Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- 57 (2.7.1920)
- Date
- 1920-07-02
- Page
- Seite 278 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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bicjenißcn Wau&cnSflcnoffen zu schaffen, die in ihren gegemoärligen Verhältnissen nicht leben können." Hannover. Mit 1255 gegen 606 Stinnnen beschloß cu, der hiesigen Technisci-cir Hoctischule der Studentrnausjctmß den 2trlsjchluß der jüdiscl>en Ctrrdcntcn. Berlin. Ans Pein vom 20.—24. Juni tagenden 16. Tcl.gierleniag der Zionisten wurden zu gleichberechtigten --,'oi|it’cnbcn der Zionistisctxn Vereinigung für Teutsch!- loud Tr. iNctiv Rojenblülh und Tr. 2llfrei> .SUcc gewählt. Berlin. Das Arlvitersürsorgeamt der JüdisclM Orßiinisatione». Berlin N. 24, Augnststr. 16, erläßt einen Hilferuf, der über den großen Mangel an in der sozialen VUbcii ersahiencn und für daL jüdisli)e Hilfswerk in Befracht lominenden Personen klagt und zu Meldmigen aufsoidert. 2lrrch die Meldung solcher Personen, die tagcs- oder slundeuirx'ise ehrenamtlich Mitarbeiten wollen, sei ^riiigcnd,(llvj'uischt. - Königsberg. Ter hiesige Asta (Allg. Studentenmrsschusi) tvschloß einstimmig: „Teutscl-c Staatsbürger jüdrschen Glanlxm» sind nur im Verhältnis zu ihrer Bevölkelnngsziffcr zur Universität zuzulasien." Berlin. Tie im Dezember 1019 begründete A g u d a lorihodore Jugendorganisation) umfaßt« Ende 1919 100 puppen mit ca. 12 000 Mitgliedern, hat sich danach also seit 1917 verdoppelt. Ihr angegliedert ist die Esra-Orga- »ijation für Jugendliche, die bereits 5000 Mitglieder zählt, >»-et>t,e eifrig das Wandern pflegen. Berlin. Zur Bakteriologin ffiir das Moabiter Krankenhaus irählte der Magistrat Ülerlin gemäß dem Borsiblage der >irankenhallSdeputation Iran Professor Tr. Lydia Rabinowiljch. — Teir N'achsolger Emil Fischers, des genialen Eheinieprosessors an der ätcrlincr Universität, »'ird voraussichtlich Professor Haber, Direktor des Kaiser- BUIheU»-Institut» für. physikalische Ehemie Zr Tahlein, »erden. Haler »ird allerdings auch diese Stellung beibehalle». so daß er von jetzt ab eine Toppclprofessm: bekleidet. Berlin. Hier ist (Aosenthalerstr. 45, Telefon Norden 1982) ein jüdisches Pressebüro unter dem Namen „Hameivasser" erössnei worden, ireläes die jüdische Presst des In- und 21 »»laude» über die wichtigen Ereignisse und Erscheinungen im Leben der deutschen Juden fortlaufend insormieren soll. Teutschösterreich. - ' j Karlsbad. Tas Komitee der Jüdischen Telcgaiionen vor der Jriedenskoufercnz I>ot in seinen Sitzun- 'gen vom 8., 9. und I». Juni 1920 endgiltig beschlossen, die allgemeine Jüdische Welthilsskonserenz nach Karlsbad für den 27. Juli bi» 3. August 1920 einzulerufen. Tiefe >!onse,en; »ird der erste Versuch sein, für das gegenir^irtig durch »»erhörte Katastrophen betrosfene.jüdiscl)« Volk die noiuendige Hilssarbeit aus rationelle Basis zu stellen. Ungarn. Debrezin. Tdr protestantische Bischof Balthasar hat einen Jeldpig gegen die antisemitisihe» Erzesse in Ungarn chöffnet. Jnzu ijchen fanden neue Erzesse in Szolnvk und r'lbom» statt. Tie Lage in Ungarn ifr jo alarmierend getvorden, daß sich der.Ministerpräsident nach Unterzeichnung des Fricdeusverlrage» veranlaßt gesehen lyrt. in einem Dekret, toeliles den bisher bestrittenen »reißen Terror offiziell stäiigi. den Ausnahmezustand zu verhängen. Man