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Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-09-02 · 118 (2.9.1921) · p. Seite 277

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
3 (1921)
Issue
118 (2.9.1921)
Date
1921-09-02
Page
Seite 277 (sequence 5)
Language
German
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| tsfr 1 n agc n treten. Die De^gation ist nach England flgfamf». nnr ihre Snaelwenheit der britischen Regierung mck der britischen Oeffamichkeit vorzulegen und die Gefahr der Durchführung dieser Deklaration zu beweisen. 22. Aug. (I. Korr.-B.) Im Zusammenhänge mit da» Empfange der arabisch-palästinensischen Delegation erfahrt der .Hewish Guardian" aus bester Quelle, daß Mr. Churchill fest entschlossen ist. die von ihm während seines letzten Palästina-Aufenthaltes aufgestellten Grundfitze der britischen Politik in Palästina weiter aufrecht zu erhalten. Etenso erfährt das genannte Blatt, daß das KnlouialmiListrriuL keine Absicht habe, von den durch Sir Herber Samuel in ferner Rede vom 3. Juli festgesetzten Richtlinien abzuweichen Jerusalem, 5. Aug. Der amerikanische „Misrach:" hat sich telegraphisch an die Oberrabbiner Kuk und Jakob Meir mit der Bitte r,kwandt, beim Zionistenkongreß zu erscheine a und die Erstattung der Reisekosten angeboren. Nach eingehender Erwägung beschloß das Oberrabbinat, den Antrag abzulchnen, da die durch die Reise bedingte längere Abwesenheit der Oberrabbiner von Erez Jisroel unter den gegenwärtigen Zeitumständen nicht verantwortet werden könne. Jerusalem. Tie arabische Zeitung „Liasan al Arab" teilt nach .Haarez" mit. daß 18 Kommunisten beiderlei Geschlechts, die während der Maiunruhen verhaftet worden waren, von der palästinensischen Regierung au^ewiesen wurden. Eie reisten mit der „Sizilia" nach Konstantinopel ab. Jerusalem. Hier wurde eine neue Eisfabrik gegründet. die täglich 3000 Kilogramm Kristalleis herstellt. Die Folge dieser 'Gründung ist eine Berbiligung des Eises von 25 auf 10 Piaster per Block (12 Kilogramm). Im Anschluß an diese Fabrik wurde eine Sodawasserfabrik gegründet, die täglich 22 000 Flaschen aussendet. Beide Fabrllen beschäftigen nur jüdische Arbeiter. 9* nuanr Misch« KllltrrSbeamttiischast vor? Ein Nachwort zum Allgemeinen deutschen Kantorenverbandstag in Düsseldorf. Bo» 3. Frr»de»th«l-Litckenwall>e. Tie Wahrheit des Psalmwortes (Pf. 8), daß die Jugend eine Rachtfülk darstellt, die imstande ist. Großes zu vollbringen, und „Feind und Rachgierige zu beschwichtigen", ist zu keiner Zeit so augenfällig in Erscheinung getreten wie in der Gegenwart, wo die jüdische Jugendbewegung zu einem gewaltigen Machtfaktor innerhalb des Hrdallums geworden ist, zu einem machtvollen Element des inner» Aufbaus und zu einer kraftstrotzenden Waffe in der Abwehr äußerer Angriffe. Zn den eifrigsten Förderern der jüdischen Jugendbewegung gehören die Kultusbeamten. Sie, die als Lehrer und Seelsorger in steter Fühlung mit der Jugend sich befinden. haben auch ein inniges Verstehen für das, was die jugendliche» Herzen bewegt und wissen, daß nur eine begetsterungsfahige Jugend uns die Erhaltung unseres Judentums vetzbürgl Es darf deshalb eine Gegenseitigkeit des Berstand- »Ges vmnusgesttzt werden, nämlich, daß auch in der jüdische» Jugend Interesse vorhanden ist für das, was sich gegenwärrtg innerhalb der Kultusbeamtenschaft vollzieht. Aas geht in -der jüdischen KultusbeamirnschHt vor? Eine vttoegung vollzieht sich in ihr, die rein äußerlich betrachtet» wähl ei» reales Gepräge hat, aber in Wittliö^eit itafffct Ilatur ist. tarn ste hat als letztes Ziel, ebenso wie Wf