Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- 55 (18.6.1920)
- Date
- 1920-06-18
- Page
- Seite 264 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Hygien», durch Luft-, Sonnen» werden kann. Wegen der erschwiiH» NrisieverhMnM und der großen Teuerung ist aber selbst bemittelten Kreisen eine Begleitung der Kinder durch die Eltern fast unmöglich gemacht. Hier müssen die Kinderheilstätten hilfreich einsetzen. Auf unsere Anfrage an zuständiger Stelle wurde uns mitgeteilt, daß die neue Kinderheilstätte, die hinsichtlich des Baues und der Einrichtung sich den besten derartigen Anstalren.an die Seite stellt, an Schönheit der Lage, Besonnung und durch die Soolbäder im Hause selbst die meisten üdertrifft, in ausreichendem Maße auch dem Mittelstände dienen soll, und daß jüdische Kinder aus allen Kreisen, dir einer Sonnen- und Soolkur bedürfen, hier Gesundung finden sollen. Insbesondere ist auch durch die rituelle Einrichtung des Hauses Familien aller religiösen Richtungen Verpflegungsmöglichkeit geboten. Bei den gewaltigen Kosten, die heute eine derartige Heilstätte mit ihren kostspieligen hygienischen Einrichtungen und ihrem großen Personal erfordert, muß natürlich von bemittelten Familien ein entsprechender Pflegesatz erhoben werden. Um aber auch den bedürftigen Kindern Genüge zu tun, mögen Private und Gemeinden durch Stiftungen und Jahresbeiträge (Schatzmeister Herr Erich Elirl. Kaesenstr. 28, Postscheck 65 022) dem Verein Jüd. Kinderheilstätte Bad Kreuznach, Sitz Köln, die große Aufgabe ermöglichen. Tic Aufnahmebedingungen und Satzungen des Vereins sind von der 1. Schriftführerin Frau Rabb. Dr. Rosenthal. Roonstr. 50, zu beziehen. Tie nächsten Aufnahmetermine sind 24. Juni. 22. Juli, 18. August. Bonn. Am 9. Jpni beging Frau Lion in seltener geistiger und körperlicher Frische ihren 77. Geburtstag, gefeiert von vielen Freunden und Bekannten und Nicht zuletzt vom Vorstand des jüdischen Frauenvereins, dem die Jubilarin 37 Jahre als I. Kassiererin angehärte. Mit unermüdlichen! Eifer und seltener Pflichttreue hat Frau Lion ihr Amt verwaltet; sie hat sich stets lvarmen Herzens aller Kranken und Armen angenommen und war ihnen alle Zeit ein«, liebevolle Trösterin und gütige Hilsespenderin. In der letzten Generalversammlung legte Frau Lion, trotz dringender Bitten, ihr Amt nieder, »velches Frau Jakob Met)er in dankenswerter Weise übernahm. Es sei Frau Lion auch an dieser Stelle nochmals herzlichster Dank für ihr treues Walten und ihr segensreiches Wirken ausgesprochen. Bonn. Kurt Blumenfeld sprach am 5. Juni im Saale der Fortbildungsschule vor sehr zahlreicher Zuhörerschaft über das Thema „San Remo und Jerusalem". Redner charakterisierte zunächst die bisherige jüdische Politik, die rein passiv und von der Rücksicht auf den Antisemitismus diktiert war. Die Juden erwarteten von einem äußeren Faktor, dem Fortschritte der Menschheit, eine Besierung ihrer Lage. Sic haben sich getäuscht. Zu einer neuen aktiven jüdischen Politik führt die nationaljüdische Bewegung. deren Losung es ist, nicht auf die anderen zu warten, sondern selbst an der Besserung der Menschheit mitzuarbeiten durch Aufbau einer eigenen Volkskultur im Lande unserer Väter. Tie Versammlung nahm mit überwältigender