Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 103 (20.5.1921)
- Date
- 1921-05-20
- Page
- Seite 155 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Amerika. New-Uork. Tie Erekutive der amerikanischen Zionistenorganiialiott bejchlosi, die zionistiill c Iahrcskonferen; der amerikanischen Zionisten aus den j. Juni l. I. nach Clcvcland sLhio) einzuberufen. Auf dieser Konferenz wird ne dir der Wahl einer neuen Leitung die Politik der amerikaniicl>eu Zionisten gegenüber der zionistischen Weltorganijalion cndgüUig bestimmt werden. Tie zionistsche Telegation wird insolacde''cn bis nach dieser Konferenz in Amerika verbleiben. Rew-Uork. Tie Frec-Svnagogc in Acwfiork hat anläßlich ibres vier.zebntcn Gründungsfestes durch Slepi>ai» Li'e 10Csnn Dollar für die bebräiiche Universität gewendet. Frankreich. l Paris. >I. (5. B.» Tic französische Pre''e bespricht in Leitartikeln die Ausbrsich-e in Palästina und ergebt sich in schweren Angriffen gegen die jüdi'chen Bestrebungen in Palästina. Manche Bräter «ordern die französische Negierung aus. den Schutz der Araber gegen die I^dcn zu übernebmen. da die Z-ionistcn den Bolschewismus nach den? naben Tuen tragen. all au? Eueren de:4 (rrgelmt* 'er einem der Begiini einer 'olcbes feit bet re nerven ianen Ländern durch England »ein werde und Raß im Zu'amnlenbang damit zwei große Grundsätze ausgestellt wurden: l. Tie Errichtung eines großen Landweges von Europa über Indien nach Australien. 2. die Organisierung des mittleren Ostens in eine Reibe autonomer Nationalstaaten im feudalen Berbältni« zu England. Betreffs Mesopotamiens soll ein unabhängiger arabischer Tlaat unter einem heimislk-en Prinzen geschaffen werden, wo'ür bereits die Kandidatur Emir Faisuls wohlwollend in Erwägung gezogen werde. In Bezug auf Palästina werde »oknende Politik verfolgt werden: Tie Organisierung Palästinas soll nach den gegenwärrigefn Grundzügen iorlgc»'etzl werden. Tie heiligen Störten sollen unter Aufsicht einer unter dem Borsitz eines prominenten Engländers stcbcnden Kommission gestellt werben, der unter anderem außer zwei mobammed-a- . niichcn Vertretern auch Vertreter d>.-r indischen Bevölkerung ^gehören »ollen. Palästina soll eine eigene, in gleiwc Leise aus den arabischen und jüdischen Bevölkerungs-cilen refruticric Lebrmackt haben. Haifa soll im Hinblick daran», daß cs zun»' Ausgaugsrnnkt der transkontincntalen Straße und später der Eiienbabn vom Miltelmcer nach Mesopotamien »verden »oll. zu einem' großangeleaten Hasen ausgebaut werden. Auch die N^hrenleitung für me«orotamjscheL Erdöl soll hier enden. Tic Errichtung eines regulären Kranwagenvcrkehrs von Haifa via Ammon und Rhamadi »vll sofort in Envägung gezogen werden. Es idird empfohlen, die Hedschas- Bahn einer unter cnglcksschcm Vorsitz stehenden Kommission zu unterstellen. London. iI. k. B.» Tie Negierung vervncutlicni das Heeresbudget für das Iabr 1021 22. aus welchem bervorgcbt. daß in Palästina»englische und 32s<» koloniale und indische Soldaten verbleiben werden. London. ^Times^nclden. Proienor Einstein »ei zum anm-ärligen Mitglied der Noaal Soeictn ernannt.worden. London. lI. E. B.l Zuiolgc einem Berichte der ,Briti'ch u. Foreign Bible Sociely" wird die Bibel jetzt in 53S verschiedenen Sprachen gedruckt und gelesen. Ter Absatz im vergangenen Iabre betrug S fioö 7^1 Eremplsre. Palästiu» > Jerusalem. kJ. E. B.» Anläßlich der arabischen Feiertage fanden in Ramlcb, Rablus und Talkcrem arabische Tcmostrationen statt. Gleichzeitig haben arabische Trupps die jüdischen Kolorffen Ehedera, Rechoboth und Petach-Tik»vah angegriffen. Es entspann sich ein Kampf, in denen Berlouf die Araber t«jls von der jüdischen Selbstwehr und teils von -den eingetroffen Regierungstruppen zurnckgcworfen worden. Mehrere -Arqber sind gelötet worden. Jaffa. Ein englischer Kreuzer ist in den Hasen von Jaffa eingelaufen und setzte Matrosen ans