LDgalWewegmm. feie Erhaltung unseres Judentums auf 4« Fch«» geschrÄie». Deshalb — und Nicht allein zur Wahrung ihrer Existenz — erheben die Rabbiner, toten und Lehrer den Notschrei »ach einem »MschSftKch gesunden, freien, selbstbewußten Kultnsbeantten DM. Um diese für die Kultusbeamten wie für bas gesauste Judentum lebenswichtige Frage der Lösung näher zu bringen, hatte der .Allgemeine deutsche Kautorrnverdaud" bereits Pfingsten dieses Jahres für Nordderüsihlarch iyBerlin, für Süddeutschland in Würzburg getagt und melte sich zum drittenmal am 7. und 8. Arqust in darf. In den Räumen der Düssellwrf-Loge sich die aus ganz Deutschland herbeigeeitten Kollegen. _ herzlichste begrüßt wurden sie von dem Vorstand der gogen-Gemeinde Düsseldorf, dem Borfitzenden der Loge, den Delegierten des Rheinist^WestsalPhen Rabbinerverbands, Dr. Kober-Köln und De. Kbein-Düsseldorf und dem Vertreter des Vereins jüd. Lehrer Rheinlands und Westfalen. Lehrer Fröhlich-M.-G^dbach. Die Beratungen waren der Kardinalfiage gewidmet: Wie ist dem elend darniederliegenden KultuSdemuteuftaud zu helfen? Schon in Berlin und Würzbnrg stand jene Frage im Vordergrund der Erörterungen. Die dort gefaßten Beschlüsse sollen nun hier in der Stadt der Sanktionen ihre Sanktion erlangen. Die Referate, welche sich mit diesem Thema ^beschäftigten, gehalten von Bellack-Zittau und Gnttuwnn-PotSdam, ergaben ein trauriges, aber allzugetreues Spiegelbild von der Rot und dem Elend der jüdischen Kultusdeantten. Während der Industriearbeiter heute einen Wochenverdienst von 3—100 M. und mehr aufzuweisen hat, rmd die Gehälter her Staats- und Kommunalbeamten der Teuerung und Geldentwertung entsprechend neu gaegelt wurden, find bei den Kultusbeamten Monatsgehälter von 8 bis 400 M. gang und gäbe. Zahlt eine Gemeinde gar 1000 Mark, so glaubt sie das Glück ihres KultuSbeamten schon vollständig gemacht zu haben. Höhere Gehälter gehören in Klein- und MitKlgeweindeu zu den Ausnahmen. Da bei einem solchen Gehalt die Familie des Kultusbeamten buchstäblich hungern mußte, haben viele Kollegen ans der Rot eine „Tugend" gemacht', sich entweder eine eini Nebenbeschäftigung gesucht, die meistens nicht der des Amtes entspricht, oder das Amt gänzlich verlassen und sich geschäftlichen Berufen zngewendet. Aber, wie sagt doch Schiller! „Etwas fürchten, hoffen und sorgen muß der Mensch für den kommenden Morgen!" Gewiß! Der Kultusbeamtr, der über zu wenig „stochten, hoffen und sorgen" sich niemals zu bettaae» hatte, Wtik die wirtschaftliche Sorge als eine BegleiErscheinung der allgemeinen Teuerung hinnehmen, wenn sie nicht auch schon vor dem Kriege seine ständige Begleiterin gewesen wäre. hätte. Staat ent- und wenn er nicht die Tatsache vor und Kommune für ihre Beamten den , sprechend Fürsorge getroffen haben, während die Gemeinden in ihrer Mehrheit z» großzügigen das Elend ihrer Beamten zu beseitigen, fa nur zu sich nicht auffchwmgen konnten. Trotz alledem würde der Kultnsbeamte diese wirtschaftliche Sorge nicht so bitter empfinden, wen« er dicht noch unter einer andern Rot zu stutzen hätte, unter ßer Unsicherheit seiner AnfiMung. AufH^md von die gerade nicht von sozialem Empfinden manche Gemeinden das Recht zn beamten nach kurzer Frist zu schvert der Entlastung schwebt und' die Kultusbeamteufamil« kau» werden. Ja es gebärt nicht zu den Gemeindeleben, daß wegen faßt dienstvolle KultuÄuamte» selbst tätiSeit aus ihrer Stttbmofc»e f „ , lassen wurden. Aueiner solchen. Vs» «utfttBxnqen lung erklärt sth auch das der' Kultnrbmmlr nach «den zermen, habe», dem Das übersetneM

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