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Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-07-29 · 113 (29.7.1921) · p. Seite 234

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
3 (1921)
Issue
113 (29.7.1921)
Date
1921-07-29
Page
Seite 234 (sequence 2)
Language
German
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das zertrümmerte Frankreich aus der Erschütterung der Revolution, indem er in seiner Person die große Synthese zwischen dem alten und neuen Frankreich vollzog, so war in unserer eigenen Geschichte Esra der eiserne und klarsichtige Mann, der die Synthese zwischen Babylon und Judäa vollbrachte und dadurch der Retter unseres Volke» wurde. Und so wartet schließlich auch unsere Zeit, diese Zeit unserer Prüfung und Erhebungen des erlösenden Wortes aus dem Kampf und Hader der Parteien. Eins weiß ich: Es wird ein Wort Gottes sein, das uns befreit. Denen wollen wir harren! E m i l C o h n. | Wochenschau | | Tatsachen und Ergebnisse | OOOOOOOOOOOOOOOOOOO0OOOOOOOOOOOOOOOO0OOO Deutschland. Berlin. Der Hilfsverein der Deutschen Juden, Berlin, Steglitzerstr. 12, ist bereit, ostsüdischen Flüchtlingen in Deutschland die Verbindung mit ihren Verwandten in Amerika zu Dennirtcfn. Sollten Flüchtlinge, nachdem sie von ihren Verwandten in Amerika die nötige Unterstützung erhalten haben, Deutschland verlosten wollen, so wird ihnen der Hilfsverein zur Erlangung der zur Ausreise nötigen Papiere behilflich sein. Berlin. In der Angelegenheit der Ablehnung der Lehrerfordeiungen auf dem 1 5. Gemeindelage sowie der vom Deutsch-Jsr. Gemeindebund eingesetzten Kommission „zur Prüfung der Lage der jüd. Lehrer" har der Vorstand des Lehrerverbandes folgende Entschließung angenommen: „Der Vorstand des Lehrerverbandes spricht seinen Delegierten auf dem 15. Gemeinderage Dank und Anerkennung für die mannhafte Vertretung der Lehierforderungen aus und bedauert zugleich, daß der Gemeindetag die wichtigste Forderung, „die Ansvellungs- und Besoldungsverhäliniste der Lehrer durch Bundesbeschluß zu regeln", abgelehnt hat. Er.kann in der seitens des Gemeindebundes eingeleiteten Notstandsaktion keinen Ersatz für das der Lehrerschaft vorenthaltene Recht, sondern allenfalls einen Versuch erblicken, das auf dem Genreindetage an ihr begangene Unrecht einigermaßen gurzumachen. Der Vorstand vertritt die Austastung, daß der Forrlesrand des Lehrerstandes und mit ihm der Fortbestand der jüdischen Gemeinden davon abhängt, daß an die Stelle der bisherigen Willkür in der Anstellung und Besoldung der Lehrer Gesetz und Recht tritt und spricht die ganz bestimmte Erwartung aus, daß die Leitung des D.-J. G.-B. alles daran setzen wird, eine gesetzliche Regelung der Anstellung und Besoldung, die Anschauungen und wirtschaftlichen - Verhältnissen der Zeit entschrickr, herbeizuführen. Unter dieser Voraussetzung ist der Berbandsvorstand bereits an der Gesamtorganisation des deutschen Judentums mitzuarbeiten und auch auf seine Mitglieder in gleichem Sinne einzuwirken." Berlin. Im „Zkieuwe Rotterdamsche Courant" erschien kürzlich ein angebliches Interview mit Prof. Einstein, in welchem dem Gelehrten unfreundliche Aeußerrmgen über Amerika und die Amerikaner in den Mund gelegt wurden. Dazu äußert sich Prof. Einstein dahingehend, dich er es außerordentlich bedauere, daß nicht schon die Nnglaubwürdigbeit dieser Aeuherungen ihre weitere Verbreitung verhirchert htche. „Meine Bemühungen um die lleberbrückung der Gegensätze zugunsten aller Völker", beoutr Prof. Einstein, „werben durch diese mir in den Mund gelegten, von mir aber niemals getanen Aeuherungen