Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- 54 (11.6.1920)
- Date
- 1920-06-11
- Page
- Seite 256 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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den Dortrag schloß sich eine sehr anregende Aussprache an. Die überwiegende Auffassung kam dahin zum Ausdrucks daß die Rechtsparteien, wenn auch vielleicht in verschiedener Abstufung, antisemitische Tendenzen mit verfolgen und daß von ihnen eine wirksame Bekämpfung des Klassen- und Rassenhasses nicht zu envarten ist. Selbstverständlich nimmt der Ientralverein als solcher nicht Stellung zugunsten einer bestimmten Partei, aber er hat Aufklärungsarbeit zu leisten. damit das Verhältnis deL Parteien zum AntisemitismuS klar erkannt iverdc. Nach seiner eigenen politischen Überzeugung hat jeder einzelne sich bei Wahlfragen zu entscheiden und es wurde mit. Recht allgemein darauf hingewiesen. daß Ivi solchen Wahlfragen die Interessen des deutschen Vaterlandes in erster Linie zu berücksichtigen sind. — Der Vorsitzende konnte die anregende Sitzung mit aufrichtigem Dank an die zahlreichen aufinerksamcn Zuhörer schließen und mit stolzer Genugtuung dem Gedanken Ausdruck geben, das; das allgemeine Interesse der Mitglieder der hiesigen Ortsgruppe ein Beweis dafür sei, daß man einmütig auf dem Boden des Zentralvereins auch vielter arbeiten trolle, im .Kampfe für unser Deutschtum und Judentum und zum Heile für unser deutsches Vaterland. Die Ortsgruppe hofft, daß die Ziele des Zentralvcreins und die Rot ds; Zeit auch diejenigen ihm noch znführen wird, die sich ihm bisl)er noch nicht angeschlosicn haben. Bonn. Dem Aufrufe, für den Jüd. Nationalfonds, d. h. für den Ausbau des Landes Israel. Spenden zu geben, sind die Bonner Juden in hervorragendem Maße nachgekammen. Es wurden über 11000 M. gesammelt, das ist fast das Doppelte des Sammelergebnisies von 1019. Elberfeld-Bannen. Ein Hilfsircrk für den Aufbau Palästinas ist in unseren Städten und der Nachbarstadt Solingen unter Mittvirkung der Gemeinden, Rabbiner und Angehörigen aller Richtungen im Judentum eingelcitet worden. Spenden nimmt die Geschäftsstelle des Hilfsirerls. der jüdische Wohlfahrtsverband Elberfeld-Barmen. Genügsamkeitsstraße 7.- geöffnet Montags bis Freitags mülgens, 9—12 Uhr, Tel. 4580, entgegen. \ Saarbrücken. Am 27. Mai feierten die hiesigen Juden den Tag von San Remo. Ter Vorsitzende der Zionistischen Gruppe für das Saarland widmete Worte des Dankes und der Freude der zivci Jahrtausende hindurch non allen Juden sehnsüchtig crirarteten Befreiung von Unterdrückung, Ber-- folgnng und Verachtung. Er gedachte Theodor Herzls, des toten Führers, und aller derer, die im Kampfe für die Sache des jüdischen Volkes standen, aber den Tag der Freiheit nicht miterlebc» durften. Er verlas schließlich die Berichte .von den lwgeistcrten Kundgebungen, die allerorts stattfanden, in NcwNork und in Warschau, in Berlin und in London und in Jerusalem und forderte unter dem großen Beifall der Persammelttn alle Saarjudcn auf. am große» Weit des Geulah mitzuhelfen. Herr Dr. Löschner gab ein Bild von der Entwicklung der nationaljüdischcn Bestrebungen. von den Mühen und Kämpfen, die endlich zu dem grandiosen Erfolge geführt haben. Dann sprach Frau Levinjon über das Ernrackgm des ncujüdischen Kultur im Lande Israel und deren voraussichtlick-cr Wirkung aus die im Golus lebenden Inden. Mit lwsonderei» Jubel begrüßen die Lstjudcn die kommende'Freiheit, jene Juden, die nicht nur seelische Judennot erleiden, sondern wie Parias zu leben gezwungen sind. Daher iierstcht man die Wärme und den Jubel, mit dem