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Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-02-18 · 90 (18.2.1921) · p. Seite 53

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
3 (1921)
Issue
90 (18.2.1921)
Date
1921-02-18
Page
Seite 53 (sequence 5)
Language
German
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Gruhe zu hören: „Nu, pauie Moschku, panie Schmulin oder Panie Josku. Sie dürfen sich wohl über unsere liberale Regierung nicht beklagen. Polen ist nicht Rußland, .he? 2« unserem Lande giü's keine Judenfragen!" — Und pan Mofchek, pan Schmul und pan Josek dankten ihren „Freunden" verbindlichst für den Ausdruck „aufrichtiger" Mitfreude. — Ater zlvei Monarc sind bald seit jenem ..Jomref" ins Land gezogen, und nock. sind uir nicht um eine einzige Freude ärmer geworden.... (-an; im Gcqen.eil. es sind noch einige.neue hinzugekommcn, und eine der größten ist jetzt folgende: In letzter Zeit konunen häufige Vergiftungen du ch Brotgcnuß vor (gewisienlose Bäcker nur Sand ins Bror. damit es an Gewicht .zunimmr. Bis jetzt sind iaurer christliche Bäcker, noch kein einziger Jude, bei dreier rerb'.ecke- . rischen Manipulation ertappt worden.'). Tie anrÜemi:»- schen Hetzblätter — sie sind hier zahlreiä er und bissiger als in irgendeinem anderen Lande — neuen sich gierig aui diese gelegentliche Fundgrude und beschuldigen die Juden, daß sie dcö Brot vergiften, um das christliche Polen zu vernichten, genau dasselbe. ... was die Juden in. Minelalker mit ihrem Vergiften der Brunnen bezwecken wollten. — — Nun schwelgen wir wieder in tnen^cnloicr Freude darüber. daß die leichtgläubige, immer mit triicheni Haß gegen uns gefütterte Bevölkerung noch leine Mancnpogroine. keine ..öffentlich-rechtlichen" Judenmetzeleien veranstalte! har. getrau wie es ihre Vorfahren im Mittelalter unseren brunnenvergiftenden Vorfahren — o. unsere unmenschlichen Vorfahren! — getan haben. — Und wir kommen nach wie vor nicht mehr aus den Freuden hinaus- Wie tief der Anliiemirismas auch in manchen Regierungsbehörden. besonders bei militärischen, sitzt, bewies erst vor kurzem die Freisprechung der Mörder des jüdischen Studenten Bzioza von einem hohen militärischen Gericht und besten haltlose Motivierung des Urteils, rvas.zu einem heftigen Protest seitens der jüdischen Seim-Deputienen geführt hatte. Dieser aufsehenerregende Prozeß, der die gan^ Judenheil Polens erbittert bat,' bildet ein Kapitel für sich. In meinem nächsten Bericht werde ick darauf zurückkommen. Le Juif. Don Berg und Tal ilik«»inmrmiirimiini iirr Xit hiesigr Raiioaatsonds-Sommisfiou teilt uns mit. baß in der Zeit vom 17.—25. Februar hier in Bon» eiue Haossamwlung zugunsten des Jüdischen Rationalsonds statifiudet. Tiefe Sammlung, die als Purim-Akliou gedacht ist. muh aus lechaische» Gründen schon jetzt veranstaltet werden. Sie soll dazu dienen, einen Teil des Geldes aufzubringea. das nötig ist. in Erez Israel neue Landstrecken zu erwerben. Tie bisherigen Erfolge des Ind. diatioualfonds in Bonn lasten erwarte», daß euch dieses Mal die Bonner Juden ihr Interesse am Wohlergehen des Sesamtjudentnms und am Ausbau Palästinas durch reichliche