Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 112 (22.7.1921)
- Date
- 1921-07-22
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Erscheint setze» grrtitef. Be-»gS Preis 3.— M. ««»»11. Z,tze-ietze» tz»rch sämtliche P,fti»tter etzer tz»rch tze» V«te»»erl»> i» v»»». VO^l RHEIN Jüdisches Yolksblatt A»-eiGe»preis: L.— M.f»rtzie»terirff Petttretle. Die §«m-e Seile »mf«Gt 360 Zeile». P,stscheFk»»to v»te»»eri«i S»m», Eil» Nr.74747. Herausgegeben von Rabbiner vr. Emil Loh«, Bonn. Büro: Brüdergaffe 52. / Geschäftsstelle ftttn: Maurtttuswak S2. Tel. b SSSS. |nwt 112 Aötn. SS. JuN ISSl. — 16 Hlamus V681 3. Zicht-o»-. Kötner HÜfswerk für die Ukraine Vom Kölner Hilfskomitee für die unglücklichen Juden der Ukraine, in dem die beiden Gemeinden, sowie alle namhaften jüdisch-sozialen Institutionen Kölns zusammengeschlossen sind, wird uns geschrieben: Unsere Sammeltätigkeit hat auf Grund des erschütternden Aufrufs für die ungezählten Tausende jüdischer Progrom-Waisenkinder der Ukraine eingesetzt und bereits, gemesien am Umfang der bisherigen Sammlung, einen nicht unbefriedigenden Erfolg erzielt. Inzwischen ist ein zweiter Aufruf erschienen, ausgehend von den großen jüdischen Hilfsorganisationen Deutschlands: Hilfsverein der Deutschen Juden, Großloge für Deutschland, Hilfskomitee für die notleidenden osteuropäischen Juden, Zentrale der Jüdischen Welthilfsorganiastion. Dieser zweite Aufruf weist, neben dem entsetzlichen Kinderelend, auf den ganzen Umfang der Tragödie hin, die die Judenschaft der Ukraine betroffen hat, auf die Tausende von Erwachsenen, die vergeblich zur Rettung des nackten Lebens gegen die gesperrten westlichen Grenzen anstürmen, auf die Kranken und Siechen im Lande, die elend zu Grunde gehen, wenn nicht schnelle Hilfe eintritt. — Das Kölner Komitee hat in einer erneuten Besprechung den selbstverständlichen Entschluß gefaßt, seine Sammlung im Hinblick auf diese Erweiterung des gewaltigen Hilfswerks fortzusetzen und dementsprechend bie eingehenden Gelder ihrer Bestimmung zuzüführen. — Es richtet sich, in Vertretung der jüdischen Oeffentlichkeit in unserem Vaterlande, an die gesamte jüdische Bevölkerung Kölns und der Rheinlande mit der herzlichen und dringenden Bitte: Gebt rasch und reichlich! Gedenkt euerer unglücklichen Glaubensbrüder und -Schwestern! (Gedenkt ihrer hilflosen Kinder! Die beiden Gemeinden (Roonstraße 50 und St. Apernstr. 27/29), die Rheinlandlogc (Cäcilienstraße 14*18) und die isr. Wohlfahrtszentrale (Glockengüsse 5/7) sind bereit, gütige Spenden in Empfang zu nehmen. Ebenso der „Jüdische '^Bote", Postscheckkonto Köln, Votenverlag Bonn, Dr. Emil Eohn, der an dieser Stelle die eingesandten Beträge aus- - weisen wird. * . 2. Ausweis. 2000 M.: Bernstein u. Wolfsohn, Köln.' 1500 M.: Firma Max Bar, Köln. 500 M.: Julius Steiaberger, Moritz Cohen, Friedrich u. Co. 350 M.: N. N. 300 M.: Schloß, A. Auerbach, Frau Hermann Kalt, Köln. 275 M.: N. N., Köln. 200 M.: Gebrüder Guttmann, S. Ichen- Häuser, Köln. 100 M.: 3. Bier-Weill, Jak. Seligmann, Fr. Wolfing, Hellmann, Neuburger, Katzenstein, S. Werlheim, A. Rubensohn, S. Adler, N. N., Köln, Max Goldreich, Beuel. 