namens der Ostjudcn Saarbrückens Herr Messinger daS Ereignis von San Remo begrüßte. Herr Dr. Sender appellierte an die nichtzionistischen Juden des Saarlandes, rückhaltlos mitzuhelfen am Baue des jüdischen Landes. Aus zweifacheimGrundc sollten sie es tun: aus jühisckwm Solidaritätsgefühl und im wohlverstandenen eigenen Jntercsie, das dahin dränge, den Strom ostjüdischcr Einwanderer, welcher eine unerhörte antisemitische Welle hervoirufen müßte, nach Palästina abzulenken. — Tie Versammelten gelobten, nach Kräften an der großen Volkssache mit.zuarbeiten. Mit dem Absingen der Hatikwah schloß die eindrucksvolle Kundgebung. * Illingen. Am Schewuos veranstaltete der Jüdische Jugendbund einen wohlgelungenen Ball, zu dem vou weit und breit jüdische Jungen und Mädchen hcrbeiströmten. Die Doleilasche. so».» r i: j nu: üü □ □ :j n uodoü»> j -i r Drei Akschonim. Wenn in Rußland ein Familienvater fürjeine Kinder einen Melamcd sucht, so muß dieser ein Akschen,- d. h. ein Dickkopf, ein encrgisckwr Mensch sein, und ein Melamcd, der kein Akschen ist, ist überhaupt kein rechter Melamcd. Suchte da einmal ein Balbos einen solchen Lehrer für seine Kinder, und es meldeten sich drei, und jeder von den dreien wollte sein „Akschonus" beioeisenck Ter erste begann: Jüngst komm ich alvnds spät heim und klopfe, meine Frau soll mir aufmackre». Fragt sic: Wer ist da? Sag ich: Ich! — Wer ist ich? fragt sie. Sag ich: Was heißt daS: Wer ist ich? Ich bin ich! — Was das heißt? sagt sic: Wenn du mir nicht sagen kannst, .wer ist ich. bleib! draußen! Bin ich dabei geblieben, daß ich bin ich! Es hat! geschlagen 12, es hat geschlagen 1, 2, .3, 6 Uhr, bis es Morgen war! Hab ich gezeigt, daß. wenn ein Mann kommt in der Nacht und die Frau fragt: Wer ist da? und er antwortet: Ich! — hat die Frau zu wisien. daß ich bin ich! Das ist gar nichts, sagte der ziveite, ich bin ein noch! größerer 2sckschen. Ich halt' ein Töchtcrle, ein schönes Mädel, 20 Jahr, Augen, Haare! Kain Choßen: Was gebt ihr mit? — Sag ich: 500 Rul>el. — Sagt er: 550! — Wie lwißt 550? 500! — 550!.— 500 Rubel und keine Kopeke mehr! Bin ich dal>ei geblieben, das Dtädcl tvurdc igir 20. 22. 20, 30 Jahre — Chaßoniin. kamen, schöne, feine, seidene Chaßoniin — 500 Rubel!! — das Mädel wurde 40 Jahie und jetzt ist sie 50 und ist noch gesund bei mir! 500 Rubel und kciue Kopeke mehr. Nun, tvas sagt ihr nun? Der größte Akschen bi» ich, schrie da der dritte. Ich halte Zahnweh, ging ich zum Doktor. Er sperrt mirS Maul.auf und klopft hier und klopft da: „Tuts da tveh? Tuts hier lud)? Sag ich zu ihm: Ich bin der Patient, ihr seid der Doktor! Wofür seid Ihr Doktor, tvenn ihr mir nicht sagen könnt, >vo ich Schmerzen Hab? Hat er die Zange g«wi»nien uiid mir herausgezogen 1 Zahn, 2 Zähne. 3. 1. 5,' ti Zähne, alle Zähne hat er mir herausgezogcn, und ich Hab ihm nicht gesagt, Ivo ich Schmerzen Hab. So ein . Akschen bin ich!. D u bist der größte Akschen, rief der Balbos, d u kriegst die Stelle. E. C. \ Lag bemtr. , I» Düsseldorf plante der jüdische Handwerkerverein jüngst einen Ausflug. Ein Mitglied schlug vor. man solle hierzu den Lag bomcr wählen, worauf ein jüdischer Ansireichernieister meinte, das wäre nichts, die Rosenau bei Kettwig wäre schöner. („Schleiyiel".) Drei Worte. frömmstes unsrer alten Lieder, Äch. wie sang mau dich beflissen! Nimmt inan'dir de» gopf, —»die Glieder Bleiben »och ei» Leckerbissen. Ja, selbst ohne Nops und Mragen Man sich gerne deiner freut:' — Ach, ich sch die Alpen rage»! , (iiriine Weide! Herdgcläut! linier de» Einsendern der richtigen Lösung wi^ein Preis andgelost und der Name hier vcrösscnliicht.