bedauerlicherweise fartrflfHrtt. Der widerspricht meinen amerikanische» EWuiikm «b'ir fahrungen so schroff, dich es «ir «>erf»diich bleibt, wie man meine Worte in d^ser Weise m ihr Gegarteil Verkehren komuc. Ich lege größten Wert darauf, daß meine Richtigstellung zur Kenntnis aller memer amerikanischen Freunde gelangt, die mir bei meinem Aufenthalt so döttlich gezeigr haben, daß mein Optimismus in der Frage der Völkerversöhnung gerade in Amerika so starkes Echo fiedet." Berlin. Profestor Di. Warburg, der Herausgeber der vom Deutschen Kolonialwirrschofrlichen Arstinu finanzierten Zeistchrift „Der Dropenpflanzer", wird in nächster Zeit nach Palästina übersiedeln, um die Leitung der lm^- wirtschaftlichen Beisuchsstation zu übernehmen. Der bekannte Botaniker war früher Präsident der Zionistischen Weltorganisation. (Ziko.) > Prag. Die tschechische Regierung und der englische Gesandte Sir Clark veranstalteten im Prager Luzernasaal einen feierlichen Empfang zu Ehren des Zionistischen Ak-! tionskomirees. Für die tschechische Regierung war Lcga-! rionsrar Jan Masaryk, als Vertreter Englands der Gej sandte Sir Clark erschienen. Das Aktionskomitee selbst war mir Ausnahme von Profestor Weizmann, der zu einer Kou-! rerenz mir Lloyd George nach London abgerrist ist^voll-! ständig anwesend. Nach mehreren Ansprachen ergrips Sir! Clark das Worr. Er hob hervor, daß er ein aufrichtiger j Freund der zionistischen Bewegung sei und sie genau kenne, da er unter Balsour diplomatisch gearbeitet habe. Ei« Bewegung. mein re er. die von Männern wie Masaryk und Benesch unterstützt und von Männern wie Weizmann und Sokolow geführt werde, könne man nicht hoch genug | schätzen. (Ziko.) London. (I. C. B.) Unmittelbar vor dem aüwelr- - lilichen Zionisteukongrrß werden in Karlsbad Konferenzen der internationalen zionistischen Frauenorganisation und des Jüdischen Narioaalfonds stcttfinden. Tie Welrkonftrenz des Narionalstmds wird am 28. Jugust eröffnet werden. Außer den Mitgliedern des Zemralbüros in Haag und den palästinensischen Vertretern find auch die Äiter der 30 größten Sa mmel stellen der Welt, sowie einige Erperren zur F.-Tagung eiugeladen worden. Warschau. (Jüd. Korr.-Bur.) Die neue Welle von schweren Ausschrriruagen gegen Juden, ergießt sich täglich über viele Städre und Flecken der polnischen Republik. Raub und lebensgefährliche UeberfälK find nritbnr an der Tagesordnung. An Bahnhof von Beickzin spielten sich schwere ^zeste ab, besonders als die jüdischen Mitreisenden den Czenstochauer Rabbiner Spiro vor dar HutiganS, die an ihm im Barrschaeiden Hebungen machten, zu schützen versuchten. Auf der Nahlinie Ziemrkowice—Krakau wurden jüdische Reisende aus dem Schnellzug hinausgeworsen. wobei den Männern früher die Bärte angeschnitten und den Frauen die Perrücken vom Kopf gerstsen wurden. Ir Piorrkow und Czenstochan haben die demobilisierten Schlonsaki besonders arg gehaust. Drei Juden wurden schwer verletzt. Sonnabend wurde die Czenstochauer ^pragoge überfallen; die Banditen zerbrachen Einfriedigungen und Zärwe und schlugen fürchterlich auf die vorbeigchenden Juden los. Da das Eindringen in die St^agoge ih«n verwehrt werden konnte, rächten pe sich an den SynnGUenwänden und Fachern dmch tierische Besudelung. Ihr Kielce, wo eü^Anfstand der Polenschlefier ansbrach, drangen die Aufständischen in die Stadt ein und richteten mir Messern und Eisenstöben ein Bkübad an. Nenn Inden wurden schwer verwmrdet. Wnchchn» lieber die neuerlichen S&cfit gegen jüdische Passagiere in Polen, welche in der gesamte» Oefsentlrchlttt

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