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Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-05-27 · 104 (27.5.1921) · p. [Seite]

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
3 (1921)
Issue
104 (27.5.1921)
Date
1921-05-27
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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BOTE Erschein jede» Kreit«-. vr-»-SpreiS 3.— M. «»»«tl. Z» beziehe» durch fimlliche P»sti»ter oder durch de» Bote»verlag i» Bo»». VOM RHEIN Jüdisches Volksblatt N»zei-e»prei-:2.— M.strdir»ter- -rftz. PetitzeUe. Die -«»ze Seile »«fußt 36O Zeile». P«-sch«kk»»to v«te»Herl«- Bo»», Lol» Nr. 74747. ^eransgegeben von Rabbiner Or. Kmit Ko^n, Bonn. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Bonn, Brüdergaffe 52. |Un»mn 104 ] Wonn, 27. War 1921. — 19 §jar 6681 | 3 Itchrgimz. Oie Lasseler Lugen-tagung Oie Fülle -es Herzens Mir geheimen Zweifeln ist der Tckueiler dreier Zellen )itm ersten Male zur Führenagung des Perbandes jüdischer Jugendvereine Teuischlands nach Cassel gereist, mir einer starken Ueberzeugung ist er wieoergekommen. Was sich am 15. und 16. Mai 1921 in dem stimmungsvollen blauen Laale der Cast'eler Ttadlhalle abgespielt har. bar sich ihm mir ähnlickxu Kraft ins Gemüt gegraben wie^die denkwürdige Tagung des Teuisch-Jiraelilischen Gemeindebunds 23. Januar. Rur mir dem einen Unterschiede, daß die Sprache der Jugend doch noch einen anderen Ton bar als die Sprache der Allen. Ter erste Tag brachte die Aussprache über das Problem des Führers, das sich in dem grostangelegren Referat Tr. Gustav Loefslers zum Problem des jüdischen Menschen in seiner Reinl-eir weitete und in die Frage nach der Bedeutung des Judeseins gegenüber den letzten Fragen des Menschseins ausmündere. Tie Tuche nach der Kranquelle des Judenrums sinder ihre Erfüllung in Gorr, von dem alles kommt, zu dem alles sliestr, der durch Erkenntnis ebenso wie durch die innere Tchau dem Menschen, dein Juden zur ewig erneuernden Offenbarung wird. Tem Redner folgten die Jungen einer nach dem andern, mir wundervoll eingestimmten Teelen dem religiösen Erlebnis und Bekenntnis sich hingebend, und leidenschaftlich suchend nach der lehren Teurung ihres Judeseins. Unklar, manchmal sogar gefährlich unklar in ihrem Fühlen, wühlend und aufgewühlt durch die Röte der Zeit, standen die jungen Redner und Rufer da als echte minder ihrer Zeit, voll unendlichen Gefühles und voll des Gefühles fürs Unendliche, als Ringende und Tuchende, abhold den Fertigen und Besitzenden. hold nur denen, die selber noch auf der Tuche sind. W a s da alles geredet wurde, gab sich als ein einziger seelischer Wirbel, der wie jeder Wirbel in sich selber versinkt, und wird nicht gelten, ja, hat vielleicht schon zu gellen aufgehörr. indem es die Lippen der Redner übersprang. Aber wie es gesprochen wurde, wie ehrliches Fühlen ehrlich sich aussprach, das hat gewirkt und gezündet und wird weiter wirken und iveiter .zünden. Junge Juden im kritischen Aller, verfangen in der Krise der Zeit, doppelt verfangen, lveil sie Juden sind, denen die Reibungen mit der Umwelt erhöhtere seelische Spannungen gibt, setzen sich mir sich selbst auseinander, ringen mit sich den Jakobskamps mir ihrem Gott, ja, hinken wohl auch, wie Jakob nach dem Kampf hinkte, aber sie werden sich finden, das ist gewiß. To gkwiß wie jedem Menschenleben und jeder Menschenseele die Stunde der Zügelung kommt, so gewiß werden sie sich finden. Und die da grüßes Fühlen, leidenschaftliches Wollen, stürmische Inbrunst zuerst zur Wahrheit geraden und klaren Lebens werden gestalten können, die werden die Führer sein. Wandte der erste Tag aber die Augen nach innen, so! fübrre der zweite sie hinaus in die wirkliche Welt des lebendigen Tags und gab in der Aussprache über diss brennende Palästinafrage der Jugend Gelegenheit zum schönsten Bekenntnis ihrer Einmürigkeir. Wahrlich es war Zündstoff genug vorhanden, der die Gemürer hätte erhitzen können. Hatte doch der Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens kurz vorher erst den Bruch mit der Jugendbewegung herbeigesührr. Ta har denn diese Aussprache gezeigt. daß es der Jugend nicht nur Ernst mit ihren innersten Lebensfragen ist, sondern, daß sie auch über ihr eigenes Leben Hinausblicken und ein Beispiel der Selbstbeherrschung geben kann, das Achtung rwrdient. Es wurde dafür und es wurde datvider geredet, aber kein Laut der Erbitterung, des Haffes, der Parteilichkeit wurde hörbar, und als der Führer Tr. Alfred Apfel in der bereitsgemeldeten einstimmigen Resolution für Palästina die Bestätigung seines mutigen Handelns erhielt, als den verfolgten in unser Vaterland versprengten Lstjuden die versammelte Führerschaft der neutralen jüdischen Jugend Tchutz und Brüderlichkeit gelobte, da wurde klar, daß inan hier nickt zusammengekommen war zu trennen, sondern zu einen: Das jüdische Volk, die jüdische Teele war vor eine große. gemeinsame Tat gestellt, das ist die Bedeuning Palästinas für uns und das ist die Versöhnung. Viele Parteien ringen im Judentum, hundert Richrungen. Verbände, Vereine, Gruppen und Grüppchen schwören auf die Unennvegtheit gerade i h re r Ueb«zeugung. Vor allen diesen hat heute die jüdische Jugendbewegung Teutschlands eines voraus: Ter Schreiber dieser Zeilen sprach es in Casiel als'Schlußpunkt seiner Reden aus und null es hier fteudigft wiederholen, — es ist die Fülle des Herzens, aus der sie spricht, armer und lebt. Darum gehört ihr der heutige Tag und der morgige dazu. Tenn allem Lebendigen gehört die Zukunft. Emil Cohn. flOOO0OOOOOOOOOOOOOOOOO0OOOOQOOOOO0OOGeOO Wochenschau Tatsachen «mb Ergebnisse 0000000000000000000000000000006000000080 Deutschland. Hanuover. Hier wurde vom 13. bis 16. Mai der 17. Delegierientag der Zionistischen Vereinigung für Deutschlaad abqehalten und verlief in den würdigsten Forme». Geleitet wurde er von Dr. Felix Rosenblülh-Berlin. Als erster Paukt der Dagesordnung referierte Richard Lichtheit» über die allgemeine Lage, schilderte die doppelte Politik «it Engländern und Arabern und stellte als wesentlich fest. Mp

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