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Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-08-05 · 114 (5.8.1921) · p. [Seite]

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
3 (1921)
Issue
114 (5.8.1921)
Date
1921-08-05
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Erscheint jede» Keeit»r Be-»ßSpretH 3.— M. «««»11. Z« te-iehe« d«rch simtliche P»stt»trr «der d»rch de» V«te»verl»t i» v«»o. VOI^I RHEIN Jüdisches Volksblatt L — K.firM»kr« Gesp. Petit^lle. Die G»«-e Seit» «»f«Gt 360 Aeüe». Bstzorrlof v«», Sita Sr. 74747. Herauögegeben von Rabbiner vr. Emil Eohv, Bonn. Büro: Brütergaffe 52. / SeschefftBAIe (Mi: Mavnnvswall 52 Tel. B 996«. $mmmn 114 Kokn, 5. August 1921. — 1 Ab 5681 3. ILtzr-L»-. Kölner Hilfswerl für die Ukraine 5. Ausweis. 1000 M.: Gottfried Rüden, Köln-Rodenkirchen; durch Herrn Rabbiner.Dr. Rosenchal: Sammlung des Herrn Herz Hamm in Neuenahr. 500 M.: Grünebaum, Köln- Braunsfeld, Meyer Wachmann, Albert Schwarz, Wilhelm Döblin, Köln. 300 M.: Albert Mayer, Salm Wchl, Mar Wihl, Benno Joseph, Max Juda, Rud. Mayer, Martin Philipp, Josef Geismar, Köln. 250 M.: Alfted Ifay, Rodenkirchen. 200 M.: Siegfried Heydt, R. N., Moritz Goldefttn, R. N., Paul Meyers Köln. 100 M.: N. N., Geheimrat Dr. med. B. Auerbach, N. N., N. N., Köln. 50 M.: I. Gottfchalk, N. N., N. N., N. N., Frankenberg, Jakob (2. Rate), Baumeister Münchhausen, N. N., N. N., Köln. 30 M.: N. N., Jakob. 20 M.: G. Meyer, Alter, Siegm. Meyer, N. N., S. Heydt, Köln. 15 M.: Menkel, Köln. 10 M.: Falk, Alb. Meyer, Köln. 5 M.: N. N., S. David, Köln. » Düsseldorf. Max Moser 100 M. Hamm a. d. Sieg. Jüdischer Iugendbund 50 M. Weitere Spenden'bitten wir herzlich zu senden an Postscheckkonto Köln 60 570, Dr. Carlebach. Die religiöse Krisis 200000 .o,o.p,o_o.o.o.o. Auf der Kasseler Iugendtagung am 15. und 16. Rai ds. Os. stand die religiöse Frage zur Debatte, die durch ein Referat von Dr. Gustav Löffler eingeleilet wurde, und in deren Laufe ich die folgende DiskuMonsrede hielt, die ich hier aus dem unter dem Titel „Jüdische Jugend" erschienenen stenographischen Protokoll der Tagung abdrucke. Ich liest die ursprüngliche Absicht, di« Rede fir den „Boten" umzuarbeiten, fallen, weil ich erkannte, daß - die Frische des Augenblicks, der sie eingab, dabei verloren gehen würde. Meine verehtten Freunde! Es ist mit einer gewissen Befangenheit, daß ich vor Sie hinttete, tue ich es doch, nachdem ich jahrelang nicht Ihrem Kreis angehört habe, also gewissermaßen als ein Außenstehender. Und dazu noch, ich muß das hier sagen, als ein Mann, der jetzt vierzig Jahre alt ist. Ich trete unter Sie, unter die jüdische Jugend hin, obwohl ich weiß, was Männer von vierzig Jahren heute bei der jüdischen Jugend, wie bei der Jugend 'überhaupt ,im allgemeinen gelten. Ja, die Befangenheit , ist um so größer, als ich diese vierzig Jahre bestätige. Ich bestättge diese Phase meines-Lebens als die in meinem Auge beste Phase des männlichen Alters. Ich glaube, daß der Mann von vierzig Jahren berufener ist als irgend einer. . Aber darin, liegt auch wieder der Mut, der mir gegeben ist, zu Ihnen zu sprechen, well ich gerade aus diesem