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Jüdischer Bote vom Rhein · 1921-02-04 · 88 (4.2.1921) · p. Seite 37

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
3 (1921)
Issue
88 (4.2.1921)
Date
1921-02-04
Page
Seite 37 (sequence 5)
Language
German
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37 aber waren die Juden besonders gedrückt und verfolgt, mußten „Marianen" (Scheincbriftrn) »ein und durften nicht erkennen lasien. daß ne im geheimen dem Glauben ihrer Vater treu blieben. Nun wurde plötzlich ein jüdischer Fürst Bundesgenosse des Herrschers von Portugal. und »o- W fort hörte alle Verfolgung auf. Wie ihren König berrach- — reten die Juden Reubeni, ja. aus Spanien schlichen ncb die Marranen bei Nackt und Tuntel über die Grenze, um in der Nähe dieses gongesairdren Mannezu sein. Renbeni aber blieb immer gleich unnahbar. Als einige 3m vergangen war, erholten sich die Judenfeinde von ihrem Sckweck. Der oberste Ketzerrickuer (Groß-Jnqninrcr» in Portugal machte dem König im Namen der Kirche beenge Vorwürw. daß unter dem Ähutz Renbenidie Marranen wieder zum jüdischen Glauben zurüllkebrren. Die G-inü de- Königfür Renbeni versiegte bnlb: crü wollte er ihm ach: Scki''w und viertausend Flinten und .Kanonen w::aeken. 'ckireßlick verwies er ihn aus seinem Land-:. und d-e Verfolgung der Juden begann aufs neue. Aber Reubeni gab »ein 3v-icl v.'ck: rcilrrcn. <'*«cnie;ninm mit einem begeisterten jünger. 2 -2 \ : :n o Molch die Republik Reacnsbnra Jcbre!'•?>- abzog er, nachdem er vergeblich, verbuch: darre. Venedig für feine Pläne '.n gewinnen, nee •um Reichstag, den .'lerer Karl V. dorr : hielt. Aber jetzt verließ ihn iein 'Rück: d-ei .Kaiser ließ beide in Fesieln schlagen und führte r:c :::: üw nach Mann Dort wurde M'olcho verbrannt. Reuden-;cü -väter im .Kerker verehret worden 'ein. Der „Spion" mit M» ^'n^cln. < , ihre T rr d.?küNruc cVr”:: “ r. : lh'i r:i:cf,' ::r. :c Jr: '.'•rvr L. "lH-n f r ,'l:: 7! :cr* u: i-‘*r*'K s 2ms 2 i * ’* rt:;*■ d^'.Li :* hiu:... ' ...JT'!; j:; iS'- '? ,:.±k'n 1>vt. h-.'Tre: t m vl:: r-c^^ " 'r - - Dieie Geichichrc verdanke ichde ia-en Arrillcriebrigade. Dr. Alerandrew. ernern J.:ven. (5s war bei L sinne ree im Jabie VA'. Ern holder führte dem General einen armen Inden vor. d-en er unterwegs als Spion abgefaßr darre. Er dabe den Trab: der Telephonleirnna durchschneiden wollen, meldete der Soldat. Weinend schwor der Jude, er sei ein armer Händler und habe ins Dorf gehen wollen, um etwas Lebensminel zum Barkäufe zu erhandeln. Der Soldat babe ibn abaefaßl. geprügelt und ihm sechzig Rubel weggenommen, die sein ganzes Geld bildeten, mir dem ec Frau uud achr Kinder ernähre. Der General fragte den Soldaren: .T>st das wahr?" „Nicht ein Wort!" — antwortete der Soldar — ..Der Jude lügt!" „Aushängen!" — jagte der General. Der Jude fiel ihm zu Füßen und fiehre. er möge doch mit seiner Frau und seinen acht Kindern Mitleid haben. Tr. Alerandrow, welcher bei der Szene anwesend war. bat den General, mit der Ausführung seines Befehls ein wenig zu warten und ihm im Nebenzimmer eine Unterredung zu gewähren. Tort sagte er dem Genowl: „Ich bin überzeugt, daß der Jude unschuldig ist. Ihn euszuhängen haben Sie noch immer Zeit. Ich schlüge Jh»en vor, folgende Probe zu machen: Sagen Sie de« Juden, daß Sie ihm diesmal das Leben schenken mb er frei ist. Wenn er wirklich ein Spion ist, so wird er ro gescheit sein, sich eiligst davonzumachen und wird nicht erst