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Jüdischer Bote vom Rhein · 1920-12-31 · 83 (31.12.1920) · p. Seite 493

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
2 (1920)
Issue
83 (31.12.1920)
Date
1920-12-31
Page
Seite 493 (sequence 5)
Language
German
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t Schlosser utk zeigt 4atz. »aß ich Jade bla vir ich r» sei» s»I. zrjgi mir de» Aktz ichs Freie, indem er mir den »eg zum Volk, 'ügt, der — Sttfgeb« e»! — der Ne- «eite« Volke«, »er Nrg der reihert. der Zukunft, der Niedergeburt ist. * Ja. der Wiedergeburt! jdenn erneut sich der Leib, so irneut sich ale«, Herl, Semnt, Eharakter.. Ich Hab nicht nur den rußigen Arm, di« nackte Brust de« Schlosser« gesehen, sondern auch /ein freie« Auge, wie e» ans« glShend« Eisen sah. Auch da» Auge Lehörl »um Sörper, und ist doch oanz Seele, ganz Gemüt und Seifl! Sein Meister hat »inst zu ihm auf dem St. Stephan»tur«e gesagt: Jud, fürchtest du dich? und da« Wort ist mächtig in ihm geworden und bat ihn vor verrat und Treubruch gewahrt . .? Fürchteüricht«, mein Volk, und tu ab di« Furcht! Rur so wirst du frei werdenst Der Schlosser ist e« bereit« . . In einigen Stunden wird er wieder am Amboß und bei der «Esse stehen und der -stoch schlafenden Welt in kräftigen Hammrrr schlagen ftin Erwachen kund geben. Hämmere so fort, Schlosser! Jeder Schlag auf den Amboß bricht ein Glied von der Sklavenkett« deine« Volke« ab und klingt al» Willkommgruß der neuen Zeit entgegen. Hämmer« so fort!" Mo« Derrnr- Tal. Bingen am Rhett. Am 14. November fand in der hiesigen Lynagoae eine Weihe der Gedenktafeln für die im Rabbinatsbezirk Bilden gesalienen Krieger statt. Zu dieser Feier hatten sich Ue Verirrter der kirchlichen,-staatlichen Und städtischen Behörden einqeiuiidrn. Die Gedächtnisrede fier di« Gefallener», die aus die Zuhörerschaft einen tiefen Eindruck machte, hdlt Herr Nnisrabbiner L>r. Appel. Auf den schön ausgeführten Tafeln sind 40 Name» zn lesen. — In der Chanukkawoche vereinte ein Kinderfest und ein gemiitlicher Abend die Mitglieder der beiden Gemeinden z„ einem frohen Zusammensein. An diesem Abend wurde die >u Bingen für das Kinderheim in Kreuznach gesummelle Summe den erschieneneikMlqliedern des Kölner Komitees feierlichst überreicht. — An, Donnerstag, den 18. Dezember, hiev Herr Rabbi nerdr. Appel im hiesigen Geschichts- und Altertmusverein vor einem zahlreich erschienen interkonfessionellen Publikum einen Dortrag über die Geschichte der Inden an, Rhein. Der Redner spr'ach von den ersten Ansiedlungen an, Rhein, Köln, Worms n»h Mainz, schildert« ausführlich die nürtschafiliche Lage der Juden vor und nach den Kreuzzügen. Er entwarf ein lebeiwiges Bild von den Berfolgungen mrd Bedrückungen des Mitlclalters und erklärte daraus die vielchr Anschuldignngen, die man gegen die Juden «rhob. Der Leiter der -Versammlung Herr Professor Kemo hob in seinen Schluß- und Danekstvorten hervor, daß derartige Vorträge von dem größten § egen seien, da sie falsche. Anschauungen beseitigen helfen-. Tadurch könne das gegenseitige Verhältnis der einzelnen Bekenntnisse, n-m so innigev und aufrichtiger werden. Bad 'Kreuznach. Zwei hiesige jüdische Btitbürger, ,ztvei Brüder, Mitgliedr der hiesigen Athlelik-Svortvereinigung, haben bei den großen internationalen Wettkämpfen in Bern in der Schweiz am 18. und 19. Dezember äußerst anerkennenswerte Siege errunaen und zwar erhielten: Herr Julius Baruch den l. Preis iiii Ringen und den3. im Stemmen. Herr Hermann Baruch erhielt, weil der Kamvf unentschieden, »oobl durch VLos den 2. Preis, jedoch i» Anerkennung gleicher Leistungen ivard ihm die gleiche ÄuSzeickmung wie die des ersten Preises. Die Helden sind an» Babnhole festlich emvfanqe» nwrden und n»ter Vorantritt einer Musikkapelle durch die Stadt geleitet. Die aanze Einwohnerschaft Kreuznachs war auf den Beinen und am krause der Eltern ward letztere» eine besondere üvativn dargebracht. . Duiübnra. Hier fand unter Beteilinng der städtischen °Be- Hörde die Weibe des den Gelassenen von 1914—1918 errichteten Ehrendeirkmals aiü den, Mischen Friedhof statt. Nach einer Reoriikung der zahlreich Versammelten durch das Vorstand Mitglied Herrn Mar Leon hielt Rabbiner Dr. Neumgrk die Weiherede die in den feierlichen Apvell ausklana. auch ini Tageslärm der Baretikämvse die Stinuue der Toten nicht zu überbören, die >» Gerechtigkeit imd Versöhnung mahne. Namens des Bundes iüdikcher Frontsoldaten widmete Divl.