Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 86 (21.1.1921)
- Date
- 1921-01-21
- Page
- Seite 21 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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/ RahemS gesagj. und Kvar. yyade über die beiden, die den Standpunkt deS EetttrMBneins vertraten. Die, an diesen geNte Kritik ist derart einseitig, daß ich mich veranlaßt sehe, kurz dazu Stellung zu nehmen. Wenn diese beiden Redner nicht über das Wesen des Antisemitismus sprachen, so liegt das daran, daß der „Professor" einen Vortrag über „Die Besiedlung Palästinas" hielt, das „jüngste Semester" als Diskussionsredner zu der von Geheimrat Meinhold aufgestellten These „Der Einfluß der Juden auf die deutsche Kultur" auftrat. Wie auch dem Berichterstatter in der Nummer 84 bekannt sein dürfte, war ja die Diskussion durch bestimmte Thesen in feste Bahnen gelenkt, die eine Erörterung über dasM esendesAntisem'itismus nicht zulieben. Der Vorwurf der Unproduktivität, der uns gemacht wurde, und die antisemitischen Ausführungen eines Studenten, der uns deutschen Juden unser Deutschtum absprechen wollte, ließen es notwendig erscheinen, den Anteil der Juden an der deutschen Kultur immer wieder durch Tatsachen zu unterstreichen und allen Zuhörern zum Bewußtsein zu bringen, daß wir uns gegen jeden, der uns entrechten will, „wehren müssen, wie gegen einen Mörder". Dem Gegner dabei den Mangel eigenen starken Enrpfindens anzudichten, halte ich meinerseits für eine „gedrillte Parteiphrase". , Bei der Judendebatte in der Universität Bonn galt es, ' alle Kräfte gegen den Antisemitismus zu richten. Ich halte es daher für höchst bedauerlich, daß durch den einseitiger! Bericht in der Nummer 84 versucht wurde, in engstem Anschluß an den äußeren Kampf den inneren Zwiespalt unter uns Juden unnötigerweise hervorzukehren. Deshalb ent-! halte ich mich auch jeder Kritik an den Ausführungen der! anderen Diskussionsredner, über die zu berichten auch die Gegenseite merkwürdigerweise „vergessen" hat. WalterUngar. Anmerkung der Schriftleitung: Der Gej rechtigkeit halber möchten wir feststellen, daß unser Bericht- : erstatter über die „Unzulänglichkeit und Verworrenheit" - sämtlicher Redner gesprochen hat, also auch derjenigen, die nicht auf dem Standpunkt des Schreibers obiger Zeilen stehen. groß war imjett Fveude, oft frommer Mann «rate. Er Bohnen und machte schließlich neu pcy tevyasr Deuten, oatz wir aMonqMi ns Bohnen schon nicht mehr gespart haben. 4M Versorger und haben noch auherdmn eingemacht. Und so wurde der " all mit grünen Bohnen bewirtet. Bei fret Efcrtm milie murmelte er, als man ihm Wecker grütte vorsetzte, etwas vor sich hin, das wir nicht mehr konnten. Bei der siebenten Familie zeigte er Appetit und machte überhaupt keine Brochemehr. Der Viehhändler Marcus Wolfs, bet dem er die Bohnen zu essen hatte, ist zwar selbst kein frommer Man«, aba er hat es gern, wenn andere Leute fromm find. Und' so fragte er den „Stammesgenossen", ob er denn nicht für eine Broche man auf grüne Bohnen machte" widerte der „Pollak" mit vEm MunL, denn konnte er schon nicht mehr. Ich weiß wohl, waS Broche man auf Früchte macht, die auS da Erde oder auf Früchte, die auf dem Baume wachsen, ich aber keine Broche auf Früchte, die einem aus dem herauswachsen." . Ein Junge, der Bar-Mitzwo wurde, erinnerte sich nicht mehr der Brocho vor dem „Leienen". BertrammSvoll blickte er auf seinen Vater, der unweit von ihm stand. Dieser aber rief ihm zu: „Was siehst mich'an? Vs ist kein Brocho an mir?" * Eine junge Frau hatte die Gewohnheit, .in der Synagoge während dck „Leieqens" die. Deutsch zu lesen. Als man Wajeschew „lefcirie/V und die Frau die schichte Josefs las, weinte sie aus Erbarme», daß da arme Jolef von feinem Bruder verkauft worden war. AÜ das folgende Jabr dieselbe Sidre gelesen wurde, fchhie ste JdßJEfö auf: „Es geschieht ihm recht! Wäre er vörriAen WeggHlieten; cs ist ihm voriges Jahr schon so agangen!" ^Brrhaaße hott s'eS" *). ' ii ■ i ■■■■■■■ 11 n i rn ■im itt mim mTn Die Botentafche um ii n iTrn.ru r „Die müsse mir dat gewe!" Im Hessischen gab es einmal in einer kleinen Gemeinde einen alten Juden Henoch, der von der Wohltätigkeit der andaen insofern lebte, als ihm der eine bei seiner Schlachtung ein Stück Fleisch, der andere bei da Ernte einen Malta Weizen ins Haus schickten. Reb Henoch saß eines schönen Tages wieder einmal zu Hause, als in Gegenwart seines Nachbars Tischler Schmidt von da Familie N. solch ein Malter Weizen eintraf. Reb Henoch maß den Malter nach und fand ihn knapp gemessen: „Siehste, Schmidt, de Judde könne doch dat Bedröge nieh löste!" — „„Aber Henoch, sagte da rechtliche Tischlermeister, wie kannst du dat sage? Se habbe es dir doch geschenkt!"" — ,Llch was, laütete die lakonische Antwort, dat verstehst du nich, Schmidt: Die müsse mer dat gewe!"- I I Es gibt auch noch gemütsruhige Leute unter «O Juden — es gab ihrer früher mehr. .In jener, nichtzu fernen Zeit, die ich mit „früher" Umrissen halte, (me in dem hessischen Dorf Mainzlar ein Viehhändlers den seine Baufsgenossen nach ihrer Gepflogenheit Leck WMafier nannten. Der gehörte zu bim GeumtSnch^ar in 6rj «»d Land. Und da Gegensätze sich ergänzen vsmoL, hatte ihm bet Ehehimmel eine ganz andergeartete KNSKHxÜLIeschieden. Die war mehr als gen kämpfte sie mit ihrem Dienstmädchen Je energischa sie pochte, desto langsamer sotzße der bare Geist dem Ruf zur'Tat. Da sagte sö,'deS ewigen Haders müde, eines Morgenzum „Leck, du könntest amh einmal MH Gehörsinn erhob er sich undliestderr^ mit dem gleichen Erfolg , Nach längerer Zwischenzeit fragte die rmAMMg I. A yarrenve Gemaynn: .Leb. ßrht Sam doS MSSchm -stN - . ll ueoerzeugt erwiderte er: „Berheahe hottfeS" «üt schkmmuerte wick« «Ln. Die Brache. AuS Pewpeuich an der Akoche wird uns gesc Dieser Tage kam zu unS ein armer oftjüdischer Umyumg auS Russqch-Polm. Die ganze Gemeinde nahm ßch et an so M sie nur kormte. Bei dem Dorstchep rm- Gemeinde, Herr» OchS, wurde der arme Man» aufS hazvchfie bqEt. Msck HM-er» Schschck m Die antisemitische Demagoge unserer AW vorzugsweise mit einem PuDam^den fie ftr n-ch „Baron Rothschild" oder „trofft0 nrmtl und der «n vorne den „mtemi^iowS« AeprialÄ... . <>oh ,, 1) ^Bersprah« hat p«