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Jüdischer Bote vom Rhein · 1920-07-09 · 58 (9.7.1920) · p. Seite 288

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
2 (1920)
Issue
58 (9.7.1920)
Date
1920-07-09
Page
Seite 288 (sequence 4)
Language
German
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„Ich habe strengen Befehl, et keinem außer Ihnen selbst zu geben", sprach er,, ihr einen Brief einhändigend. ..um ganz sicher zu fein, daß Sie ihn auch bestimmt empfangen." . sFortsetzung folg».) Po« Kerg ml- Tal. mm» nmTTiTwmn mm.nmnrP Köln. Wir verweisen mit besonderem Nachdruck auf die Anzeige der Mifrachigruppe, die Stellungen in landwirtschaftlichen Betrieben, auch bei Viehhändlern, für gesetzestreuc Chaluzim sucht. Die Berufsumschichtmrg der Juden im Zusammenhang mit dem Aufbau Palästinas kann nicht ernst genug genommen werden, und es ist dringend nottvendig, daß alle nach Kräften durch Vermittelung solcher Stellungen das ihre zu dem Werke beitragen. Wir nehmen Meldungen und Anregungen gerne entgegen. Urbach-Kirchdorf. Kürzlich fand in unserer kleinen Gemeinde das seltene Fest einer Thoraweihe statt. Herr Heinrich Löb aus Raubach hatte dankbaren Herzens gegen den Weltenlenker eine Thorarolle gestiftet. Die Weihe vollzog Herr Lehrer Ginsberg aus Dierdorf. An hie synagogalc Feier schlossen sich Konzert und Tanz. Dierdorf, Bez. Koblenz. Der hiesige Jugendverein veranstaltete am 20. Juni einen Vortragsabend, der gut besucht war. Herr Lehrer Ransenbera aus Neuwied sprach über das Thema: „Angriffe und Abwehr." Seine Ausführungen wurden mit großem Beifall ausgenommen. Einer Anregung entspreche»»- traten mehrere der Antvesenden dem Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens bei und bildeten noch am selbigen Abend im Verein mit den alten Mitgliedern eine Ortsgruppe des Zentralvereins. In den Vorstand wurden gewählt die Herren Lehrer A. Ginsberg (Bors.), Siegm. Kahn (Schriftführer) und Moritz Salomon (Kassierer). . Diepholz (Hann.). Hier starb im blühenden Alter von 43 Jahren an den Folgen einer Operation unser allgemein beliebtes Mitglied Herr Hermann Ginsberg. r L BMW Die Kotklltasche. OSH| bhhssB' Der 17. Tamuz. ' __ Am J7. Tamuz. mit dessen a»n letzten Sonntag begangenen Fasten die drei Wochen beginnen, die bis nach dem 9. Aw dauern, drangen zur Zeit des 2. Tempels die Römer in das belagerte Jerusalem ein. Von diesem Tage an sind drei Wochen lang alle Freudenfeirrn, auch Hochzeiten zu vermeiden. Außer an den Sabbaten soll man auch nicht Schehcchejonu mache»». Es ist eine Halbtrauerzeit. die in ihren letzten 9 Tagen (1.—9. Aw) ihren Höhepunkt erreicht, in denen auch der Fleischgenuß verboten ist. In diesem Auge Mick, wo Palästina für das Jrrdentum eine erneute Bedeutung erhält, ertvächst die interessante religiöse Frage, ob diese nationalen Trauertage bleibenden Sinn haben »verden. Auf diese Frage antwortet. »vie tvenig bekannt ist. bereits der Profet Sacharja (8. 19) mit einem klaren Pein: „So spricht der Herr der Heerscharen: Die Fasttage im werten, fünften,'siebenten und zehnten Monate werdet» dem Hause Juda dereinst zu Tagen der Freude, des Jubels und zu frohen Zeiten »verden. Aber HM nur die Wahrheit und den Frieden lieb!" — Das wären also der 17. Tamuz. der 9. Aw, daS Fasten Gedalja und der 10. Tetves. Eine Entscheidung freilich ist trat diesem Profetenwort noch nicht gegeben. Tatsache bleibt nnir, daß die politischen Entscheidungen unserer Zeit eine Ära der religiösen Entscheidungen notwerrdig mit stch bringen »verden._—:--—---1 E.'Ei . Mit der Rase. ..Sag drei Mal: Moses mit der Rast, dann bekomrnst du einen Preis." „Mösts mit der Ras, MoseS mit der Ras. Moses mit der Nas. > ..Du hast verloren!" „Wieso denn?" ' „Du hast gesagt mit dem Mund, nicht mit der Nas." , (Lodzer Tageblatt.) Sildeariitsrl. Folgend« SS Silben find zu 11 Worten zu ordnen, deren Anfang«, und SchlußbuLstahrn, die