-Jna. Plaut den Kanieraden einen warmen Nachruf. Unter Mitwirkung des von Lehrer Nnßbanm geleiteten Shnaaoaenchoos gestaltete sich die schlichte Feier sehr ergreifend. — Das Denkmal, ans freiwilligen Beiträge» kalt aller Gemeii'keiniwlieber errichtet, erbebt sich in lrbd-wuchtiaer und mommientaler Form ank einem betwrzuaten Vlak des indischen Friedbases. der ein Teil deS städtischen ist. Es ist ein Werk des Düssekdorstr Bikdhauers. Liwv. Fleilchhacker und wirkt in Verbindung mit der Gartenarchitektur irr eindrucksvoller und küastiwHchev Tlupmima. Dorsale Künstler führt jetzt auch im A-strawe der Stadt DmAbm» di» im MMhau» angebrachten Ehrentafel für die gefallenen stöhtischen Angestellten äv». -——-. I SU K»1r«l«sche. Im Mistischcn Rußland haben manchmal die Juden ihre Kinder falsch in die Matrikel eintragrn lassen, damit sie bei einer Rückdatierung ihre- Geburtstageim Falle der Militämntersuchung als achtzehnjährig gelten, aller nur den Brustumfang eine- Sechzehnjährigen aufwiesen, mjthin frer» koinmen sollten. „Ich weiß nicht", fragte «inst Berel den Schmrrrl. ,Uvas tun mit meinem Jizchvk? Soll ich ihn eintragrn lasten mit zwei Jahren zuvor, wirdgut sein für- Militär, aber schlecht für den Schidduch (d. i. die Eheschließung)^). Trag ich jhn aber ein mit zwei Jahren danach. wirdgut sein für den Schidduch, aber schlecht fürö Militär!" „Weißt du was?" erwiderte Schmerel, „wirst ihn eff* scher eintragen richtig!" ..Gebenscht sollst du sein! Daran Hab ich noch gar nicht gedacht!^ 1) T. h. er wird sür sein Alter schtvächlich aussehen uud kein« Iran kriegen. Lüsutg »«» Ehataka-VreiSeätsel« aa« «,. 80: 1. «orel« 2. AhaaverulA 3. JoalA ' . 4. Orgesr.Il 6. BendeluohN 6. JernniA 7. MuseuM 8. Merkule» 9. ObadgA 10. Horen 11. EdoM Baiomlm hohem Itanman haue. Richtige Lösungen gingen ein von: Josef Eoßmann und Paula raet, Alfter: Leo Baum, Bauche«; R. Heinemann, Martha Nnsset, Ernst und Richard Levy, Beun; Siegfried Löb, K»lu; Else Uolsktz Dnisbarg; Earl. Engel, Düsseldorf; Carl llohen, Esseu; Walter Horn, Jülich;. Erwin Juhl, Meckeuhei«; Manfred Schnöde M-Gladbach; Eist,. Goldbach. Nümbrecht; Jonas Levy. «emagea; Ma; Zauderer, Re«sche!d; Paul Rachmann, Siegdtrg; Isaak Süß^ Holz, Trier. Unter den Einsendern wurde gelost. Den Preis erhielt Jonas Levy in Remagen. Der Krrei«»bo1e. Berlin. > Jüdischer Nationalfonds e. B. Postscheckkonto Berlin RA. 7 Nr. 28 247. Bon den im Jahre 1920 auszubringenden 4 Millionen sind bis zum 22. Dez. l «04 010,47 M. cingeazhlt worden. Bonn. Zion. Ortsgruppe. Vorsitzender: Ma; Goldretch, Beuel, Jriedrichsir. 15. Jeden Mittwoch abend 8'/, Uhr, Webers!. 31. ziou. Stammtisch. Gäste willkommen. v Jüdischer Wanderbund, Blau-Weiß. Adresse: Kurt Schatz, Hnniboldtstraßc 24. l. Zug: Dienstag um ö Uhr: Heimabend im Heim. 2. Zug: Freitag um Uhr: Heimabend bei K. Schatz, Humboldstr. 24. — Mädelsgruppe, erhält »och Bescheid. Fahrten werden auf den Heimabende» bekannt gegeben. Ml«. Hilssansschaß für jüdisch« Durchwa»derer, Glockengasse 7. Geldspenden aick Postscheckkonto Köln 88 27b erbeten. Kleidungsstücke an die „Reah" Rnbensstratze 33. chottesdienst. Bonn. Freitag, den 3l. Dez.: Abendgottesdieitst 4.30 Uhr. SamStag, de» l. Januar: Moraengotlesditnst 0 Uhr. Minchah 0.3» Uhr. EabbatauSgang 5.15 Uhr. WerktagsgotteSdienst morgen» 7.30 Uhr, abend« 4.30 Uhr.

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