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Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-08-19 · 116 (19.8.1921) · p. Seite 260

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
3 (1921)
Issue
116 (19.8.1921)
Date
1921-08-19
Page
Seite 260 (sequence 4)
Language
German
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Sofia. Palästinensische Schulkinder, die das zwölfte Lebensjahr bereits überschritten haben, können auf Grund eine- Beschlusses der palästinensischen Schulvorstände zu leichten Weinbauarbeiten herangezogen werden. Die Lehrer weiten ihre Klassen geschlossen zur Arbeit führen und sich an der Arbeit beteiligen. Es werden jedoch nur Schüler zugelassen, die ein ärztliches Zeugnis und die schriftliche Einwilligung ihrer Eltern vorlegen können. Vorläufig find auf diese Weise 400 Schulkinder verpflichtet worden, die einen festen Lohn beziehen und einem besonderen Ausschüsse für Jugendhilfe unterstehen. Tie Arbeit ist zeitlich und räumlich so organisiert, daß sie den Unterricht in den Schulen in keiner Weise beeinträchtigt. Berlin. Wie aus Jerusalem gemeldet wird, har Tr. Eder namens der Zionist Commission folgendes Telegramm an den Emir ftmiul gesandt: „Ich habe die Ehre und das Vergnügen, Euerer Majestät im Namen der Zionistischen Kommission sowie persönlich die aufrichtigsten Glückwünsche zu Ihrer Proklamation zum König von Irak zu übermitteln Möge Ew. Majestät Herrschaft eine lange und friedliche sein." Ser XU. Ziooisieukollgreß In Karlsbad. { i Vom Büro des XII. Zionistenkongresses in Karlsbad j wird uns geschrieben: Ter aroße Kongreß der zionistischen Weltorganisation > der am 1. September in Karlsbad eröffnet wird, wirft bereits seine Scharren voraus. Es ist das zwölftemal seit dem ersten Zionistenkongresie 1897 in Basel, daß sich die Telegienen der Zionistischen Organisation aus allen Teilen der Welt zur Beratung ibrer Angelegenheiten versammeln, Aber welcher Unterschied besteht zwischen jener Baseler Versammlung und dem Kongreß in Karlsbad. Tamals ein Uei- | nes Häufchen glühender Idealisten, die auf den RufTheodor! Herzls nach Basel geeilt waren und dort die Zionistische Orga- » nisanon gründeten. Der nahm jenen Kongreß ernst? Tie ganze ofizielle jüdische Welt mit wenig Ausnahmen protestierte gegen die uiopistischen Träumereien weltftemder Idealisten, von denen sie alle möglichen unerfreulichen Konsequenzen für die poliische Stellung der Juden erwarteten. JwMschen ist die zionistische Organisation zu j einer der größten und ^rzweiatesten Organisationen der; Erde geworden und Hai — welcher Prophet war doch j Her;!! — sich die Anerkennung des Völkerbundes errun-! gen. Ter XII. Zionistenkongreß in Karlsbad ist der erste Kongreß nach dem Vertrag von San Remo, durch den England das Mandat über Palästina zuerteilt wurde mit der ausdrücklichen Verpflichtung, das Land so zu verwalten, daß dort die nationale Heimstätte für das jüdische Volk entsteht. — Ter bevorstehende Zionistenkongreß ruft in den weitesten Kreisen des jüdischen Volkes ein lautes Echo hervor. Nach den letzten Berichten kann man damit rechnen, daß mehr als eine Million Juden durch Bezahlung des „Schekels" das Wahlrecht zum Kongreß sich erworben haben. Aus allen Teilen der Erde werden Delegierte nach Karlsbad kommen. Man erwaret eine sehr große Telegation aus Amerika und mit besonderem Jneresse spricht man von der Delegation, die aus Sowjet-Rußland unterwegs ist und die nach letzten Nachrichten fast 70 Mann stark sein soll- Tie Zahl der Delegieiwn, die zum Karlsbader Kongreß kommen, dürfte 4—500 betragen.