waffer. Sogt er sajne kinder, sej solen em gejn bringen a trunk Wasser. Hoben sech di kiudn ongehejben schlogen. Der sogt: „Jchl*) gejn" un der sogt: „Jchl gejn." Jeder ejnziger hot gewelt ton di grojhe mizwe*) ftm kibud-ow. Un asej wi a id hot doch b't«oe ^) fiben—-acht kinderlech, hot men sech gerissen wegen dem, wer es fol gejn, a schejn bissel zajt. Der elterer bruder hot gesen, as es nemt kejn ssof 5) nit, hot er gesogt: „Wejßr jr wos, kinderiech? Ich wel ajch geben zwei rubel, nor lost mir gejn bringen di Wasser farn taten." Macht der zwejter bruder: ,L8os mir zwej rubel? Ich wel ajch geben finef rubel, nor lost mir m'kajem *) sajn di mizwe." Un an anderer hot gesogt, as er git fiben rubel, un an anderer acht rubel. Sogt der elterer bruder wider: „Ich wel ajch geben zen rubel un a soff." Js asej gebliben, der elterer soll gejn bringen di Master. Gir der elterer bruder a tracht*) un sogt: ,-Bejßt ir wos, kinderlech? Di mizwe is doch stjer a greiße, welen mir si m'chabed 8) sajn dem taten alejn. Js b'chejn') tatinke ^o), gej un bring sich alejn dem trunk waster. 1) Ehr»»g des Vaters. 2) ich werde. 3) Sitteugebot. 4) gewöhnlich 5) Ende. 6) erfülle». 7) de»kt nach. 8) beehren. 9) folglich. 10) Väterchen. Rttttraittät. Aus der Heimresie von meinem Urlaub verlangte ich am der Zeituegsverkaufsstelle m der Halle eines ersten ML«he»er HÄels die fozialdemokrachche ^Münchener Post". Da Aisterte mir die kleine, meduche Verkäuferin : kriegt» Sie hier nicht. Der Besitzer des Wt _3atf.._$cs dnldet nicht, daß wir den »deichchvom- In Uw Mlulwdl. «ir die roten BlAter aber auch nicht hal- Mm* — Umiifrif. ehe»’ deiuen taf! Es blieh «ir nichts übrig, als die alldeutschen „Münchener Neuesten Nachrichten" zu kaufen. Emil Lohn. t * Derech erez un teste.*) A id an oreman, wos is amol gewen a melamed, is amol arajngegangen zu einem a gwir, fajnem a gewesenen tafanb1), beten a nebotoe*). Der melamed is arajn, «n der gwir hot af em a kuk gegeben, asej wi er wolt em gor kejn mol nit gefen, un stegt em.„wer fast rr dos, red id? Bun wanen kumt ir." Entfert der melamed: „soll ir gefrmt faju! ir derkent mir gornifcht? Ir hot doch gelernt da mir in chejder." Macht der gwir: „nu to nu? Tu wofe will ir? Ir folt wissen faju, as di tejre, wos ich hob da ajch gelernt, hob ich schejn lang fargesten." Sogt der melamed: ltzter is mir geworen recht, far wos ir derkent mir nit. Die gemore sogt: Derech erez kejdmo latejro/) Haint wie bald as di tejre hot ir schejn fargessen, hot ir doch derech erez awabe*) fargessen. *) aus „Rofinkes mit Mandeln". 1) SchAer. *) Unterstützung. *) Kinderschule. *) Anstand geht der Tora voran. ') eo ipso. Gottesdienst. Köln. Freitag den 2. September, abends 6.45 Uhr. Samstag den 3. Setenckepr, morgens 8.15 Uhr. Rinchah 3 Uhr. Sabbatausgang 7.55 Uhr. Wochentage: morgens 6.45 Uhr, abends Roonstratze 7 Uhr, Glockengasse 6.30 Uhr. Düsseldorf. Synagoge Kaserneastratze. Freitag, den 2. September, abends 6.45 Uhr; Samstag,- den 3. Seztember, vormittags 9 Uhr, abends 8 Uhr. Wochentage: morgens 7 Uhr, Sonntag 7.30 Uhr, abend» 7,30 Uhr. Bonn. Freitag den 2. September: Abendgottesdienst 7 Uhr. Sams.tag den 3. September: Rorgengvttesdienst und Predigt S Uhr. Minchah 4 Uhr. Eabbatausgang 7.55 Uhr. Derktagrgätesdienst morgens 7 Uhr, abends 7 Uhr. ' Zahrzeiteu. Bonn. Montag den 5^ September nebst Vorabend: Josef Baiser. Seidmrd Wechselmartt. TS kosteten in Köln am 22. Aug. Mort I am 30. Aug. Mark FrtedensvrrS Sbnrf 1 Pfund Sterling . . 324 - 325 - 315 90.43 100 franzds. Frank . . 685- 686 663 - 665 81.— 100 belgische , . . 670-671 642-644 81.— 100 schweizer. „ . . 1505- 1509 1446- 1448 81.— 100 Holland. Gulden. . 2747-2752 2679 2685 168.75 100 österrrich. Kronen 9.81-9,83 10,1 86.- 1 amertkan. Dollar *>8,9—89 84,7 4.34 Kalender der Boche. Freitag .... 2. Sept. 29 Ab Samstag. . 3. // 30 tf Neumond I Sonntag . . . 4. n 1 Ellul Neumond II Montag. . . . 5 /, 2 n vienstag. . 6. // 3 u Mittwoch. . . 7. 99 4 99 Donnerstag. . 8. // 5 99 Freitag.... 9 „ 6 Ü Samstag.. . 10. n 7 U O'CEC keim Ausbleibern oder bei verspäteter Licferieg euer Nummer wolleo sieh die Postbezieher stets nr ea de» Briefträger od. die zuständige Bestell-Postaestalt wenden. Erst wenn Nachlieferung and Aufklärung nicht in angemessener Frist erfolgen, wende man sieh unter Angabe ler bereits unternommene» Schritte aquneaea Verleg