Land. Die aus den kontinentalen Häfen einlangenden"Emigranten werden vorläufig auf den Schiffen znrüchgehalten, bis die Ordnung wiederhergestellt ist. Jerr^ale«. (I. E. B.I Im ganzen' Lande, wo Juden in größerer Anzahl wohnen, werden jüdische -Selbstwehren begründet um gegen weitere arabische Angriff gerüstet zu sei«. Wie nachträglich gemeldet wird, wmche beim Überfall auf die Kolonie Ehedera ein jüdischer Svimöff.veriotztlMt. ° vavtt Tritltzh üder seiae palWearetse. Tavis Triersch ist kürzlich aus Palästina zmückgekommen und har einem Vertreter der „Jüd. Rundschau" ein Interview gewähr:, deiff wir folgende interessante Einzelheiten entnehmen: Auf die Frage nach den Hauptgesichtspunkten sagte Trierick: ..Tie Ansicht, daß. der Aufbau Palästinas — oder iiud) nui ein jahrelanges, vorbereitendes Stadium — im finanziellen Sinne unrentabel sein müsse, ist gänzlich, falsch und geradezu das Erzübel der zionistischen Auffassung. Zum weitaus größten Teil besteht der Aufbau aus Bodeneriverd. Vorbereitung von Heimstätten, Schaffung von Arbeitsgelegenheit, von Industrien, Häuserbau und dergleichen. also alles Tinge, die normalerweise als rentabel betrachtet werden. Aber auch die sonstigen zu einem Aufbauproaramm gehörigen Erfordernisse, wie Verkehrsunternehmunaen. Aufforstung, kulturelle Einrichtungen und ähnliche? mebr sind keinesfalls unrentabel, sondern werden über- Man darf nur nicht die Verkehrtheit begehen. eben »'chon selbst zu dem Komplex der Einwanderung und der .Kolonisation. Sie sind schon mit Arbeit, Landnwerb und Häuserbau verbunden und daher von vornherein eben-' falls d? rentabel zu betrachten. Sogar Sanierung von Lautereren. Entsumpfung usw. kann rentabel gestaltet werden. indem die Unternehmer sich die Verroertung der sanierten Flächen sichern. f Senn man sieht, wie es in Palästina dem Einzelnen : och beute kaum möglich ist, seinen Landbedarf ohne wesentlichen Ueberprer? zu decken oder zu einem erträglichen Miet-» :re;? eure Wohnung zu beromvren, so sollte cs klar sein, r?ß Landerwcrb und Hauserbau im großen nicht nur ein der Einwanderung und Kolonisation nützliches, sondern auch ein rentables und sickferes Geschäft bedeuten." . lieber die gegcmvämgen Preise äußert sich Trietsch: ..In Tel-Awiw zahlt man für einen Bauplatz bis zu eurem Pfund per Quadratstelle, d. h. 1600 Pfund per Tui.am. iTos ägyptische Pfund ist um 2V2 ProMt höher di da? englische: ein Tmtam hat 920 Quadratmeter oder 1600 ..Ellen". Ein Bauplatz ist meist ein halber Tunam, aber in Tel-Awiw sind die meisten Häuser für mehrere Familien gebaut. Tie Bauordnung bestimmt, daß höchstens e'n Trinel der Fläche betaut Norden darf.) Im europäischen Teil von Kairo kann man billiger tarnen. TagegHsst bekommt man angrenzend an Tel-Awiw < nen Bauplatz ichon für 200 bis 100 Pfund, und in einer ■ Ennernung von cmxi drei Kilometern von Jaffa oder von 7^ei Awiw kann man den Dunam schon für 10 Pfund haben. In entlegeneren Gegenden, die aber in vielen Fällen j c:nc: Großj»dlung auf gartenstädtischer Grundlage ausi gc^ichnele Chancen bieten, ist der Dunam Boden bis herab! zu etwa 2 Pfund (und iill Pachtverttag sogar bis herab zu z 1 Piastern per Hlhr) -zu haben. Man muß sich'aber vor Augen halten, daß mit dem Bodenerwerb allein nochtmichts '! geran ist, und daß die Erschließung des Boisns gerade bei . billigem Land ein Vielfaches des Kaufpreises, ausmächen ' 0. » ’ I kann. ,- Miekpreise in''Jaffa txnüieren zwischen den folgenden Extremen: ** Ki Tel-Awiw kostet' eine Wohnung per Zimmer bis Pfund monatlich, in den entlegeneren Teilen AltrJaffas \ bis herab zu */? Pfund. 'Kurz vor meiner Abreise sah ich i eine' Wohnung in Tel-Awiw. von kaum über 40 Quadratmeter Fläche, die 14 Pfund per Monat kostete. (S& wären drei ganz kleine Zimmer, von zusammen etwa 34 QnÄwatweler bei gonemsawrr Kücherchemchnug mit woch ^Wei atibntw Metern. Dies mdp&k r** f r- «r