Majorität eine von der zionistischen Ortsgruppe eingebrachte Resolution an, in der die Teilnehmer der Versammlung sich verpflichten, am Aufbau Palästinas mitzuwirken. Bonn. Im 3. Juni fand das erste Stiftungsfest des hiesigen Jugendvereins „Die Kameraden" statt. Die Veranstaltung. an der etwa 80 Kinder der hiesigen Gemeinde und der Nachbargemeinden, sowie zahlreiche Eltern und Freunde teilnahmen, begann mit einem von Herrn Dr. Weiß-Beuel verfaßten sinnigen Prologe, den Kamerad Kurt Weiß vortrug. Herr cand. med. Pollack referierte in einer Zlcgrüßungsrede über die erfolgreiche Arbeit des Vereins uud »vies auf die große Ausdehnung hin, die die Kameradenvereine in ganz.Deutschland gewonnen hätten. Es glieder an. teilrungen, teils Tanzaufführu ür ihre Darbi« twrVuixagen der Mitämationen, teils gesanAiche Vorfüh. i Kin», rungen. Die aufführpnden der ernteten für ihre Darbietungen wohlverdienten Beifall. Herr Rechtsanwalt Dr. Herrmanns brachte dem Verein als Vorsitzender der Zentralvereins-Ortsgruppe die Glückwünsche des Zentralvereins dar. Herr Pollack feierte in beredten Worten die Verdienste der 1. Vorsitzenden Frau Rechtsanwalt Cohn und sprach ihr im Namen aller für ihre aufopferungsvolle Tätigkeit im Jnteresie der „Kameraden" herzlichen Tank aus. Eine Bewirtung der Kinder mit Schokolade und Kuchen, die Verteilung von kleinen Geschenken und ein Tanz für die Führer und Führerinnen sojvie für die zahlreich erschienenen Studenten beschloß die in jeder Beziehung eindrucksvoll und harmonisch verlaufene Feier. — Das große Interesse, das der Kameradenbewegung bereits bisher entgegengebracht wurde, läßt hoffen, daß auch noch weitere Kreise ihre Kinder dieser Bewegung zuführen, die eifrig bestrebt ist, die Jugend in Treue zu . ihrer Religion und in Liebe zu ihrer deutschen Heimat zu erziehen. Düren. In der vorigen Woche fand hier ein gut besuchter und mit großem Beifall aufgenommener Vortrag des Herrn Julius Berger aus Berlin über das Thema „San Remo und Jerusalem" statt, in dem der Redner die großen Erfolge des Zionismus in der letzten Zeit schilderte. Im Anschluß an den Vortrag wurde ein zionistischer Stammtisch gegründet, der zu einer Ortsgruppe ausgebaut rverden soll. Die Dotentasche. Ten ihm auf der Straße begegnenden Börsenmakler Menkus fragte ein Bekannter, wohin er gehe. Er erhielt die Antwort: „Ich gehe jetzt zur Bank und sage: Geben Sie mich eine Million!" — „Herr Menk.us, es heißt nicht: Geben Sie mich eine Million, sondern: Geben Sie mir eine Million!" Überlegen lächelnd entgegnete Menkus: „Wenn ich zur Bank komme und sage: Geben Sie mich eine Million, dann krieg ich sic, und wenn Sie zur Bank komrnen und sagen: Geben Sie mir eine Million, dann kriegen Sie sie nicht." (Schlemiel.) * Die Erklärung. „Jankew, was ist eigentlich der Unterschied zwischen nominell und effektiv?" — „Wenn jemand zu mim Chammer sagt, so ist das nominell; wenn ers zu dir sagt, ist es effektiv.'' ' Rätsel. Die Quadrate der wagerechte»^Reihen sind von oben «ach »nie» so auözufüllen, daß die durch ^Siroere bezeichneten schrägen Reihen von recht» und link» oben angefangen da» gleiche Wort ergeben, nämlich den Namen einer für da» Judentum welthistorischen Bblkerkonserenz. Di» Reihen sollen enthalten: