Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 3 (1921)
- Issue
- 85 (14.1.1921)
- Date
- 1921-01-14
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Ciftctet jede» grcitef. Peewr.50 9t «u«ttf. Z, beziehe, tarch Htmtüche P»HL»trr 1H1 Itp Mottcrftf i« 0m. Jüdisches YdksUatt tgt&en von Rabbiner Dr. Krnik Aostn, Bonn. Schriftteitnng n»d 86' I ZLorrn, 14. §cmuar 1021. — 5 $<0<6af >Äns ganze Dorf maufcheli Der jüdische Witz ist die jüdische Welt, wie sie ihre Stacheln nach innen öhrt. Der „Goi" versteht ihn nicht, El wir äuch um unseren Witz einen Zaun gemacht haben, wie um uns» Thora. Wir suhlen alle, daß er keinen etwlch angehtaußer uns, und bekommen einen bitteren Geschmack rm Mundewenn wir ihn vom Nichtjuden erzählen Horen, und sei es auch der beste aller Nichtjuden und der beste aller Witze. Ja, der jüdische Witz ist eigenttich die einzige Geheimlehre, die das Judentum kennt. Eine Geheimlehre voll tragischer Komik, ein Spiegel der Wahrheit .um jeden Preis, selbst um den Preis der eigenen Qual. Ja, die Welt des jüdischen Witzes ist die Welt eines unerhörten geistigen Flagellantentums. Wenn die Welt wüßte, wie dieses geknechtete, verachtete Israel sich selbst immer die Peitsche gegeben, den Knecht in sich getreten und geprügelt hat, sie würde in tragischem Schauern verstummen vor solchem Trauerspiel. Und wer tiefer blickte, würde erkennen,-wie gerade durch seine Selbstironie der jüdische Witz den Stempel der geistigen Freiheit erhielt. Der JüL; befreite sich von dem moralischen Jammer, seines Judeseins, indem er erbarmungslos die Binde von der WrÄde riß und — lachte. Er nannte den Schaden und brachte sich dadurch ins moralische Gleichgewicht. Man denke nur an das Rassische „A soi!" (Ach so!), mit dem jener. Jude die Beine wieder auf das gegenüberliegende Polster des Eisenbahnabteils legte, als er merkte, daß der Mitfahrende doch auch „nur ein Jude" sei. Dann wird rmm beipfiichten, daß auf dem Grunde jedes jüdischen Witzes eine blutige Träne zittert und wird sich abgewöhnen/.fie zu Dutzenden vom Stapel zu lassen. Lacht nicht! Mr Witze erzWt, sagt in seiner Art nur Sliches. " Einer der seltsamsten Witze war mir immer Pie Geschichte von dem Juden, der fernen Sohn zum Landpapor ' ~ ~ chne. ganze Dorf mauschelt!' ' Wie? Ein einziger Judonjunge soll ein ganzes Dorf so unterkriegen? Was hat der Erftzder de- Witzes sich gedacht? Er muß doch in irgend einer Weise eine Wahrheit haften sagen wollen? So etwas aber sollte Vahr, soll »ur in» entferntesten möglich sein, und wir fkigm «och über unsere bösen. Aspmilanten? Was bedenetet ihre Weichvor solcher rassigen DurchschlagNmst, wenn, sie W? pieun fie vorhanden ist! Ob fc eMft stehe ftn. Aber sehr interessant nürd der Witz, wenn Mm ihm aiS die ganze Frage der Asfimilattonbederen man vsyer nur eme rmmre nno Wir erkennenhier mit sozusagen eine polare Erschelruütz ist 1 riven Assimilation der latton entspricht, die ebendie zwingt: Siehe das mauschetzde jüdischen Partrijargon ja objekttv betrachtet nichto8 nung, ein biologische-- Gesetz, ist. Statur ist nichtbrochenes Sichasfimllieren der ander. Der eine Organi-mnverzehrt de» indem er ihn verehrt, ist er er neu. So erscheint der als ein schöpferischer Akt. fruchtbare Kraft der schaffende» verständlich auch der GeisteLweÜ. passiven Assimilation, die sich der wirst, und, indem fie zum anderes aB einfacher Selbstmord! iffc fÜt «- latton, die nicht nur Leben-toili«, Schöpferwille ist. Do Wöstt Judenjunge wie ein Witz in Hat das Judentum diese mit der der Jwwnjunge die Mauscheln zu bequemen, auf Und die fernere Frage: Was kmm fefcft ttzvft noch bedeuten? So lange die Mauern de- Gettho stowt Affimilatton. Erst als sie fielen, Ä Ut Kräfte um uns sich z» rege» leGansen. «8 zu „verdauen", da- BoS n» «nsuchte, beginnt als Ersatz »er an ms» stchst die Erscheinung der A angesichts diefö Ersätzeunserer Feßolde Ür die Thora"? Rußte «an nich^. ober vielleicht die Kraft der Asfimüaüon fitz nehmen, den Stoß mit Stotz Aut einem Zwang in die Welt doch heute wohl ein Zonn u» Ne wiäer ein Zaun um uns» lich ist. Man will uus verbsMe», unmöglich sei«. Ne icheückcr; Mir AssinnlNor rmihm In WstHmst vor »s (or» von ftefh Mchtewn,AdstN» uns au