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Jüdischer Bote vom Rhein · 1920-07-30 · 61 (30.7.1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
2 (1920)
Issue
61 (30.7.1920)
Date
1920-07-30
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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4* «rschelat jrd», greita|. 8t|«i*‘ Preis 1.60 9t, wutl. Z» trptrhr» 6an| st»tlich« P»stt»trr »per p»rch d«, vetrrrerle» i» 8»»». BOTE VOM RHEIN Jüdisches Volksblatt «>1,«V»pr^«:1.60«.str»«„«»». ,«sp. Petitjeile. Dir |n(« Ccitf »»faßt 860 ZeUr». Paßscheckkaata 8atea»«rla, 8»»»/ Lila Nr. 74747. qeraurgegeben von Rabbiner Or. Krnit Kohn. Bonn. Schriftleitung und GeschchtssteLe: Bonn, Brüdergaffe 62. Kammer 61 Monn., SO. Juki 1920. — 15 Aw 8680 2. Iahr-iag. d G G Wiener KM<r-flfiion dtt .JfldUcDei Boten vom Rbein“. Wir bitten die Ferieneltern unserer Wiener Kinder fteundlich, falls sie es noch nicht taten, umgehend an die Familie der Kinder in Wien ihre Ankunft und Adresse zu melden, die Kinder selbst regelmäßig einmal zum wöchentlichen Schreiben nachhause anzuhalten, uns selbst aber postwendend den Namen des bei ihnen aufgenommenen Kindemitzuteilen und ob dieseauch im Besitz seiner richtigen AuSwciskarte ist. „DerJüdischeBot e", Bonn, Brüdergasse 52. 8pendencfng*ng. Bonn. Herrn. Hirsch 200 M,. Frau Steinfeld 100 M., Frau Adolf Cahn 50 M., Frau Löwenstrin 15 M., Ungenannt durch San.-Rat Dr. L. 1000 M., Kantor Baum' 10 M. Kreuzau. Phil. Levy 100 M. Saarbrücken. Gottfried Marx 100 M., Isidor Simon 180 Mark. Trier. S. Samuel 30 M. r'rn: rn-d [oToToToToToToToToToTöroToToröIoIoIoIoIoIoIoIoIoIoroToIoIoIoIoIoIoIoIoIoroIoIoIo] [ololoIoIoIoIoIoToIoIoIoIoIoIoIoIoIoIoToIoIoIoIoIoIoIoIoIoIoIoIoIoIoIoIoIoIoIolo] Wiener ^Kinder. Tröstet, tröstet mein Volk! spricht e»er Gott. Jesaja 40. I. 8 uft x Gott sagt und sagt es e u ch, daß ihr trösten ollt. Und wen sollt ihr tröMn? Euer Volk, d. h. euch elbst. Jeder Jude soll ein Menachcm amau, ein Tröster eines Volkes sein, soll jedem Juden zu Herzen reden, wie er-selber Trost empfangen soll für das eigene Herz. Niemals wieder ist so der Trost zum „Nimm und gib!" der Herzen erhoben, niemals wieder so zur goldenen Brücke der Seelen gemacht worden wie hier. Trösten und getröstet werden, trösten und im Tröste eine Sehnsucht nach der gleichen Liebe, eine Erwartung des gleichen zärtlichen Vergelteys zeigen, das ist das höchste und untierkümmertste Glück dieses argen Lebens. Und kein Trost ist schöner, war dem Juden jemals schöner als der.Trost an seinem Volke. Wie kann der Einzelne denn nun aber sein Volk trösten? Wer hat noch so die Macht -jesajanischer Rede, daß das Volk ihn höre und als Tröster anerkenne? Nein, wer heut sein Volk trösten will, kann es rrtA mit schöner Rede, sondern nur mit einer guten. lieben, zärtlichen Tat. Und lvird sie am Geringsten seines Volkes getan, so ist sie schon die Fülle, die Liebe, der — Trost. Dieser Tage kamen 77 jüdische Kinder aus Wien nach Bonn, der schönen Stadt am Rhein. Wer den Zug dieser armen, hungernden Kinder zum Bonner Gemeindehaus pilgern sah, »ver sah, wie sie unter der Last ihrer Rucksäcke ächzten, wer in die Ueinen Gesichter sah. die alle p'ne soken, den Greiscnzugim Antlitz trugen, mrd wer dann nach ihrem Alter fragend erfuhr, daß dieses scheinbar Fünfjährige schon iieun Lenze — armselige Lenze, ach! — hinter sich hatte, dieses Zehnjährige kaum 20 Kilo wog. — der wird diesen Anblick nicht vergesien können. Unvergeßlich aber werden allen die ztvei Tage sein, die nun folgten: Die rührende Fürsorge jener jüdiscl)en Frauen Bonns, die den Hungernden am Abend der Ankunft den Tisch gedeckt und geschmückt hatten; die Gastlichkeit der Häuser, die sich schier uin die Ärnder risien, um sie die erste Nacht bei sich zu beherbergen; am nächsten Motgcn die Hingabe der Arzt«, die die Kinder untersuchten; der Eifer der Studenten von der Kadimah, der Mitglieder des Jugendbundes und der vielen anderen, die die Kinder an ihreN'Bestimmungsort brachten; und schließlich all die Opferfteude. die sich dem schönen Liebesiverke mit Gunst und Gabe weihte, — wahrhaftig, das alles wird unvergeßlich sein. Unvergeßlich aber vor allem dem „Jüdischen Boten vom Rhein", der ohne die Hilfe seiner treuen Leser und' Freunde dieses Werk niemals zustande gebracht hätte und ihnen heute gern danken möchte, aber nicht recht tveiß. wie er es anfangen soll, für eine Sache zu danken, die ihren Tank schon in sich selber trägt. Was sind alle schönen Worte neben dem reinen Gefühl, einmal recht von Herzen — wie oft kommt es vor? — ein Tröster seines Volkes getvesen zu sein! Fern in der einst so munteren Kaiserstadt an der blguen Donau wohnen unter den Dächern ihrer Vorstädte 77 arme, darbende Eltern, uns ftemd und doch nah. tveil tvir für ihr Liebstes gesorgt haben. Ihr Dank, der jedem Hause sicher ist. das ein Kind genommen, wiegt mehr als unser Dank. Unser heiliger Wunsch ist es aber, daß nie in Israel die Häuser fehlen und verschwinden mögen, wo es als höchster Stolz und einziger Wert gilt, seines annen Volkes gütiger Tröster zu sein. Emil C o h n. tttoebenfebau. Deutschland. , Berlin. In der neugeioählte» Repräsentanz kain cs bereits in der ersten Sitzung zum Zusammenstoß der Gruppen. Motitz A. Loeb, der Führer der Orthodoren, und Prof. Dr. Loewe, der Führer der Volkspartci, legten Verwahrung ein, daß der Leiter der Reformgemcinde, Gcheimrat -Minden, von den Liberalen für den ersten Vorsitz vorgeschlagen wurde. Er wurde trotzdem gewählt. Ferner Tatsachen und Ergebnisie.

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