Spende» beweisen. Bon». Ter Ortsgruppe Bon» des Dentratvereins dentscher Staatsbürger jüdischen Glaubens und der studentische» Ortsgruppe ist es gelungeu. zu einem Portraa am Samstag de» 26. Februar in de» Bortragssaale der Fortbildungsschule Herr» MrchtIn»»nl! Tr. Erich S eh r aus Saijerslauteru als Redner zu ytMnaca. Sei» Ter Bortrag des »ebaers. " — ' ' ' — - s, beste» Wort« hier i« Jahre 1913 eiue so tiefe fBitfaaf her gerufen haben, wird sicher von diele» sehr begrüßt werde». j^» vollster geistiger Frische beging a» Ist. b. M.b« lstei älteste Bkitgli^ der hiesige» israei«tische» Gemeinde, bam Hertz. ihre» 93. Gesurtstag. Weu» sie au die weibliche» Ahne, gelange» falle, da»» hat Frau Her, »och weite» Lebensweg vor sich Ihre MnUer brachte es auf 102. ihr» Grußmutier aar «uf 106 ^n. Döe Menußig hat a»ch ei« lichet^ Ungehöriger «nsirrr " Oherlnulur i» obeinb» ch Herr Her» rn» Abr»- mmf hem Mestize Id Palästinenser war jn» Rächst n Aussich y—men, er yg feßach bas! ihm mir großer Begeisternag übertragen mmmmnmTn »■■■■■■■■■■ wrnr ÖS» ». <ö9fCQfUTlfC i n in i i i nTriTxuL HD Sine kKMsche Antwart Bei der letzten Gemeindebundstogung in Berlin hat es euch nicht an humorvollen Arifchenfallen gefehlt, deren einer hier berichtet fei: Ein bekannrer moderner Waisenbausdirrktor wurde in den Wondeigängen gefragt, ob sich die «naben feines Waisenhauses nach ihrer Barmtzve anch des Tefillenieqeus befleißigten? Darauf erfolgte prompt mit e.nfrestem Gesicht dieAnnoori: ,.Be r bo te n ist es nicht!" u «ottke Chabad. Monte Ehadad war eines Tages bei einem Bilaer Gwir (einem vornehmen Herrn in Wilna). Als er das Hans verlassen wollte, glitt er oben auf dem Treppenabsatz aus und fiel die Stiege hinunter. „Was ist da passten." schreit man von allen Seiten. „Nichrs." erwiderte Mottl, „nur mein Pelz ist die Treppe himrniergefaüen." „Dos kann doch aber unmöglich so laut klappen." rief man. „Wovon ist denn das laute Klappe»?" „Dos, versteht ihr." erwideNe Mottl. ,ckam daher, daß ich in dem Pelze drin steckte." * Heischele-Anekdoten. »Aus <m im Welt-Bertag erschienene» „Schelme »ub Murren^ von Heinrich Loewe.) Einmal sagte ein reicher Mann zu Herstbesi: .^Herschele, fug mir a Ligen nit gebracht (jage mir eine. Lüge, sofon. ohne nachzudacken), gib ich dir a Nidel." ..Ihr hot doch gefugt." sagt Herschele, „o$ Ihr git mir zwei Ribel." Eines Tages kam Herschele ins Beißhamedrosth in Reisegewändern, mit einem guten Neijejack über der Echnlter und einem großen Stock in der Hmld. „Was bedattet das?" fragt man ihn von alle» Seiten, ..wohin fahrt Ihr?" .Zns Ausland!" ..Ins Ausland? Kennt Ihr denn ausländische Sprachen?" „Das will nichts bedeuten. Ich werde mir scho» Lat wissen. Wen» ich nach Lire (Oesterreich) ksnane, Wade ich die Sprache eben lernen, indem ich ei» wenig MWwechk- und bis ich sie kann, mich stumm stellen." Herschele hat einmal einem armen (Talmudfünger) geNmNscht, Satt solle chm eine drei AeSes (Borzüge») schickem Sie sol som und mekbmoe. ÜMwSfte, Beb Hasch, soü pejgx fo .Schafte einer! As st wett stönMei» m dich neun», is sie doch D» tritt a fing an ch« hem« «ich tt*

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