Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- 51 (21.5.1920)
- Date
- 1920-05-21
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3947615-6435930-6437109--0629-3948192- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
JÜDISCHER BOTE VOM RHEIN Erscheint jede» Kreit«,, vr,«,». prri» 75 Pf. «,,«tl. Z» »rzirhrv p»rch fümltchr Pisttmter «der p»rch t» v»tr»»rrl«i i» Bern. »»zeiinprei«: 1.-Mf»r»ie »irr- ,rfp. Prtitzrilr. Dir ,«»ze Seite m»f«st1 SSO Zeile». P»stscheckl»»t» ^Üäisollvs Vo1^sl)ls.ti «,Ir,»erl«, 8*m«, Sil,«r 74747. ^erausgegeben von Rabbiner Or. Kmik Kohn, Bonn. Schristleitung und Geschäftsstelle: Bonn, Brüdergasse 52. Kummer 51 j Wonn, SI^Wai 1SSO. — 4 Kiwan 5680 ( j 3. Jahrgang. . — ' ' f für die jüdifcben Kinder Mens gingen noch ein: Bierstadt. Leop. Abraham 25 M., Lehrer Rosenberg 5 M. Zusammen 30 M. Die in Nr. 50 ausgewiesenen 400 M. aus Essen sind nicht durch Tager, sondern durch Herrn Träger eingegangen. Botenverlag, Bonn. iftlUMHMHHWHIMMWHHWHHWWWWWMH««««#. Schowuklus 5680. I S l y Das öesetz. Tenn das Besetz,^das ich dir heute befehle, ist dir nicht $u wunderbar und auch nicht fern. Es ist nicht int Himmel, daß du sprächest: „Wer steigt uns zum Himmel und holt es uns, daß wir eS hören und danach tun?" — Es ist auch nicht jenseits des Meeres, daß du sprächest: „Wer fährt uns übers Meer und holt cs uns, daß wir cs hören und danach tun?" — Sondern, ganz nah ist dir die Sache: An deinem Munde, deinem Herzen, deiner Tat! 5. Mose. 80,11-14. Groß, herrlich Ulld voll ewiger Gewalt naht uns der Tag des Sinai, in seiner Rechten die Offenbarung, in seiner Linken das Gesetz. Naht uns in einer Zeit, der die Quellen der Offeibarung verschlosien sind, die vom Gesetz nichts wissen will. Wir stehen vor ihm, bereit, uns belehren, ergreifen, erschüttern zu lassen. Wir gehen von ihm mit einer Überzeugung und einer Sehnsucht,, wissend, was wir haben und uns sehnend nach anderer und besserer Zeit. Ja, gesetzlos sind die Tage, in denen wir leben. Gesetzlos von unten und gesetzlos von oben. Gesetzlos von unten, denn alles ist verwildert. Wild sind die.Geschäfte, wild die Gewinnstc, wild die Liebe und wild die Ehe. wild die Ideale, wild die Kunst, wild die Worte, das Fühlen wild. Dieser Verwilderung von unten entspricht die von oben. Denn das Mittel des Zlvanges, unter dem wir in Handel und Wandel, in Wirtschaft und Verdienst heute stehen, ist nichts anderes als,die Verwilderung des Gesetzes. Tie ungeheure Fülle der Verordnungen allein schon beweist, daß das Gesetz aufgehoben und wilder Gelegcnheits- und Verlegenheitsbefehl an seine Stelle getreten ist. Nein, Gesetz und Zwang sind zu>eierlei. Hinter dem Gesetze mag er stehen, der Zlvang. Frei waltend und schaltend für sich selber ist er nichts als ein polternder Hahnrei, dem vvn zwei Seiten her ein Schnippchen geschlagen wird, lächerlich und't»erächtlich. Wahres Gesetz wird nicht gegeben, sondern wächst aus dem Volke, und ist darum verwachsen mit ihm. Wie ein Epheü von der Mauer fällt, und unten angclängk sich mit des hellsten Zweiges Spitze im Erdreich verwurzelt, so fiel das göttliche Gesetz vom Sinai, und wurzelt« doch im Volke, als tväre es ihin entsprossen. Das ist der.Sinn des obigen Wortes, eirres der letzten, die Mose zu seinein Volke sprach und Schwanengesang seiner Erkenntnisse: Die Ir-; dischkeit des wahrhaft Göttlichen, j Wo ist je so wie hier erkannt worden, daß die Scholle! allen Gesetzes das menschliche Herz ist? Daß es im Munde! lebt, im Herzen in der Tat? Leben muß, iveil'ohne Ten- > ken. Sprechen. Fühlen und Wollen eine Verwirklichung wahren, d. h. höheren Lebens, eine menschliche Wirklichkeit! überhaupt nicht möglich ist. Ja, letzten Endes ist nur das, ' was wir selber wollen. Gesetz. In jedem Menschen ragt der! ewige Berg des Horeb mit Wolken und Donnern und Blitzen, über Wolke, Donner, Blitz aber dröhnt jedem die Posaune des eigenen Gewissens, das Gesetze gibt, nicht bloß dir selber, sondern der Welt. _So fühle es der Jude, so der Mensch! Über allem aber^stehe die ewige Gewißl)eit der Offenbarung, daß ist die Gewißheit, daß, Wenns auch scheine, daß der Epheu hüben wachse, er in Wahrheit doch drüben über der Mauer seinen Ursprung nahm, jenseits des Irdischen, im dunklen, heiligen. — in Lottes Land. E m i l E o h n. Sinai. Tag und stacht will ich den Herrn loben! Seiner Gnade Antlitz ließ er leuchten, Fenster brach er aus an HimmelStvänden, Sonnen gab er, die uns Strahlen spenden. Strahlen, die die Finsternisse scheuchten. Doch er gab mir mehr: Von seinem Glanze Gab er mir, ich Hab es froh genommen; Durfte seines Geistes Regen spüren, Ließ mich gern auf lichten Wegen führen. Wegen, die vom Sinai gekommen. So war sein Gesetz in meinem Munde, Daß mich Honig seine Worte beuchten; Und in seiner Lehre lichten Flammen Jauchzte ich die ganze Welt zusammen: Brüder, seht, wie meine Augen leuchten! Ich »da Halevi. (Sind .Jehnda Halevi, ein.?ivan", übertrage» »nd mit einem Lebensbild versehen von Emil Bernhard, Erich Reih-Bcrlag, Berlin. Erscheint dieser Tage.s WWSWSVS8» Mocdenlcbau. Tats«chen und Ergebnisse. ona a Duo do j n o o □ ib£ Deutschland. Berlin. In der Sitzung der Berliner Repräsentantenversammlung vom 9. Mäi. in der die Fragender Olesamtorganisalion der deutschen Juden auf der Tagesordnung stand, ist nach eingehender Diskussion folgende Resolution einstimmig beschlossen worden: - ' V I