die stößig Rubel einfordern, die der Soldat ihm weggenommen hat. Er wird schauen, so schnell als möglich fortzakommen. JK er aber unschuldig, so wird er bestimmt fordern, da er damit rechnet, daß Sie ei» sind." Der General ging darauf ein. Lehrte mit de» Lrzt in da- Zimmer zurück, wo der Jude ßch brfrafr, «fr fa* ihm: „Jude, schau, daß du weitrrkommst^ Aber merk dirS: Wenn ich dich noch einmal erwische, so hange ich dich auf." Der Jude fiel vor dem General weinend nieder und daniste ihm. Schluchzend begann er dann: „Und lvas wird mit meinen sechzig Rubeln geschehen? 'Befehlen Sie deni Soldaten, er möge sie mir zurmkgeben." Der General begann zu lachen: „Verfluchter Jude, ich schenke dir das Leben und du bittest noch um Geld?" Das Lachen des Generals gab dem Juden anscheinend Mur. .Herr General" — fuhr n fort — „ich bin doch in Ihrer Gewalt. Wenn ich lüge, so lasien Sie mich erschießen! Der Soldat soll seinen rechten Stiefel w^szieben. der: liegen ineine sechzig Rubel: Zwei 3ehnrubelsckeine: ri-r Treirubclsch sine und der Rest Einrubelscheine. Und ich will Ihnen noch ein Zeickren sagen. Das Geld muß nach Benzin ricck>cn. denn ich habe es vom .Krämer Äbrabam bekommen, welcher mit Benzin handelt. Sein Geld riech: immer nach Benzin. Lasien Sie ihn aus der Stadl kommen. er kann bezeugen, daß er mir, bevor ich ins Tori gegangen bin. '-uri 25 Rubelscheine gewechselt bar. dann: i»h den Bauern die Lebensinittel bezahlen kann, die ich kaufe. Er wird sich gewiß noch erinnern, was für Scheine wir gegeben Har.". „Du Hast ihm Geld w-eggenommen?" — schrie der "'ene'.al den Soldaten an. „Jawohl, Erzellenz!" antwortete der Soldar. „Her damit!" sagte der General. Ter Soldat griff in seinen Stiefelschaft und zog Geld heraus. „3äblen!" befahl der General. Ter Soldat zählte bis vierzig. „Er soll den Stiefel abziehen, dort mimen noch zwei 3ebn:ubclicl)eine sein", sagte der Jude. Ter Soldat zog den Stiefel aus und aus dem Schon sielen ^wei rote Scheine. Tie Rechnung stimmte. .Doktor, riechen Sie zu dem Geld!" sagte der General. Wirklich', das Geld roch nach Benzin. Ter General rock» auch dazu, spuckte aus und gab es dem Juden. „Geb nach Hause, du bist unschuldig." Er klingelte. Ter Posten, welcher an der Tür Wache stand, kam herein. „Laßt dem Juden einen Passierschein in die Stadl geben und daß ihn keiner auf dem Wege anrührt! Den da" — er wies auf den Soldaten — „bring mit geladenem tGewehr yim Wachtmeister. Er soll ihm tüchtig den Kopf waschen, damit er sich ein zweites Mal nicht mit Raub abaibt." Wäre nicht zufällig der jüdische Arzt anwesend gewesen, dem es gelang, dem General einen Weg zur Wahrheit zu '.eigen, der unschuldige Jude wäre aufgehangt worden und in Nikolaj Nikolajewitschs Stab Ware noch ein Rapport ans komperen:er Quelle, von einem Artillerie-General, über jüdische Spionage und jüdischen Verrat eingelangt." Das Maß der Frömmigkeit. sEine wahr« Geschichte.) In Köln erzählt man sich noch heute von dem Kaufmann E.. der so fromm war, daß, als er einmal am Schicks des auf dem Neumarkt einen Taler fand, er den Fuß berat setzte und stundenlang so stehen blieb, bis der SaNathanfrgang ihm gestattete, den Taler aufzuheben und ernzustecken. Scherzfrage. „Warum hat Lloyd George gerade Lord Reatüng-zum Vizekönig von Indien ernannt?^ .Wegen Trotzki! Beil ein „gefährlicher" Jade rar durch einen andern Juden erfolgreich zu siekäwphen * —__

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