Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- 69 (24.9.1920)
- Date
- 1920-09-24
- Page
- Seite 377 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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wach einem feierlichen Festgotte-dienst die Befichtiaung dü Wiesbadener Sehenswürdigkeiten durch die Dragierten. Die am Sonntag den 22. August beginnenden Verhandlungen vereinigten die Delegierten in dem blumengeschmückten Saale des Paulinenschlößchens. Von den leitenden Persönlichkeiten des Verbandes sah man Dr. Apstl, Frl. Finlenstein und Waldemar Siraus aus Berlin, Kurt Zacharias-Bremen. Siegfried Wetzler-München, Paul Epstein- Ludwigshafen und Dr. Loeffler aus Frankfurt, dessen Referat „Wille und Mitarbeit der Jugend bei der Gestaltung der Zukunft der Juden 4n Stadt und Land" mit größter Spannung entgegengesehen »vurde. Mit hohem idealem Schwung rief er die Jugend zürn Kampf gegen den Materialismus auf und stellte di« Rückkehr zu Land, Landwirtschaft und produktivem Derus, als erste Forderung auf. um dem drohenden Untergang des deutschen Jugentums Einhalt zu gebieten. Dem Vorträge folgte tostnder Beifall. De^Verbandsvorfitzende-Dr. Apfel behandelte darauf mit gleichem Beifall dieselbe Frage von anderer Seite und kam x zum gleichen Ergebnis. Anr Nachmittag folgte nach einem scharf kritischen Referat von Schwarzschild „Was haben wir im Sinne der Jugend getan?" eine Generaldebatte, in der es zu ertegtem Aufeinänderplatzen der Geister kam, das sich als ein Kampf der Jungen gegen die Alten kennzeichnete. Zeitweise mußte der Verbandsvorsitzcnde vermittelnd und beruhigend dazwischentreten, und Dr. Loeffler, der als Vertreter des alten „bürgerlichen" Judentums scharf angegriffen war, in Schutz nehmen. Dr. Loeffler vermochte dann in einer nochmaligen Ansprache die Begeisterung aller aufs neue zu entfesieln und zu einen, worauf Dr. Lazarus in einem Schlußreferat „Wie wird unser Wille Werk?" das Ergebnis der Tagung zusammcnfaßte und mit feurigem Schwung zu neuer Arbeit im Geiste der Versöhnung per Gegensätze aufrief und nachhaltigen Eindruck machte. Die Tagung wurde durch einen künstlerischen Unterhaltungsabend beschlosien, dessen hervorragende, von reichem Beifall belohnte Darbietungen durch Herrn Kantor Julius Kauf- 'mann-Wiesbaden (Violine). Frl..Lotte Baer-Wiesbaden (Rezitation) und Herrn Opernsänger Kipnis vom Landesthcater, von Dr. Sulzberg feinsinnig begleitet, bestritten wmden. Die Delegiertcntagung hat nun hier in Wiesbaden die Gleichgiltigen geweckt und die schon vom Geiste der wahren Freundschaft durchdrungenen noch enger aneinander geschleißt. So glauben wir, daß sie für unser ganzes jüdisches Leben in der Gemeinde vow den wohltätigsten Folgen sein dürfte. t VfgcuMTt licht rl anch feilt ,»ch fei« allen Schlendrian.! Aber wer da glaubt, ln «schschild» Buch nur trockene, archlnalifche Mitteilungen und »aiinen zu finden, der wird "durch die Lektüre angenehm enttäusch«. Die Daten de» Archiv» bilden nur da» Snochenaerüst. da» der «erfass«» «it Fleisch und Sehnen überzieht, um ihm dann Leben einzuhauchen, sadatz lebendige Menschen vor un» stehen, wirkend und schaffend, sorgend und kämpfend. Hat doch der Verfasser viele» von dem. wo» er erzählt, miterlebt; andere» ist ihm von Zeugen der Vergangenheit noch erzählt worden. Mit besonderer Liebe ist da» Bild de« von 1867—1910 amtierenden Rabbiner» Dr. Alexander Stein gezeichnet, der die von inneren Kämpfen zwischen Orthodoxie und Reform in Anspruch genommenen Interessen der «emeinde auf da» wesentliche lenkte, al» da sind: gediegener Religionsunterricht, würdiger