Grunde auch Verständnis, volles Verständnis habe für die Mensche» einer anderen jüngeren LcdenSphase, aus denen ein leidenschaftlich bewegtes Herz spricht, und daher auch die wundervolle Stimmung voll zu empfinden weiß, in der z. D. mein Herr Vorredner zu seinen Freunden geredet hat. Ja, wenn ich es doppelt und dressach für notwendig gehallen habe, der Aufforderung zu folgen, hier meine Meinung über die religiöse Frage zu sagen, so geschieht es deshalb, weil ich stark und voll dem Tone gelauscht bade, der von hier aus hinausgeklungen ist in die deuffche Iuderchen. Ich habe jederzeit sehr lebhaft aufgehorcht. wenn ich in Ihren Mitteilungen las, was I^ne» Ihr Führer Gustav Löffler zu sagen hatte, und habe mir rieies davon zu eigen gemacht. Aus all diesen Gründen ist es mir schließlich beinahe eine Pflicht, mich mit meinen vierzig Jahre» einmal vor Ihnen auszusprechen, denn das ist der Zweck der wenigen Worte, die ich an Sie richte» will. Ich wlll mich aussprechen. Ich glaube, aus meiner Seite dröhnender den Erzklang der Zeit an Herz und Gemüt verspürt zu haben, als die meisten anderen. Indem ich mich aber aus^reche, habe ich nur ein Werk zu verrichten, das mir selber gilt und vielleicht noch einigen, vielleicht nur noch einem einzigen unter Ihnen. Wenn dieser eine einzige dann zu sich selber sagt: „Das bist Du, was Du hier hörst", bann wül ich zufrieden fein. — Meine verehrten Freunde, wenn wir hineinblicken in die gegenwärtige Zeit und de» Sinn dieser Zeit zu ersafleu suchen, und wenn wir in das gegenwärtige Judentum hineinblicken und den Sinn dieses Judentums zu erfassen suchen, so mache» wir eine Bemmkung. und der hastige Tag und die bisherige» Reden haben es bewiesen: Ich kann diese Zett nicht degreisen, ich kann diese Menschen der Zett, ich kann de» junge» Juden «it seinem leidenschaftlichen Ringen nicht begrasen, wenn ich chn nicht erfassen darf als den Gegenstand, das Obfett und das Subjett einer sehr tief gehenden Krisis. Dir alle lebe» in einer Krisis, und die ganze Zeit, in der wir leben, H nichts als eine Krisis. Es ist die Dende der Zeit, in der wir mitten drin stehen, und der Geschichtsschreiber des Jahres 1350 wird diese Zett nicht anders schildern können, als die Zeit, da das 19. Jahrhundert gu dämmern begann.^ Dir alle, selbst die jüngsten vntermv^ sind noch Sinder dieses 19. Jahrhunderts, das zeichnet P durch die Worte Rationalismus und RWökwffsenschast. Dir find hindurchgegangen eben durch dies Z^atter. Und indem mir zurüchfehen auf die erste HSPe des 19, und die letzte HMr des 18. Jahrhunderts, sehen wir, wie dort die Vernunft geherrscht hat, wie in «0m echsschen und religiösen Frage» nur die Bamnnst befragt wuGe. Der vernünftig handelte, der handelte gut, dem Bkinnnstm^Wn glaubte, glaubte an Gott, dieser Zeit des Raüonaösmus wuchs MÜte des das Zeitalter der RoturwHenschaVrn hesmit seiner gemecktigk, Entwickelnng der Technll nnd » an die TechaS: Dampf, Aettrizitat, Aats, Flagzeng «ad »er »rifc, wohin »och weiter? Wer, Wwne verehrte» Freunde, diche Zttt P heute am Dammern^ an bä €Me des 1lat»i»m>gs Denn Sie den

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