Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 92 (4.3.1921)
- Date
- 1921-03-04
- Page
- Seite 69 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Und als ick darauf aufmerksam machte, daß wir uns nur durch .'eislungen in Palästina die Achtung der Menschheit erringen werden. da glaubte Herr Tr. Kebr mich restlos zu widerlegen, wenn er ste Dibcl, die wir der Menschheit bereits gegeben, als di c Leistung »ries. Prachtvoll! Aber wo entstand die Biber? Tas ins ja eben: eigenen Lande, unbeeinflußt von außen konnten wir der Rei: jor lausenden von Jahren ein Imvcl geben, daran nck b-e ganze lenschheit labt. Und damit prunken wir heute nock. Lern man ^ins angrcisl. besudelt und uns Unfähigkeit oonoirir. verweilen wir immer und immer wieder daraus, n.-s.s wie — ernsten? — in Palästina geleistet haben. Reiter! Herr Tr. ttebv prie- )e>r: jr. den höchsten Tönen als einen großen Lohn de? FndenrmuS — me ne:- rvcgen. aber auch dic'er Lohn entstammte den« Murkerlri-de Polä stina. Alles Große. Erhabene. Edle, alles Unsterbliche rr-ncklen r.r in von dort mit in die Tiaspvra — von dem ..Länvchen. N.7 irgendwo w liegt-. Man könnte fast jcbcn Laste ü incv Rede, dir :^üc: R dri spräche tvar. entgeqentreten. das ist aber nickt ..da? "^e!o: d.n Ltunde". Tas Gebot der Lrunde ist in den gegenwärt-gen .',e>i läust'cn das Einigende mit* nicht dus Tn..e::d-e. dos ^»rbrndende und nicht das Auseinanderftrebent-e. Ta mühr u-rn ück in de:.". 'e.t nd scheu Landen, eine Llinthese zu siuden. u:n tre de r'cke?«ud. . lwu zusammenznschtoeißen. alle .sträslc mobil zu wachen, den Hader und d,n Zank zu begraben, nuier das Gcwr'eue estren zu Vfbcn, ,n:d als Errolg: dieser Bortrag. 'i'iictif di.s rst der Reg' To kommen wir nicht zum Ziele. Rollen wir den Anrisrnnlis-n Zt'.dcnhaß begegnen, wollrr» wir d-ei ::nd Ruhm veihelstn, müssen wir d >>n? einigen. To.s heißt i'ichr. daß geben ioÜ — das wäre törichtes ui Burqsi jede in diesen ent d a : st das t'i e b v l de r 2 t » nde' ■ u1 ■ i'viiv: n v'lci' . r t'.:- iüd itd;cn t *;j vfTirr > T VC1TTT*’; ::bc L’cr c rr.ii*r n n? ihn ' ii'ir.i ■ t'füii Ui' iumt;; cs Bci ßbcr r> l l ch!' c ß l ■: r 5 - . 7 n! d t L»; ■* r - '? z ' ck. Die Boientasche TTirruiuim i r i n 11 n rmum i nm Die drei ^ttligiouen. Bon Heinrich Heine. sLchluß.j Herr Tokior. blcil'cii Sie mir lueg :au rvr alijüdncbcn Religion, die wünsche ich nidu meinem örpften Feind. Man!-m nichis als 2dmuof und Schande davon. Ich tage Ihnen, es ist gai keine Religion, sondern ein Unglück. Ich vermeide alles, was mich daran erinnern könnre. und rs>cil Hirsch ein jüdisches Work ist und aus demsch önacimh lieißl, so halte ich sogar den alten Hirsch lausen lauen und unterschreibe mich jetzt: Hyacinth, Kollekteur. Operateur und Taiator. Dazu habe ich noch den Porreil. daß schon ein H. aus meinem Petschaft steht und ich mir kein neues stechen zu lasten brauche. Ich versichere Ihnen, es kommt aus dieser Welt viel daraus an. wie man beißt: der Name rm viel. Wenn ich mich unterschreibe: ..Hyacinth. Kollekltzur. Operateur und Tarator", so klingt das ganz anders, als schriebe ich Hirsch schlechtweg, und man kann mich dann nicht wie einen gewöhnlichen Lump behandeln. Mein lieber Herr Hyacinth! Wer könnte Sie jo behandeln! Tie scheinen schon so viel für Ihre Bildung getan zu haben, daß man in Ihnen den gebildeten Mann schon erkennt, ehe Sie den Mund auftun, um zu sprechen. Sie haben recht, Herr Doktor, ich habe in der Bildung Fortschritte gemacht wie eine Riefin. Ich weiß wirklich nicht, wenn ich nach Hamburg zurückkehre, mit wem ich den umgehen soll: und was die Religion anbelangt, so weiß ich, was ich tue. Vorderhand aber kann ich mich mit dem neuen israelitischen Tempel noch behelfen: ich meine den reinen Mosaik-Gottesdienst mit orthographischen deutschen Gesängen und gerührten Predigten rmd einigen Schwmmreteichen, die