Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 100 (29.4.1921)
- Date
- 1921-04-29
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/3947615-6435932-6437206--1082-3948594- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Erschein» jeden Freitag. BezngSpreiS 3.— M. movatl. Zu beziehen durch sämtliche Postämter oder durch de» Botenverlag in Bonn. VOM RHEIN Jüdisches Volksblatt Ixidfnjrrcif: 2.— K.firtfc*ier: •cfyi $ctitfeile. §•■}t 6cttt u»^t«0Z-ür». HfMbiti Bijgunfn v»»»,LSk>Nr 74747. ^erausgegeben von Rabbiner Or. Krnit Kc»Hn, Bonn. Schriftleitung und GefchLfisß^le: Bon«, Brüdergaffe 52. Kummer 100 Wonn. 29. Apric 1921. — 21 Missan 6681 3. Z-Hrgmg. Kölner Durchwanderer-Hilfswerk > Ausweis 2. | Bauchen,. Jos. Baum 100 BO Bingen. Emil Wolf 10 M. Bonn. 2l. Sl. 00 BO, Js. Meudol 100 BO, Heim. Rosenthal 100 M.. I. Schmarat Ol) B0. I. Teicher 00 B0. gesammelt bei einem Fcrienlhealer, ucinnftaftci durch £>. Baum, T. Schatz und iS. Weber 100 BO Drove. BO Pollack 00 BO Düsseldorf. 2. Lewandowsli 100 BO. Ulbert Schiuitt 100 M. Essen. Leopold Wolfs 20 BO Euskirchen. Jos. Heymauu lOO BO Geislar. .\>. Herz 20 BO Godesberg, giriu 3. Daniel 20 BO Hellenthal. 3al. .Kaufmann .'10 BO Heppenheim. I. Trhsuß 10 BO .^türenz. Gustav Baum 1«) BO M.-Gladbach. N. BO 10 BO Neuenahr. H. Mayer 20 BO Neunkirchen. BO Glasier 20 BO Osterfeld. Ed. Häusler 00 BO Schlangen. Mar Levi 00 BO Spich. Ina. 21. Duuajewski 200 BO Wiesbaden. Abrahamsolm 20 BO Wittenberg. 21. >0 00 BO OOOOOOOOOOOO©^^)OOOOOOOGOOOOO00O I Das Einheitsgebetbuch 1 (Sin Vorschlag) | (NOtchdruck erwünscht.) OOOOOOOOOOGGOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOÖ . Das neun* ich einmal zeiigemäß! Nach dem Einheitsschuh, dem Einheitsbrot der klriegsjahre auch noch das Einheitsgebetbuch! Man möchte es fast für einen Ehillul Haschern, eine Entweihung des göttlichen Namens halten! Aber man höre erst, leas vorgeschlagen wird und urteile dann. Jedenfalls haben nur uns in diesen Zeiten der Spaltllngen und Zeriissenheiten gewöhnt, überall nach den Elementen zu.suchen, aus deren Mischung Einigung, Einigkeit und Einheit entstehen kann, und diese Elemente hier vorzuführen und der Pflege unserer Leser und Hörer anzuempfehlen. Als vor Woclnm in Berlin die Einigung der deutschen Judenheit im D. I. G. B. vollzogen wurde, nxlr dies nur . nwglich unter Beibehaltung jenes einen Grundsatzes, derber Hauptträger des Judengesetzes von 1847 gewesen war,; der völligen religiösen A u t o n o in i e der Gemein- [ d e n. Nicht jeder war gleich erbaut davon, daß auch künf-! tighin jede Gemeinde ihren Ritus selbst soll bestimmen, i unter Umständen sogar aus eigener Machtvollkommenheit fdmffeu dürfen. Denn oas Bedenkliche dieses Grundsatzes har man längst an »einen Früchten erkannt. Es ist jene merkwürdige Ärr von SckrenbildtMg. die sich seit 100 Jah- •cii im deutschen Judenrum folgerichtig vollzogen hat und vermuten läßt, daß der 3raar diesen Grundsatz der gemeindlichen Selbsrtenimmung lediglich erlassen hat, um das deutsche Judentum zu Ersetzen und letztlich zu vcrnich-!>. n. Heute har nickt nur jede Gemeinde ihren eigenen Ritus, der sich vom überlieferten oh nicht unwesentlich unterscheide, sondern sehr viele sogar ihr eigenes Gebetbuch, mit dem i'.um sich bei na de sckon in der Nachbargemeinde nicht mehr gottesdienstlich zurecklfinden kann. Das aber ist die typische Erscheinung der Sekrenbildung, eine Verfallserscheinung, und man lnuß suchen. Gegenmittel zu finden, die das, was judeltfeindliche Staarspoiirik und widriges Zeitenschicksal au uns gesündigt baden, absorbieren können. Ein solches Mittel will mein Vorschlag an die Hand geben. Wenn man sich die neuen Gebetbücher, z. B. die vier abiveichenden der Berliner Gemeinde (Haydereuter Gasse, Dranienburgerstraße. Lützowstraße, Fastmenstraße), betrachtei, so bemerkt man, daß sich schließlich doch alle um den Mein der übertretet len Terille (Sik^ur) bewegen. Dieser >ieru ist geblieben, vom übrigen m teils gestrichen, teils umgewandelt worden. Der Grundiab. denen Befolgung ich nun empfehle, stellt au die jüdiicke Aügemeircheit das Anfinnen, die augenblicklichen Verhälrmfie im Punkte des Ritus als geschichtlich gegeben binzunehwen. und auf ihnen aufbauend ein für alle Gemeinden gleich benutzbares Grundgebetbuch zu drucken und dem DI. G. B. zur Annahme zu empfehlen. Zu drucken! Denn mein Vorschlag ist lediglich typographischer Narur: Man drucke die alte Rödelheimer Defille mir bebräiichen Typen in vierfach verschiedener Größe. Tnpe l. die größte, würde das für jede Gemeinde. sofern fie noch bai Namen jüdisch nagen will, schlechthin Unerläßliche dringen. Von da ginge es steigernd aufwärts bis zur Ainiarurchpe IV. die den heute nur noch vom gefetzesneuen Judentum benutzten Rest umftstsen würde. Zur Beleuchtung würde zum Beispiel vom Freitag abend Maaiiw, ahawo^. stbma Abschnitt 1 in Type I. schma 2 und 3 in Tnpe II. mögen owaus in Type III, bame madlikin in Type IV gedruckt werden. Wohlgemerkt, ich sage das nur, um klar zu machen, was ich will. Man mag auch anders scheiden. Zur Feststellung des Beseullichen oder Unwesentlichen müßten die verschiede«» Gebetbücher und Riten genau verglichen werden, Autoritäten darüber zu hören ist nicht nötig, da es sich u i ch t darum handelt, eine religiöse Entscheidung zu fällen, sondern geschichtlich Gewordenes, unabhängig davon, ob es bedauernswert sei oder nicht, zu verarbeiten. Man wird .zwar von gesetzesarner Seite sich wehren, die Zerrissenheit und Sektirrrerri beö Judentums gebech«lch»äWg frftjwkorn, und Fromme wird nur schwer 4» bewogen sei». <urs-e»e» Buche Andacht zu schöpfen, an de» er Kch vielleicht ärgtrl oder