tvird ab»arten inüfstn, ob e» den nngarischen Machthabern mit der Einführung geordneter Verhältnisse ernst ist. Schon die r'Iniresenheit der englischen Arbeitermission hat neuerliche Unlaien,zur Folge gehabt, und cineMeihe vok Juden. die eS getr-agl haben, 4lesch»rerde zu führen, sind den „rveißen" Wüterichen zum Opfer gefallen. Immer irneder rersclürindcn Menschen spurlgs. Wie „Nepszava" meldet, worden die >banfle»le Tesider Grünberger und Desider Teuisch, die iln Dezember in eine Kaserne versclsieppt Nnirden, seither vermißt. Täglich erscheine»»,» der Budapest«! Presse Meldungen von gefundenen Leichen. Ein Kommentar fehlt, läßt sich aber leicht ergänzen. Warschau. Nach der Entscheidung von San Remo . haben sich hier 50 Synagogen der orthodox-zionistischen Fraktion des Misrachi angeschlossen. Dasselbe wird aus London vonr Verband jüdischer Lehrer Englands gemeldet. — Der hiesige Stadtwt hat mit allen gegen die Stimmen der Juden das absolute SonLtagSruhegesctz airgeirommen, das für die jüdisclze Handelstvelt katastrophal ist. , Warschau. Während der sechs Monate November bis . April wurden in Warschau 1203 jüdische Knaben und 1143 jüdische Mädchen geboren, 743 Ehen geschlossen und 1337 Ehen geschieden. Besonder Aufmerksamkeit vordient die rmgewöhulich hohe Zahler Ehescheidungen. Ost-Galizien. Buczacz. 14 jüdische Zöglinge tvurden vom hiesigen Gyninasilnn tmd aLen Schulen des Landes venviesen, weil sic dem „Haschomcr" angehören, einer Organisation für die kultnrelle, moralische und nationale Selbsterziehung der Jugend. Eine gleirt-e polnische Organisation wurde zugelassen. Rußland. Reval. Die 68 Delegierten des Moskauer Zionistenkongresses, die verl-astet worden waren, weil sie den Beschluß von San Remo freudig begrüßt hatten, wmden wieder sreigclassen. Weißrußland. Minsk. Tie Gemeinde hier hat eine Farm zur landwirtsllrüftlichen b'lusbildung von Palästinapionicven begründet. Frankreich. Paris. Alfred Treyfuß, der Held des berüchtigten Trehsußprozesses, ist gestorben. -Marokko^ Mclilla. Ter Großrabbincr Abraham Cohen wurde hier ermordet aufgesunden. Ter Mörder und die Bewcggründe der schrectticlM Tat sind unbekannt. Schweiz. Zürich. Ter Stadtrat von Zürich hat für die aus östlichen Wcbidj/i zugen>ai,dcrten Juden besondere Einbürgernngsbestinsmungen festgesetzt. Sogenannte Ostjrrden sollen zur Aufnahme Ürs Wrgcrrecht nur curpfohlen werden, U>enii sic mindestens 15 Jahre in Zürich gewohnt und durch Behericschung der deutschen Spmcl-e sowie durch die beryfliche Tätigkeit sich angepaßt und als nützliche Ele- 'mente der schtreizerisclien Volkswirtschaft eriviesen haben. Andere. Ausländer müssen mindestens zehn Jahre in der Schweiz geioohnt Halen, um das Bürgerrecht in Zürich crtverdcn zu können. Italien. Rom. Reuten meldet vom 25. Juni aus Rom, daß der Papst Sir Herbert SaMuel, den Oberkommissar für Palästina, in Begleitung seines Sekretärs und des britistk-en Botschafters beim hl. Strchl in Geheimaudirnz emp-, fing. Sir Samuel besuchte auch den Kardinals Gaspari und hatte mit-ihm eine halbstündige Unterredung. Florenz. Hier wurde die jüdische Gemeindeverwaltung, in der bei den letzten Wahlen die Zionisten die Majorität erlangt hatten, von der Regierung aufgelöst auf -Gruudeiner Deirunziat-ion der frühe reu Mandatare, die Zionisten unirden durch Erhöhung, ja Verdoppelung der