eine Religion durchaus nötig hat. So wahx mir Gort alles Guts gebe,' für mich verlange ich jetztMne^ bessere Religion, und sie verdient, daß man sie un^rstntzl. Ich will das Meinige tun, und bin ich wieder in Hamburg, sc will ich alle Sonnabend, wenn kein Ziehungstag ift, in den neuen Religion-Tempel gehen. Es gM leider Menschen, die diesem neuen israelitischen Gottesdienst einen schlechten Namen machen und behaupten, er' gübe, mit. Respekt zu sagen, Gelegenheit zu einem Schisma —— oU'i ich kann Ihnen versichern, es ist eine gute reinliche Religion, noch etwas zu gut für den gemeinen Mann, für den die altjüdische Religion vielleicht noch immer sehr nützljch in. Der gemeine Mann muß eine Dummheit haben, worin er sich glücklich fühlt, und er fühlt sich glücklich in seiner T ummheit. So ein alter Jude mit einem langen Bart und enistenem Rock, und der kein orthographisch Wort sprechen rann und sogar ein bißchen grindig ist. fühlt sich vielleicht innerlich glücklicher als ich mich mit all meiner Bildung. La wohnt in Hamburg im Väckerbreitengang auf einem Saal ein Mann, der heißt Moses Lump, man nennt ihn auch Moses Lümpchen oder kurzlveg Lümpchen; der läuft die ganze Woche herum in Wind und Wetter, mit seinen; Packen auf dem Rücken, uni st ine paar Mark zu verdienen; menn er nun Freitag abends nach Hause kommt, findet er die Lampe mit sielwn Lichtern angezündet, den Tisch weiß gedeckt, und er legt seinen Packen und seine Sorgen von üch und jetzt sich zu Tisch mit seiner schiefen Frau mrd noch schieferen Tochter, ißt mit ihnen Fische, die gekocht find in -ngenehm weißer Knoblauchsauce, singt dabei die prächtigsten Lieder vom König David, freut sich von ganzem Herren über den Auszug der Kinder Israel aus Aegypten, freu» sich auch, daß alle Bösewichter, die ihnen Böses getan, aui Cu.de gestoiben sind, daß König Pharao, Nebukadnezar. Haman. Antiochus, Titus und alle solche Leute tot find, Mi) Lümpchen aber noch lebt und mit Frau und Kind Fi ich ißr. — Und ich sage Ihnen, Herr Doktor, die Fische find delital, und der Mann ist glücklich, er braucht sich nüt keiner Bildung abzuquälen,er sitzt vergnügt in seiner Religion und seinem grünen Schlafrock wie Diogenes in seiner Tonne, er betrachtet vergnügt seine Lichter, die er nicht einmal selbst putzt. — Und ich sage Ihnen, wenn die Lichter etwas matt brennen und die Schabbesfrau, die sie zu putzen bat. nicht bei der Hand ist, und Rothschild der Große käme jevr herein mit all seinen Maklern. Diskonteuren, Spediwuren und Chefs de Comptoir, womit er die Welt erobert, und er spräcl/e: Moses Lump, bitte dir eine Gnade aus; was du haben willst, es soll geschehen — Herr Doktor, ich bin überzeugt, Moses Lump würde ruhig antworten: „Putz' mir die Lichter!" und Rothschild der Große würde mit Verwunderung sagen: War' ich nicht Rothschild, so möchte ich so ein Lümpchen-sein! * Weise Worte Theodor HerzlS. Aus dem demnächst im Weltvcrlag erscheiuendea Werke .HerHl- Rone" von Felix A. Teilhaber. Preis geb. 14 M. Wenn der Starke großmütig ist, wo ist das Verdienst? Alier der Schwache! Da wird's rühmlich. (Das neue Ghetto.) Es gibt nur eine Art, vornehm zu sein: die besteht darin, daß man viel von sich selbst verümgt und nicht taft mindeste Gewicht darauf legt, ob die andern das tmemeunen oder auch nur sehen. . (Femll.) Die Unsterblichkeit muß wahrhaftig ein höchst angenehmes Gefühl sein; besonders solange man noch fe&t (I. B.) Große Tröster wird die Menschheit immer brauchen! Solange sie leben, nennt man sie Narren, Tagckiebe, und wenn sie aufgehört haben, in beteiligender Größe unter uns he rum zu wandeln, nennt man fie Genies. (Buch d . N.) . Die Bibel hltt an Moses nichts verschönt. (Herzl 1897 bei Kellner.) * .An einem Frischen Grabe sollte man nur wemen^nnd schweigen.'/Die Schwachen mögen sich. in DÄe» " machen, -bie Starken werden durch ihr habene grüßen.