Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 95 (25.3.1921)
- Date
- 1921-03-25
- Page
- Seite 93 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Rosch-Jeschiwo eine Schüssel Grütze, legte ein Stück Brot dazu und sagte mit roher Stimme: .Iieb Tewel schickt dem Rosch-Jeschiwo sein Essen!" Und bei der Tür wandte er sich noch einmal um und fügte hinzu: ,Hch komme später die Schüssel holen!" Durch die Stimme des Burschen auden himmlischen Harmonien gerissen, stand der Rosch-Jeschiwo mühstlig aui und schleppte fick» in seinen schweren Stiefeln zum Vasiergesäß bei der Tür, um fich die Hände zu waschen. Im Gehen sprach er weiter, doch mit w-eniger Inbrunst als vorhin, und der Schüler verfolgte ihn von seinem Platze aus mit leuchtenden Augen und lauschenden Lehren. „Ich bin aber nicht einmal für würdig befunden." sagt traurig der Rosch-Jeschiwo. ..zu wisien. auf welcher Stufe dieses erreicht werden kann, bei welchem Tor des Himmels... Veißt du." gibt er lächelnd zu. ..die nötigen Lasteiungen und Betübungen kenne ich wobl. und ick werde fie dir, vielleicht noch heme. mineilen!" Dem Schüler springen ictier die Äugen heraus, er sitzt mit offenem Munde da und fang: jedes Vcrr des Meisters mit Gier auf. Dock der Mei»:er drick.r . b... Er wäscht sich die Hände, nockner fie ad. sprich: die vorce'chriebcne Get-eiformel, gebt zurück zum Ti'ck» und sprich: wir bebenden Lippen das Geber über den Bisten Bier. Und er ergreift mir zitternden Händen die Schälst!, und der warme Dampf verdeck: sein ausgemergelrer Gestck:. Dann setzt er die Schüstel wieder aui d"n Ti'ck. nimm: mir der Rechten den Löstel und wärmdie Linke am Rande der- Schüstel. Dabei zerkau: er mir seinem;abnlo»en Munde langsam den Bisten Brot, über d-en er das Gebe: gesprochen har. (folgt.) Einstein oder Steinach? Frau Äommcrzienrar Mcner sin: in einem Borrraa des berühmren Gelehrten Einstein. Sie verstebr niebrs von allem, was fie börr. und fängi bald an zu gähnen. Einstein redet eine ganze Stunde, sie gäbnr. er rede: anderrhalb Stunden, sie kommt aus dem Gähnen gar nicht mehr heraus. Schließlich wende: sie fick mit einem ganz verzagenden Seufzer zu ihrem neben ibr sitzenden Gemabl: „— Und davon wird man jung?" . . . Zwei Weltanschauungen. Berel und Schwere! gingen am User der zugefrorenen Newa spazieren. „Schau. Schmerel. wie groß ist Gorr! Tie Vaster des Stromes fließen und fließen, plötzlich befiehlt Gott und fiehe, die Vaster erstarren und stebn!" .^Kunststück! Im Vinrer!" erwiderte Schmerel. Denn man die alte Johanne im Hause I. zu Bonn fragte: „Vas siehst du gm aus,^ Io Hanne!" pflegte fie zu antwonen: „Elend schwemmt usf!" Der Tempelschatz. In der Phantasie aller Nationen und Zeilen spielen verschollene Schatze eine große Rolle, und vielfach find es natürlich lustige Phantome, denen nachgejagt wird. Es gibt aber auch hochberühmte, geschichtlich sozusagen akrenmäßig festgesteüte Schätze, die zu heben trotz der größten Anstrengungen noch nicht, gelungen ist. An erster Stelle steht der Schatz des Salomonischen Tempels. Nach der Eroberung Jerusalems ließ Titus den fabelhaften Schatz Salomos, alle goldenen Kandelaber, die mit Edelsteinen geschmückten Tdrustschilde der Hohenpriester, die mit Brillanten, Perlen und anderen Lkinodien gefüllten goldenen Lasten und zahlreiche köstliche Gefäße nach Rom schleppen. Wohl niemals ist von irgendeinem Erodarr eine grüßen Kriegsbeute fortgefihrt worben. Der Schatz blieb Ungestört in Rom. brs der GotenBnig