Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 96 (1.4.1921)
- Date
- 1921-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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VOM RHEIN 1:2.-« fcf^i Sifc Erschei»t jctes Freit., BeM,» Preis 3.— M. wufl. Z, te-irhe» v»rch simtliche P»stt»trr »der m Bitmcrbi i» «»»» Jüdisches Volksblatt HrraLSgegeben von Rabbiner Dr. Srnik Ksbn, Bonn. Schrifckituag und Geschäftsstelle: Von», Brübergaste 52. 96 Aonn, 1. Apvit ISLl. — 22 Weaöcrv 6681! L O0OO0OOOOOOOOOOOOGOOOOOGOOOO00OOOOOOO0O0 | Lei klaren Auges in die Well hmemickan:. wirr» cris cer Weisheit lehren Schluß die vicüeickr ickmer>ickste. aber letzten Endes doch erhabene Entdeckung machen, daß alles Gioße im Leben der Völker und der Menicben irgendwo auf einem Mittelwege liegt. Es kann vielleicht io scheinen. > als wenn sich die großen Erfinder. Entdecker. Politiker. Tichier. Zünftler in Eriremen bewegen. Aber es 'Lein: nur so. In Wirklichkeit häng: die offenbarende Wirkung jeglicher Leistung, mag sie religiös oder küristleriick oder wistenfchanlich oder politifchfozial sein, daron ab. rnwieweit es ihr gelingt, den Mnelweg zu finden, von dem ne es gleich nah hat, nach allen, auch den widerftrenendsten \ Leiten zu wirken, an alle Herzen und Geister pr rübren.! alle Interessen zu befriedigen und zu wecken. freilich ist darunter nickt die bequeme, ausgetretene Mitrelirraße gemeint, die sich dem braven Bürgersmann empstebl:. daß er darauf dem Trorr der .Herde folge, sondern es sind :n Wahrheit immer neue Sttaßen. geniale Turckbiücke rer großen Geister, aber zu Bahnen der Menschheit werden ne j allein dadurch, daß sie alle Herzen und Gemürer einen. « Tie große Leistung ist immer eine große Symbest. Das Judentum ist durch die Jahrtausende mi: öe.- spielloser Ärait und Zähigkeit seinem religiösen Ziel nackgegangen. ein erwähltes, heiliges, sich tätlich aufs :Veue heiligendes Volk, dem ein Menickbeitserbe zum immer neuen Erwerbe gegeben worden war. Im'letzten Jchibunderr aber baten sich io schlimme Zersttzungsettckeinungen gezeigt, haben io wilde Stürme das alle Israel von innen und außen ^rzaust. daß man bereits osten ieinenUnreraang ' tti *profezeien wagte. Tie Gesamtheit ist griffen. Zh und - West scheiden sich, ianusköpstg blickt das Volk Gottes in die Welt, und dem. der es trotz allem und allem immer noch liebt, komm: immer deutlicher zum Bewußtsein, daß es höchste Zeit ist. wieder einmal den Turchbruck eines einenden Mittelweges zu stnden. das himmlische, gcirgegebene Ziel in ein irdisches Spiegelbild zu verwandeln. Ein religiöses Volk wie Israel kann nicht immer nur von der Hornung auf das Ende der Tinge leben, auf ein Gonesreich. das sich verwirklichen soll. Es könnte sich gerade dje größte, religiöse Befruchtung vollziehen, wenn alle Lebensenergie Israels einmal zusammengerisien würde zu einem Werke dieser Welt, das als entscheidende Symhck die zerschlagene Gemeinschaft geistig, moralisch und religiös wieder einen und aufrichren kömue. Als solchen Mittelweg sprechen wir das aufkommende Palästina an. Freilich müßte es aus dem Endziel einer Partei zu einer wahren Bolj^sache und ReligioiKsache erhoben werden. Alle Elemente find vorhanden, Wochen kann. Es gibt schlechterdings Line Richtung im Judentum, die im Lrchbau fdlf gffffttrw der TVfn6fiift Ganz zu ''ckweigen von der Trägerpartei des Zionsgedankens. ist das Palästinawerk eigenäich nichts anderes als die letzte Verwirklichung des Abwehrgedankens. desselben Abwebryedankens, der so oft als ungenügende Halbbeit abgetan worden ist. Palästina bedeutet .eure die jüdische Leistung, hingestellt vor das Forum der ganzen öffentlichen Welt. Vas Juden bislang Uebles taten, wurde ihrer Gesamtheit ausgemutzt und anuekittdei. die jüdische Leistung aber ging dem Judentum verloren, stoß hinüber in die Schatzkammern der anderen Völker, io wird Einstein zum Triumph deutscher Wifsen- 'ckcst. Lietermann zum größten deutschen, Aurels zum größten holländischen Maler. Palästina bedeutet den An- 'pruck der Iudenhei: auf seine schöpferischen Geists: Was dorr geleistet werden wird, wird jüdische Leistung sein, sein gelingeicher Ausbau wird eine Abwehr des Antisemitismus 'ein. vö: der alles bisher aus diesem Gebiet Geleistete verblasien muß, wenn er gelingt. Aber er muß gelingen, denn man stelle sich das negative Ergebnis, stelle sich den Zw ''ammenbruch drüben vor: Ein Hohagelächter über die ernze Welt hin würde das Echo sein. SllLs, was die Cham- -erkatn und Low orten vorgebracht haben, die Nichteiguung 'u 'chöv'eti'chem Äuibau. die Unproduktivität, die negativ )0rsttzen>: Är:. all das würde sich zu einem einzige» mora- I'.'ck vernichtenden Hammerschlag zusammenballen und medkriauien aui unier Haupt. Und das mit Recht. Wesentlich aber ist hier nur eines: das westliche Judentum za dieser Tar machtvollster Abwehr anfzmufeu, cmfzu-ustn. daß es balre. was es immer versprach: den Anti- 'tniismus zu bekämpfen, wo immer es sei. Schon sehen air sie lauern, die Feinde, und mir Schadenfreude all die rolinicken und wirtschaftlichen Kinderkrankheiten des jrm-- ztrt Neulandes uns als Passiva buchen. Da wirk^es sehr stktiam auf der einen Seite, wenn auch im Abwehrlager die- <ben Stimmen lautbar werden und man händeceibard von Pogromen in Jerusalem saielt. Auf der andern Seite aber stör erbebend und hoffnungsvoll, wenn Männer wie Paul Äoiban und andere Führer nun schon zum wiederholten Male füo Palästina werten und der greise Prof. Kcksther die große Tagung des T. I. G. B. nicht wüMger einleitrn zu können glaubte, als mit jenem erhebende» Treubeßenntnis zu Palästina, das uns allen unvergeßlich ist. Wenn man da»» noch schließlich hinüberbllckt und sieht, wie sich in Palästina selbst unter der AegLde Sir Hsdort Samuels die religiöse Einigung nn Lame zn vollziehen beginnt, so wird «an unschwer erkennen, was für eine einende Rolle Palästina in de» r>ü»löse» Strömüagcn der Gegenwart zu spick» berufen ist: Ar diesem Lurche, wo das Pesiach geßeierr werde» wird, nicht Uäe bei null in der Spscklütr. stmdern. wie voiHeschriebe», ^»ven» die Sichel zn gehe» beginnt in der Saat", wo das SchwunanS Ni eine» wirklichen „Tag der Erstlings wrck W» dßeMvist. der _r.— g -~ HBffT SBlffft nie er