ersten Von oben nach unten, dir letzten Von unten nach oben gelesen, ein bekannte« Wort IflbU scher Zusammengehörigkeit ergeben. Dir Worte bedeuten: 1. der wichtigste Teil unsrer PalSstlnaarbett, S. äghptische Gottheit, S. ttaltrntswer Maler, 4. biblische «estalt, b. eine Art Von Spott, 6. asta» ttsche Königin, 7. König Von Juda, 8. höhere« Forstamt, ». sabbathktche Einrichtung, 10. Fraurnname, 11. Sohn Jakob«. aw, &s, be, ber, do, e, kör, ha; 1, ja, ko, kob, le, li, Io, mt, wie, nar, nie, nie, nie, o, o, o, o, ra, re, rel, ria, ro, ruw, *e, ser si, ste. Sifaa« de» 6i(lcaritft(» aa« Nr. 57: Hendel Emilie Ifehemlat Alabaster Samos Salbei Egypte« Bagatelle r Der südtsche Politiker ist Menasse ben Israel, der Von Holland au» bet Oliver Lromwell die Rückkehr brr Juden nach England «rtvirkte. — Unter den Einsendern der richtigen Lösung wurde gelost. Den Prei» erhielt Irl. Else Levy, Köln- Sulz. Konradstraße 17. X- Kücherschau. Theodor Herzl« Lehrjahre (18Ö0—1885). Bon Leon Kellner. Nach den handschriftlichen Quellen. R. Löwit Berlag, Wien- Berlin 1920. Prei» geb. 10 M. Zum erstenmale erscheint hier ein« Fülle gänzlich unbekannten Materials aus dem Nachlasse Theodor Herzls, von Freundeshand geordnet und mit zahlreichen unveröffentlichten Bildnissen geschmückt. in Form einer fesselnd erzählten Biographie. AuS Briesen, Tagebuchblättern, persönlichen Erinnerungen und anderen Quellen läßt der Verfasser vor unS daS Bild einer großen Persönlichkeit erstehen. Wir lernen Herzls Familie kennen, sehen ihn alS Kind, als Jüngling, als Mann, km Kreise der Seinen und im BerhältniS zu seiner Umgebung, verfolgen mit Spannung seine ersten schriststellerischen versuche, seine Enttäuschungen und seine Erfolge, sein lange vergebliches Ringen um die Bühne, fein' allmähliche- Vordringen in der Journalistik, zu deren Meister er sich entwickelt, bi» endlich die lange in ihm schlummernde Idee der Befreiung seine» Volkes machtvoll zum Durchbruch gelangt, die künftig allein seinem Leben die Richtung geben sollte, und bis er an den Punkt gelangt, wo er die Wort« niederschreibt, mit denen dieses Buch schließt: „Ich glaube, für mich hat das Leben ausgehört und die Weltgeschichte begonnen." Der historisch« Moment. Betrachtungen über jüdische Zeitfragen. Bon M. Ganzer. Berlag von G. Jtzkowski, Berlin N. 24, Auguststraße 69. Zu beziehen durch den Wtitverlag, Berlin NW., Dorotheenstraße 35. Ein Büchlein, in jüdischer Sprach« geschrieben und mit hebräischen Lettern gedruckt, die jüdische Gegenwartsfrage in interessanter Weise abhandelnd. Da» jüdische Volk stehe am Scheidewege, eS gelte, den „historischen Moment" zu erfassen und al» Volk sich seinen Platz an der Sonnezu sichern. Den Liebhabern eine» iebendigen jüdischen Stil» sei die Schrift angelegentlich empfohlen. Tohuwabohu von Sam mtt, Gronemann. Weltverlag. Berlin NW. 7, Dorotheenstraße 35. Preisgeheftet 17.59 M„ gebunden 32 M. i Dieser Roman gibt mit unerbittlicher Satire da» Bild jüdischer Menschen und Zustände von, heute. Ein bunter Reigen:, da sind die Getauften und bald Getauften de» Berliner Westen» mit ihrer übertünchten Bildung und inneren Haltlosigkeit: da sind di« Frommen, varschuiGichivter Riten, di« sie rnSEiitttlöse Und Komh^ dienhafte verzerren.. Und jenseit» von ihnen der Quell, au» dem sie all« einst kamen: di« Millionenmassen de» Osten» mit all den Fehlern ihre» Milieu», aber auch der ganzen Ursprünglichkeit ihre« BolkStum». Und zwischen ihnen, tobend und säuselnd, die verschiedenen Spielarten der Antisemiten: vom korrupten Radaichelden bi» zum missionierenden Apostel. In einer Handlung voll stärkster Spannung lebt da» alle»; unlir Spott und Lachen gesehen. E» ist aber ein Spott, der au» wehem Herzen kommt; und hinter dem Gelächter steht dio Sehnsucht, die au» dein Tohuwabohu in ein« boffora Zukunft führen füll:

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