Alarich Äftr »ach Earcastonne verschleppte. Seitdem fchlt von ihm jede Spnr. Die Schätze sollen so tief vergaben sein, daß weder die Westgoten, noch die Sarazenen oder Franken zu ihnen gestrigen konnten. Bei neueren Nachgrabrmgen, die mit g.oßem Eifer betrieben wurden, ist man auf riesige unterirdsicbe Gewölbe gestoßen, deren Gänge so zahllos smd, daß bisher eine mstemaliicbe Nachforschung noch nicht möglich war. Spm-saal.! Br»». Tcr für ein ventrales Crqac sehr einseitig abgesaßle i Bericht über den BortragSabead des &cttb. Tr. Inlins Limo» i« I Bsnvcr ^üd. IugeadLnad in Rr. 04 Ihres gesch DlntreS veranlaß: : "ich :u »olgfubfTi sür brn objektiven Leser weteurkichenFeststeUnngen: Zu betonen ist. daß der überwiegende Teil der für di« TiSku'stou in Betracht kommenden Zuhörerschaft ans Zionisten, also , rcnnnungSrreuvdcn des Redners. bestand. Taß i»folge dessen die ' rntmich gefärbten AuStührnngen des Redners anf „frnchtbaren . :-en- — nämlich seiner Anhänger — salen mnßten. nnd oatz die > .'.tnch'.cn dcr durch mich nnd Herrn Ungar vertretenen gegneri- « stben R.chiuug nur wenig Kernänd»iS fanden, ist ans diese« Grunde n'.ch: verwunderlich Wenn «ine »nd Herrn Uttgars Avs- 'r krungcn als „innerlich yalrlos" bezeichne: werden, so kann damit Xw nur die ganz subjektive Meinnag der Anhänger des Ideen-! '.rcki des RcdnerS zu» Ausdruck gebracht ward«» »ein. Ideen I 7urL ..wirkungsvolle Schlußworte abrun zn können", dürste selbst? knuw. :n dcr Mach: des Herrn Tr. Simon gestanden z» habe»: - ^.'un durcb e:n Schlußwort. auf das es ja eine Erwiderung nicht zr:lz qiti. wag es noch so wirknngSooL sein, ist eine Idee noch nie j r-:rk-am bekämen worden. Mit Rückncht ans die Znfammensetznng . Xr Zukörer'chas: an jene« 2amitaq Abend ist für die Vertreter E J:i twäll'2 dort anTvesend gewesenen Minderheit ». E. gerade j eben'ooie! Er'olg erzielt worden, wie ihn ein zionistischer Nskns- ' stonSredner erzielen konnte, als er in einer anders gearteten 8eri 'awwlung das Wort ergriff, in welcher nach seinen Worten «in! Redner sprach igemeint ist Herr Tr. Sehr ans SaiserSlanternj, Jbet! '.rgendwohcr heran geholt worden war. r» hier seine Ideenzn Verzapfen". Worin endlich das „Poniioe" des Abends für den I. A. 8. - bestanden har. in mir im Hinblick anf die immer von vornherein! zur Unfruchtbarkeit verdammten TiSkwnonen zwischen Zionisten I und R-.änzionisreo, zn welcher diesmal der tzelverlr. Vorsitzende.; .-penn auch uugewolkt. heran sae^ordert har. unerfindlich Ernst Levtz. Oer Veremsbote BerLn. - Jüdischer Ratiotralfortd e. B. Post»'ch«8onio Berlin R8. 7,! Rr. 25 247. Bom 1. Janmrr bis zum 15. Marz sind 548 265.72 j Mark eingezahlt worden. i Bonn. Jüdischer Zngendbnnd. 1. Bors. Leo Silberbach. Röggerathstraßc 1. Freitag den 25. März. 850 Uhr im Hotel Levtz. Friedrichstraße: Pnrimteier mit Tee im engeren Sretse. ES wird gebeten, Gebäck mitzubrtngen. Jüdischer «anderbnnd Blan-Vech. Adresse: Lnrt Schatz. Bonn. Hnmbaldtstraße 2-4. 1. Zug: waüderi mit de» Z ZuI. — 2L Zng: März Fahrt in den Sottenrorst s§ch-— Punkt 8 Uhr Svfgang znm 8e»nS' chengruppe: Wenn nicht ander- --- S Uhr Heimabend im Heim. — TienStag den 29. März: Halbtags fahrt an die Sieg. Trefspnnkr: 8 Uhr Rheinbrücke. SOitesöie»st. Bonn. Freitag den 35. Mürz: Abe»bA»tteSdie»st 6JO Ut TamSrog. den 26. März: MorgengotteSdienft 9 Uhr. Miaihah 4 Uhr. Labbalansgang 7L0 Uhr. Wetcktagsgolfli -dienst «ryfl 7^0 Uhr. abends 5L0 Uhr. Bonn. Montag den 3t. «ärz: de» 38. MÄH: 1