Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 91 (25.2.1921)
- Date
- 1921-02-25
- Page
- Seite 59 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3947615-6435932-6437193--1003-3948524- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Riga 1× ep/1000826
- Vilnius 1× ep/1000947
OCR text
-SS — Einklng zu den Grundsätzen der westlichen Staaten zu bringen. Die Juden erfreuen sich zur Zeit aller Bürgerrechte. Wenn der ehemalige Staat Zustände bestehen ließ, die dazu angetan waren, Mßhelligkeiten unter den verschiedenen religiösen und völkischen Gruppen wachzuhalten, so wird der gute Wille der jetzigen Regierung und der Fortschritt der demokratischen ' Ideen nach und nach eine eilcheitliche Nation verwirklichen, welche wir alle wünschen, um die politische, soziale und.wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung zu sichern. Warschau. jJ. C. B.) Die Interpellation der jüdischen SesnÄeputrerten wegen Uebergabe Gen. Balachowicz's einem Kmegsc^richt, da gegen ihn aktenmäßige Beweise wegen Inszenierung zahlreicher Pogrome vorliegen, hat auf die politische Regierung nachhaltigen Eindruck gemacht. Wie verlautet, wird die Regierung der Interpellation der Mischen Deputierten nä- ^her treten urw sich bemühen, rechen. dieser gerechten Forderung zu ent- Litauen. Kowno. (I. E. B.j In einem Ausruf, den der Jüdische Nationalrat für Litauen an die amerikanischen Juden gerichtet hat, werden 139 jüdische Städte angeführt, welche völlig zerstört sind und ohne Hilfe des ausländischen Judentums nicht aufgebaut werden können. Paris. (I. C. B.) Ter Bölkerbundrat verständigte die litauische und polnische Regierungen, daß nach Abzug der Zeligowskischen Truppen und der Ankunst der internationalen Abteilungen, die die Stadt bestzen werden, eine provisorische Regierung, die die verschiedenen lokalen Elemnte repräsentieren soll, in Wilna werde eingesetzt werden. . > * Sowjet-Rußland. Zürich. Die Bolschewisten erheben in einem Radiotelegramm aus Moskau gegen die polnische Friedensdelegation in Riga den Vorwurf, daß diese nicht die Rechte der nationalen Minderheiten in Polen anerkennen wolle. Während sie spezielle Privilegien cke kaeto für die Weißrussen bewilligt hat, verweigerte sie solche bei den Verhandlungen in Riga den Juden. Die polnische Delegation wolle die Juden nicht als Nationalität anerkennen, also auch nicht als nationale Minorität, welche Weigerung die bolschewistische Delegation ausdrücklich protokolliert hat. Am Schlüße der Depesche werden Borwürfe gegen Polen erhoben wegen systematischer Verfolgung der Juden. (I. P. Z.) Mgo. Die sowjetische Friedensdelegation hat sich mit der polnischen Redaktion derjenigen Artikel des Friedensvertrages, welche den Schutz der nationalen und religiösen Minderheiten in Polen betreffen, einverstanden erklären müssen. Auf Grund dieser Artikel verpflichtet sich Rußland, sich in die inneren Angelegenh eiten Polens nicht einzumengen. Warschau. Einem Privatbries aus Moskau entnimmt der ^Warschauer „Najer-Haint", daß die Räteregierung vor einem halben lJahr eines der größten Theatergebäude in Moskau spezill für die ^Zwecke eines jiddischen Theaters renovieren ließ. Die Renovierung, elche mehrere Monate dauerte und bedeutende Kosten machte, ist Ijetzt beendet und das Theater dürfte nunmehr eröffnet werden. Dem Brief ist auch zu entnehmen, daß seit einem Jabr eine jiddische 'Theaterschule in Moskau besteht, welche bereits eine Reihe begabter ^Schauspieler hervorgebracht hat, die in Moskau und anderen Städten Rußlands wirken. Schweiz. Zürich. Die »Schweizerische Landcsorganisation der Agudas tJisroel" erläßt einen Aufruf, um größere Beiträge zwecks. Verformung notleidender jüdischer Familien in Wien mit MazzoS. * Die lschweizerische Aguda hat bekanntlich auch in den Vorjahren Echeblliches zur Linderung der MazzoSnot in Wien beigetragen. Italien. Professor AnselmoEolombo, f der die Botschaft LuzältiS - - überbrachte, überreichte dem. 8«erik«. f. Rem-Aork. Die EinwanderungSkommisfion deS Senates hat der Johnson-Bill, die ein Verbot der Ei.!