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Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-07-15 · 111 (15.7.1921) · p. [Seite]

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
3 (1921)
Issue
111 (15.7.1921)
Date
1921-07-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ffiftiiml jetzo greife#. 8 tz-»i»3.-M.«o-rL. ämU feuch sdoüche f»M«lrT tz»rch tzo Moatoi ia VOM RHEIN Jödisehee Volksblatt - ■B& oQinp^ ■■■ UBfafiOfOäcifo. fiff^fbiti *■»■»110 Ppb, Uh ga.74747. Hoaos-egrbo voa Jtabbiaa Dr. Köln. 15. Ink 10«. — 9 fkmm» 5681 6|>ciiwttfflig<wg 3*Iin$ Heß, Bonn: 50 M. Kölner Xurcbi3xint<Tfr= H<rf; 50 M. Ukrainer Waisen; 50 M. Palärmmwerk. 3fr den letzrm Wochen har inan in den rheinischen Landen ganz besonders viel von der Anrhropoiophie („Geisteslehre vom Menschen") gehörr. Es scheint. daß diese Ähre des Dt Rudolf S reiner. der sich in Toi nach bei Basel einen richtigen Tempel und eine Weisheirsichule da^ gesünder har, d!xh irgendwie zu den Gemürern spricht. In den allerletzten Tagen konnre man bei uns alleis zsei Veranstaltungen. einer monistischen und einer evangelische», beiwohnen, die diese Lehre jum Gegenstände harren. Be inerkeuswcr dabei war. daß von beiden Lagern aus jene Znmr-aber-rede der Halbheit gehalten wuäe und man schließlich nicht wußte, ob die Reden für oder «gen die Anthroposophie geeichter waren, Ferner wurde vnstcheri. daß die Anthroposophie selbst in theologischen Lreiien vielen Anklaag finde. Was ist es nun um diese Anthroposophie und ihren scheinbar wachsenden Anhang in allen Lager»? Es fass hier nicht davon die Rede sein, eine aus^httiche Durstetlang der anthroposophischen Lehre zu gebe». J£md aber n.llß man wissen: 2\t ist geschichtlich aus bei cheosopchnche» Lehre hervorgegangen ldurch den Ausrrin Steiners ans der theosophrschen Gesellschaft im Jahre 1913). Tie u»rencheider eine Geheimlehre, an deren Spitze die Lehre von den „Grundteilen" des Menschen (Körper. Seele. Geist) mit ihren je drei Unteneilen steht, und die bchensckr wird durch den Gedanken eines menschliche» ALsstiegs aus der physischen Belt in die reine Geistrswelr. Und prar voll zieht sich dieser kosmische Ausstieg durch ei« Wirderver körperung nach dem Tode, unchei bestönmre Regio«» (7) zu durchwandern find. Diese Erkuüuuis entstamm» der Kraft des sog. Hellsehens, durch die nmh der komische Lebensprozeß zu erkennen ist. Dabei Dielt wieder das Christusmysterinm eine bedeutende Rolle. Bo« der Gehei mlehre scheidet fich die Gei steswissenfchaft. i» t«en Mittelpunkt die Lehre vom ..Geistesamge", de« hellseherischen Organ steht, vermittels beste« st«S höhere Wissen des Eingewechren als Visse» (mchr wa als Glauben) verbürgt ist. Es ist nur folgerichtig. d»ß sich o« Geheimlehre und Geisteswrsteuschaft Schulung anschließt, in der der ga über verschiede» Stufen z»r endliche» Weihe gelangt. Diese auf zwanzig lang darf nun nstht te» A ammhernd ausreichercke DarstellnnU $h fefioL Ihr Sani I - I genügr aber, um die staunende Frage aufzuwerfen: Wie ist cmöglich..daß eine solche Lehre die Ganüter dieser Zeit packen oder auch nur zu verwirren versteht? Und vor allem, wie ist es möglich, daß theologische, also Pofiiir religiöse Gemüter fich ihr unterwerfen können, wie es coch der Fall sein soll? Die erste Frage können wir noch beantworten, well in Vierer Zerr des Umsturzes aller Werre schließlich nichts unmöglich ist. Und weil in der Tat an der Anchroposophie ciwas ist. was unserer arg zerzausten Zeit entgegenkommt: Das ist ihr Synkretismus, worunter man eine Zu- ^mmenwürfelung und Verschmelzung verschiedenster Elememe zu verstehen har: <20 har man chren kosmischen Aufstieg als „ins lleberfinnliche gesteigerten Darwinismus"^) bezeichnet, in der von ihr gelehrtzen Vergottung der Welt liegen pantheiftische (gottweltliche) Eleurenre. die bewußte Pflege der Versenkung in sich selbst srammi mir vielen anderen noch aus dem indischen Buddhismus. ihr Heüseherrum hat in den Lehren der Magie und ^^ystik ihre Quellen, und daß fich die Anthroposophie iLließlich als ein Wissen gibt und nicht als ein Glauben, und der Dnckkraft die höchstdurchdringende Macht verleiht, läßt fie als den letzten Schluß eines konsequent durchgembrren Rationalismus (Bermmstlehre) erscheinen. All«n aber ist der mystische Mantel des Christentums umgehängt. Daß eine Zeit wie die unsere, an der alles fragwürdig geworden ist. und die von den Tischvesten des RatnmaW- MUS und Materialismus, des Darwinismus und Individualismus. des Christentums und der MyM, kurz von den Tifchresten aller Geistesmahlzeilen des im Kriege znsalltm ungebrochenen Jahrhunderts lebt, auf eine so gestaltete Welt- und Menschenlehre hereinfaüen muß, ist klar. Die Anthroposophie. ganz unabhängig von der Ueberzeugtmg chrer Schüler und Archänger, ist und bleibt ein geistiger Mischmasch und ist dasselbe, was auf dem GeÄete der Sprache — wieder ganz unabhängig von der Bedeutung für seine Anhänger — das Esperanto ist. Ja, eS ist d^s Efperauw der Welt- und Lebensauschaunogen, was uir hier vor uns haben, jeder findet da „sei» Sprache" wieder, der Christ sein Mysterium, der Buddhist sei« Berü'nkwg und Wiedergeburt, der Monist störe GottrSaatur, der Vernünftler sein Denken, daß aber der menschlichen Denkkraft die höchste Stelle emgerüumt ist.^ beweist. daß wir es mir einem ausS äußerste «steigerten Uebermälscheniu» zu tu» und mehr an Nietzstye als cm etwas anderes zu hrvftx haben. Hier aber find vkr bei dem Punkte, der uns unbegreiflich erstheött: Wie ist es möglich, daß «ligiöst Machhen oder ger Theologen, wie eS heißtdieser sttt^m zusammengeflüöen Lehre verfallen, die von alstm eMmill hat «fr dennoch todJnfrr» ist von alstr Religio«, »eil ihr das Westnt- Uchste fehlt: — die Ueberlieferung. «r»h hier die Aeh«üchllat mir dem Espematv, das als Welthilfssprache n Xonoca, Uerstjstr «*§ ia kn <r l «. kie übet «nt- M 9bu&tu

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