50 M.: Frl. Rose, N. N., Sinn, Leo Cohen, 3oel Nathan, B. Werlheim, Hugo Levy, N. N., Cassel, Köln. 40 M.: A. Alexander, Köly. 30 M.: N. N., N. N., Kaufmann. 38 M.: N. N., Köln. 25 M.: D. Schöneberg, Guttmann, David Glaß, Köln. 15 M.: N. N. 10 M.: Leopold Pesfel, Leo Rothschild, Ferber, N. N., N. N. 5 M.: Löwendahl, Hammerschlag, N. N., Münch, Scherer, Michels, Fr. Hedwig Wolfs, Fr. M. Salm. 3. Ausweis. 1000 M.: Louis Gottt'ebalk u. Co., Köln. 500 M.: I Dr. A. Maaß, Aron Bar, M. Meyer u. Co., K. von Hol-! land, L. G. Kaufmann, H. Simon, Lederwerke, Gradmann, Karl Frank, B. Marx. 400 M.: Otto Jonas u. Co., Köln. 300 M.: Alfred Mann, A. M. Joseph, Ernst Treidel, Gebrüder Grünebaum, Leo Kirch, G. Fromm, Simon Frank, Josef Bacharach, Köln. 250 M.: Nathan Röttgen, Köln, Otto Baermann, S. Katz, Krefeld. 150 M.: Firma Leo Simon, Freudenthal u. Co., M. Bühler, Siegen, Rosenzweig, Köln. 100 M.: Firma Mor. Loeb, Andernach, Salo Meyer, Düsseldorf, Herm. Bruch, Zülpich, N., N., 3ac. Franken, N. N., M. Schwarz, Köln. 50 M.: N. N., Köln, Fritz Besen, Düsseldorf. 30 M.: Monasch, Dickmann, Köln. 2 0M.: Tobar, Köln. Weitere Spenden bitten wir herzlichst zu senden an Postscheckkonto Köln 60 570, Dr. Carlebach. Die Reste vom Tisch OOOOO KbTo] oWoWoWoWoWoToWoWoWoToWoVooo cTow o o o ■ Sie glauben nicht an Gott, sie glauben an die Natur,! oder, wie sie auch sagen, an die schone „Gottesnatur", an! das beseelte All. Nimmt man nur so das Wort, so mag das! Wort schon seinen gefühlvollen Klang haben und der Gret-! chenspruch gelten: „Ungefähr so sagt es der Pastor auch, — nur mit ein bischen anderen Worten." Aber auf das Gefühl allein kommt es bei diesen Dingen nicht an, sondern darauf, ob sich aus Natur und Weltall das Gesetz des Guten ableiten läßt. Wie läßt sich das Wort: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich-selbst!" aus der Zelle herleiten? Sind unsere Mikroskope noch so weit zu verbessern, daß man durch Linse und Okular schließlich noch einmal mitten im Eiweißpüncktchen die Runenschrift „Sei gut!" erblicken'wird? Ja oder nein? An dem Nein zerschellt der Wert dieser ganzen an der Natur orientierten Betrachtungsweise. Und. wir sagen: Nein und nochmals nein! Auf dem Grunde der Naturwissenschaften läßt sich ein Sittengesetz nicht erriHen. Da sagen sie denn: Was Sittengesttz? Unsinn) gibt gar kein Sittengesetz, und was wir Sittlichkeit nennen, ist nur das verbrämte Gesetz, das der Starke dem Schwachen auf Erden diktiert. Nur Gewalt herrscht auf Erben. Der Begriff „gut" ist ein Unsinn, ebenso' wie der Begriff „schlecht",' beides nur Erfindungen frommer Betrüger, sonst nichts. Stur einen Stoff gibts, die N a t ur, nur e i n Gesetz und eine Form, die Vernunft. Wir antwotten: Gut! Der Maßstab der Vermwft, der die Dinge nach der Frage „wahr oder falsch" toettär tnof