üoander»ng, außer für nahe Verwandte, für die Dauer eines JahreS bezweckte, nicht zugestimmt und schlägt vor, daß, konform dem Vorschläge DUingha», ab 1. April die Einwanderung aus den verschiedenen fremde» Staaten zahlenmäßig beschränkt werde, und zwar mit 5 Prozent der in Amerika bereits sich befindenden Angehörige» dieser einzelnen Staaten. Rem-Aork. (I. E. B.) Die Nachricht über die Verweigern»- - der Paßvisa für die jüdisch-ukrainischen Flüchtlinge in Bessarabre» seitens der amerikanischen Konsuls in Bukarest hat hier großes Aufsehen erregt. LouiS' Marshall wandte sich in dieser Angckgenheit namens des Joint Distribution Committee an das Staatsdepartement in Walhinaton, ebenso H. Morris Rottenberg namens deS provisorischen amerikanisch-jüdischen Kongreßes an den rumänischen Gesandten. Rew-Aork. lJ. C. B.) Nachrichten aus Washington zufolge hat daS State Departement eS abgelehnt, dem deutsch-jüdische« Schachmeister Dr. Lasker die Einreisebewilligung in die Bereinigte» Staaten zu erteilen. Dr. Lasker hätte in Havanna ein Schachmatch mit Sign. Capablanca austragen sollen. Rew-Aork. Der 13. zionistische Distrikt in New-Vork hat eine „Palestine Building Loan Company gegründet. Die Gesellschaft wird ihr Kapital in Palästina als Baukredit zur Verfügung stellen. In der Versammlung wurden sofort V« der Anteile gezeichnet Sobald die erste Serie gezeichnet ist, wird eine zweite herauSgeg?ben. Die erste Serie von 100000 Dollars ist in 500 Anteilen k 200 Doll, ausgestellt. Das Geld ist in kleinen Raten monatlich einzuzahleu. Rew-Aork. Die Pittburger Ortsgruppe gründete eine Gesellschaft mit % Mill. Doll. Kapital zu dem Zweck, in Palästina eine. Glaswaren- und Ziegelfabrik zu gründen. Frankreich. Paris. (I. C. B.) Humanitä wendet sich in einem scharfen Artikel gegen die Ostjudenverfolgungen und gegen die sich daran anschließenden Ausweisungen feitender Polizeibehörden in Paris, die fast täglich in den jüdischen Stadtvierteln Razzien veranstaltet. Manche Pariser Blätter legen den »Fremden" den starken Rückgang der Hörerzayl an den Pariser Hochschulen zu Last. Die Studenten finden nirgends eine Kleinwohnung inehr, weil sowohl diese, als die sogenannten Künstlerwerkstätte» von den Fremden belegt seien, überdies hätte sich der MietzmS derart verteuert, daß der Studierende nicht in der Lage sei, ih« zu bezahlen. daflkn>. London. Ter neue Bizekönig von Indien, Lord Reading, wird * sich am 19. März in England einschiffen und am 2. April in Bombay sein neues Amt antreten. a« die tfrj die Berlin. Bei seinem Empfang in Waad Hair (Jüdischer Etadtrat) in Jerusalem sprach Sir Alfred Mond, der englische Minister der öffentlichen Arbeiten, über das ihm zuteil' gewordene Glück, zum esten Mal in sein Vaterland zurückkehreu zu dürfen. Die euglische Regierung sei fest entschlossen, ihr Versprechen eiuzuholte». Wir erwarten, so sagte Sir Mond, schon seit 2000 Jahren die uns jetzt gegebene Gelegenheit. Nun aber trennen unS nur weutge Jahre von der Erfüllung. Nichtkönne uns von der Verwirklichung unseres Ideals abhalten. Er habe es auf sich genommen, in England eine Körperschaft von Sachverständigen und K«pita8sten zwsammenzubringen, um das Land aufzubauen. Ich veestchere Ihnen, so schloß Sir Mond, daß ich alle-, was in meine« Krüfby^tn Mitteln und in meine« Einflnß liegt, «ft fljhtetgie »f& mus und mit dem tiefen Gefihl der Ehrfurcht^»« jeder Jude seinem Heimatland«; gegenüber empfindet. ttafia. Sir Alfred Mond hat Palästina Ägypten abgereist. Sei« 4ürfe«thalt in Vor seiner Ab-reise versprach €*tr PM die englische«, amerikanische« len jüdische« Finanzkreise für .st>Lus.i n ÄeGaanngsetzev w'