- Viele tausende Anmeldungen für Gastkarten liegen bereits vor und der große Theatersaal des „Schützenhaus" in Karlsbad reicht bei weitem nicht aus, um alle die Besucher aufzunehmen, die sich zum Kongreß nach Karlsbad begeben wollen. Eine Fülle von Veranstaltungen werden den Kongreß umrahmen. Ein großes Turnfestder jüdischen Turnerschoft ist vorgesehm. sowie ein Match zwischen den besten jüdischen Fußballmannschaften. Die Freie jüdische Bühne ans Wien wird voraussichtlich im der einige aus Wien totzb erneu großen Simphomeabend veranstalten, Lin Rosen, die beLmnteBibetteznatorin wird im Kurhause lesen, Martin Buber, wird einen Vortrag halten, eine große hebräische Veranstaltang ist geplant nsio. nfw. Die Behörden der tschechoslowakisch« Republik bringen dem Kongreß das größte Alterefle entgegen. Alle Gesandtschaften und Konsulate find angewiesen, den Kongreßbcsnchern bei der Paßerteilung in weitestem Maße entgegen zu kommen. Die Teilnehmer am Kongresse erhalten eine bedeutende Ermäßigung auf den tschechoslowakischen Eisenbahnen. Auch die östewichisch? und die deutsche Regierung haben Anordnungen getroffen, um den Reisenden zum Kongresse die Bisabesorgung möglichst zu erleichtern. Tie Presse der ganzen Wät hat für den Kongreß naturgemäß ein sehr lebhaftes Arteresie. Fast alle Großen Telegraph«- und Nachrichtenbüros, sowie die führenden großen Weltbläner haben ihre Berichtostatter zum Kongreß bereits, angemeldet. Die Kongreßleitung wird während des 5hm* gresies ein eigenes Taghlan, die .Lougreßzeitung" herausgeben, die jede» Tag einen ausführlichen Bericht über die Verhandlung des vorhergehenden Tages bringen werden und für die bereits jetzt eine außerordentliche Nachfrage in der ganzen Welt sich bemerkbar macht. So wird der Kongreß innerlich und äußerlich ein Merknuck der großen Entwicklung sein, die die zionistische Bewegung und damit das jüdische Volk in den letzten Jahren genommen hat. Vov Berg und Tal Elberfeld. Tie Generalveiiammlung des Jüd. Wohlfahrtsverbandes Elberfeld-Barmen har kürzlich stangefunden. Der Bericht, den die Vorsitzende Frau Samuel erstattete, läßr eine lebhafte Verbandsarbeit erkennen, die versuchte, alle Kräfte der Gemeinde im Dienste jüdischen Gemeinwohl zu einen. Dem Bericht entnehmen wir, daß die Arbeit unter dem besonderen Druck der Judennor unserer Tage stand. Das eingeleirete Palästinah i l f s w e r k konnte wobt als erstes in einer deutschen Sradr im Einvernehmen mir den Gemeinden und Organiiarionen aller Rührungen durchgeführt werden und ergab eine beträchtliche Summe. Anderen Einrichtungen im Reicb, die versuch«», jüdischer Not zu begegnen, wurden gleichfalls durch den Vohlfahrrsverband Mittel zugeführt. Die Flüchtlingsuot kam durch lebhafK Nachfrage junger Männer um Arbeit zum Ausdruck. Eine geregelte Arbeiterfürsorge wurde für ostjüdische Arbeiter eingerich«t, die in Elbafeld oder Barmen ansäjsig find und dorr arbeiten. Durch die Kommission Arbeitsnachweis und' Berufsberatung wurden 24 männliche und 13 weibliche Personen untergebmchr. Berufsberatung in 20 Fällen ausgeübt. Ein Vortrag des Tirekrors der Elberfelder Kunstgewerbeschule Schutz an einem Eltern-undSchülerabend über Kunstgewerbe und Handwerk gehalten, brach« noch in späteren Aussprachen einigen jungen Menschen Klarheit über ihren zukünftigen Baus. Der Vortrag über den „Stand der Osijudeuftage" in Deutschland von Dr. Walter Preuß weckte übhaftes Interesse für die Arbeitsämter in den rheinisch-westfalisch« Provinz«. Fürsorgefälle werden von mm an seitens der Stadt. Landeshauptmann und HebaMmeulehrantznlt dem Wohlstchrtsverband gemeldet und von da ans an die Borsitzeud« der Fürsoryekommiffion« bezv. Fürsorgerin»« veiteryeleitet. Außer namhaft« Geldspenden wurd« im Berichtsftchr dem Wohlfahrtsverband verschiedentlich auch Sachspenden überwiesen, die d« verschied«« Organisation« zugeführt wurd« Der Jngendverein überwies aus dem Erlös des Chauufiqeftes 2000 M. für Jugendfürforgezwecke. Aus dies« Mitteln ist für d« Winter die Errichtung einer Nähuud Flickstube beschloss« und die Ausführung dem Jüd .

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