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Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-06-24 · 108 (24.6.1921) · p. [Seite]

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
3 (1921)
Issue
108 (24.6.1921)
Date
1921-06-24
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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JÜDISCHER BOTE Erschei-t jetzeü Kreita-. Be-»ßS »reis 3.- M Z» dezietze» d»rch stsuliche P,ftt»trr »der tz»rch7 dc» B»te«»rrlas v«»». VOM RHEIN Jüdisches Yolksblatt »« reise»», riS: L — K.firbktiet Des». Petttreile. Di« pxj( Seite «»seht 360 Zeile», 8«tat»er(*§ v»»» ELI» Kr. 74747. Herausgegeben von Rabbiner Dt. Krnil KoHn, Bonn. Bchriftleitnng und Geschäftsstelle: Bonn, Brüdergaffe 52. Krmmn 108 j Worrn. 24. Juni 1921. — 18 Siwcrn 5881 3. JahrgLLg. An unsere Leser! Der „jüdische Bote Tom Rbein" »ritt mit Nr. iü9 bas dritte Dicrüljafcr seines ö. Jahrganges an. Mir richten an unsere Leser, welche das Blatt durch die j)ott oder den Buebbaude! beziehen, die Bitte, die Bestellung für das dritte Bierteljabr schnellstens, falls noch nicht gescheben, zu erneuern, damit die Zusendung des Blattes keine Unterbrechung erleidet. Diejenigen Bezieher, welche die Zeittmg direkt pcn uns erhalten, bekommen dieselbe ohne besondere Erneuerung fortlaufend zugesaudt. IDir bitten unsere Leser bestichst, den Betrag ron Mk. 9.— für das nächste Quartal umge!>end auf unser fostscheekkonto Köln Nr. 74 747, Botenoerlag Bonn, zu überweisen. Nach Ablauf eines Monats werden wir uns erlauben, die noch nicht eingezablten Abonnementsgelder durch Nachnahme zu erbeben. Infolge vielfacher an uns ergangener Anfragen, .und um den Müm'chen der meisten unserer geehrten Bezieher zu entsprechen, erklären wir uns gern bereit, der Einfachheit und der forto Ersparnis wegen Abonnements betrage auch für mehrere Vierteljahre auf einmal im voraus entgegenzunehmen. Oie Expedition. Kölner Nurchwauderer-Hilfswerk Ausweis 7>. Gerolstein. Simon Baum ö0 Bl. Insgesamt eingegangen 3607 Mark. DasOstjuöen-Hilfswerk in Deutschland Das jüdische Arvcitermriorgcarr:: baue zum 6. Juni die Vorstände und Vertreter aller großen jüdischen Organ: sationen Deutschlands zu einer Beratung imck Berlin e:ngeladen, um die ^ragc de- Ostjuden-Hilfswcrkes in Deulicvland zu erörtern. In der Versammlung waren u. a. vertreten : die Großloge ll. £. B. B.. die fünf Berliner Logen U. O. B. B.. die Zen:ralwob.lsahrtsstelle der deutschen Juden, der Zemralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, der Hilfsverein der deutschen Juden, der Verband der Oftjuden. die Zionisliiche Vereinigung für Deusich,- land, die Agudas Iisroel. wwie der Vorstand und die Repräsentauten-Ver'ammlung der Berliner südlichen f '*emetnde. Dr. Paul ^tarfnin, der das.Referat des Abends übernommen haue, schilderte in ausführlichen Tarlegungen Die politischen Probleme, die mir der Einwanderung der Oftjuden nach Deutschland und ihrer Durchwanderung nach Übersee verknüpft und. Er ging in seinen Tarlegungen auf die Vorgeschichte der Ostjudenfrage in Deutschland ein. Er verwies darauf, daß die deutsche Heeresverwaltung während der Okkupation im Osten den Juden in zahlreichen Proklarnationen Befreiung und Freundschaft versprochen haue und hierdurch die feindliche Atmosphäre gegen die Juden in Polen vorbereitete, die nach dem Rückzug des deutschen Heeres aus dem Osten zum Ausbruch kam. Dr. Nathan streifte auch das noch wenig bekannte Kapitel der zwangsweisen Deportation ostsüdischer Arbeiter nach Deutschland, loo sie in der Kriegsindustrie verwendet wurden. Dr. Nachan beschäftigte sich dann eingehend minder Behandlung d e r O st j u 7 e n f ra g e d u r ch die deutsche Regierung. V?enn die Regierung die Sonderheit des jüdischen Problems d-avurch anerkennt, daß sie im Auswärtigen Amt ein besonderes Restrar mit einem besonderen Dezernenten pf ä'dhn ha:, wenn sie sich ferner dazu entschlosicn hat. im Einverständnis mi: ber jüdi'cben Öffentlichkeit die enrstane.n-'n »"ragen zu löstn. wenn sie sich der Unrerstüprrng und " Raws der D01renc-raaniiati0n aller jüdischen Orgnnisa- .ndnen Deutschlands, des Arb-eiterftirsorgeamies. bedien:, i .'.-.n w.uß 7?s c-euticbe Judentum auch seiner»ei:s mit aller Energie die Lriung der jich ibm aufdrängenden Ausgaben die H-artd rebmen. Die Dichtigkeit der.Aufgaben, die durch das ostiüdi'che Problem dem deutschen Judentum gestellt worden sind, ist von allen .Richtungen des deutschen Judentums anerkannt werden. Ebenso ist auch das politische Inierene anerkannt worden, das eine menschliche Behandlung der in Deutschland befindlichen Ostjuben erforde.:. ln Rar!an renries dann au» die »rüber oder später doch, einire:ende Rctwendigkeil der Auswanderung für den eeut'chen Arbeiter und Kaufmann. Er machte, darauf auin erkiam. wie ungebeuer unklug eine Politik fei. die den iremd-en Möckren Gelegenheit gebe, sich später gegen die deutsche Einwanderung unter Berufung auf diejenigen Maßnahmen zu wehren, die heute Deutschland etwa gegen die ostjüdifchen Arbeiter anwenden würde. Es zeugt von großer politischer Kurzsichtigkeit. auch vom jüdischen Stand punkr aus. den Antisemitismus dadurch bekämpfen zu wollen. daß man die Ostjuden über die Grenze zurücktreiben will, während nur eine vernünftige sozialpolitische Behandlung der ^rage. wie das Arbeiterfürsorgeamt sie bisher im Einverständnis mit der Regierung betrieben hat. g«ignet ist. dem Antisemitismus feine Waffen aus der Hand zu winden. Dt Nathan verurteilte scharf die sowohl vom deutschen, als vom jüdischen Standpunkte als töricht zu bezeichnende Stellung jenes geringes Teiles des, deutschen Judentums, der sich um Dt Naumann gruppiert. Am Schlüsse seiiwr Ausführungen forderte er die Anwesenden auf, die Aufrechtrrhalrung des vom Arbeiterfürsorgeamt geleiteten

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