Gottesdienst, wohlorganisierte soziale Tättgkeit. wenn auch da» Meiste, wo» wir hier lesen, nur lokalgeschichtliche vedeutung hat. so weist doch quch manche» über den Kreit der einen Gemeinde hinaus. da wo de« Verfasser den Humor palten läßt, sogar in» «Igemein-Menschtiche. Tie da» Buch lesen, werden dem Verfasser Dank wissen, nicht minder aber seinem Auftraggeber, dem ^Vorstand der Gemciude Worms, der sich selbst ehrte, indem er denjenigen ein ehrende» Gedenken schuf, die ihm einst in Treue ihr Bestes gaben. Bochum, September 1920. Rabbiner Dr. David. Der Derei»»b-te. verlln. Jüdischer Rationalsond» e. v. Postscheckkonto Berlin Rw. 7 Sir. 38 217. von den im Jahre 1920 auszubringenden 4 Millionen sind bis zum 10. Sept. 1001678.1b M. eingezahlt worden. Sonn. X . Jüdischer 'Jugendbund. 1. Vorsitzender: Siegmund Schmitz. Halschiergasse 4. abend. Freitag den 24. September, 8'/, Uhr, im Hotel Levi: Heim- Hottesdienst. Bonn. Freitag den 24. Sept: Abendgottesdienst 6 Uhr. Samstag de» 25. Sept.: Morgengottesdienst' 9 Uhr. Minchah 4 Uhr. SabbalaiiSgang 7.05 Uhr. Sonntag den 26. Sept.: Vorabend Laubhüttensest: Abendgoitesdienst 6 Uhr. Montag den 27. Sept.: Morgengoltesdieiist und Predigt 9 Uhr. Abendgoitesdienst 6 Uhr. TienStag den 28. Sept.: MorgenaotteSdieüst 9 Uhr, Laubhüttenausgang 6.55 Uhr. WerktagsgotteSvienst morgens 7t/, Uhr, übendS 6*7» Uhr. Jahrzeiten. Bo n n. SamStag den 25. Sept.: Isaak Mendel. Mittwoch den 29. Sept.: Israel Bock. Nebst Boraoend. $«!&• und Wechfekmarkl. Müchereingang *)- — Besprechung Vorbehalten. — 1. Reden britischer Staatsmänner zum jüdischen Volt (Jargon).- Herausgegeben vom Zentralbüro der zionistischen Organisation. London 1920. 2. nv^iv ivs mit deutscher llbersetzuug. Berlag Sänger und Friedberg, Frankfurt a. M. 1919. Pret» 12 M. Dücherschan. v Rothschild, S., Beamte der Wormser jüdischen Gemeinde (Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwartj, Frankfurt a. M. 1920 lverlag I. Kauffmannj. Preis 10 M. Der seit einem halbe» Jahrhundert an der (simultanen) Stadtschule'in Worm» wirkende Verfasser ist gleichzeitig Sekretär der Mischen Gemeinde daselbst und hat alS solcher sich mit Liebe vdrtiest in die Schriftstücke und sonstgen Dokumente, die Kunde geben von der Vergangenheit dieser Gemeinde, die zu den ältesten TeutschlandS zählt. Seine in immer neuen Auflagen erscheinende Schrift; „AuS Vergangenheit und Gegenwart der israelitischen Gemeinde >» Worin?" enthalt das Wesentliche dessen, was uns Geschichte und Sage von der im Jahre 1034 erbauten Synagoge und dem wohl um dieselbe Zeit angelegten Friedhof erzählen, und nun erfreut uns der unermüdliche Verfasser durch eine fesselnd geschriebene Charakteristik der Beamten der Wormser jüdischen Gemeinde. TaS «Material ist den Archivakten und Borstaiidsprotokollen entnommen, und e» ist ersreulich, zu sehen, wie gut da» Wormser Gemeindearchiv 1) All» hier angegebenen Bücher sind auch durch den Boten- Verla, tn Beim zu beziehen. SS kosteten tn Köln am 14. Setzt. am 21. Sept. FrtrdenSku:» Mark Mark Mark 1 Pfund Sterling . . 198-202 220-939 20.43 100 srimzös. Frank . . 367-V878 440-466 81.— 100 belgische H ♦ 399-403 160-485 112.60 100 schweizer. n * 920- 930 975-985 81.— 100 holländ. Gulden. . 1765-1810 1960-2025 168.76 100 österrrlch. Kronen . 26,4 —26,6 26,4—26,6 86.- 1 amerikan. Dollar '. 57-69 62-66 4.2* . Aalender der Woche. Seplbr. Oktober 1920 Tischrt 5681 Freitag. 24. Sept. 12 SamStag ... 2b. „ 13 Sonntag.... 26. . 14 Montag. 27. , 16 Nivs l Tag Dienstag.... 28. , 16 . 11. . Mittwoch.... 29 . 17 1 Donnerstag. 30. . 18 Freitag. 1- . 19 SamStag... 2- . *1°