Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- 45 (9.4.1920)
- Date
- 1920-04-09
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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V JÜDISCHER BOTE Srscheiut jcbtu Jrciiag. Brzags preid 75 Pf. monatl. Zu beziehen durch sämtliche ' Postämter oder durch den Kotenverlag in Bonn. TÜäLSvIlSL VolKsdlatt V0I^ RHEIN ilnjcigknpreiä: 77» Pf. fjir die viergefp. Petit,eile. Die gan,e Seite umfaßt.‘H»0 Zeilen. Postscheckkonto Boteuverlag Bonn, YolnStr. 74747. tzerausgegebcn von Rabbiner vr. Krnil.' (£cßit, Ron». Schriftleitung und Geschäftsstelle: Bonn, Rrüdergast'e 52. Uummer 45 Wonn,!). April 1920. — 21 jlTUTan 5080 2. Jahrgang. für die jüdifchen Kinder Mens! * Lpeudeimuswcis. Bonn. H. Höchster IO M. O'cy (bei Türen). Olef. bei einem Pidjan Huben bei ^imi! M'eher 100 M. Mehle,n. '.V. :!O '.IV. stiheinbach (ges. d. Hstlst. Weijel). Ed. Wcijfl -O '.IV., Herin. Wfijfl 7)0 '.IV., I. Hirzmaun 7> M.. Kausmailii M.. T. Murr' '> '.'.V., ^soj. Mehger 2 M.. 2. iWoic* 10 '.IV'., H. jHolcf 2 '.IV., '.V. .V. 2 'j.V. Insgesamt cinaegangen: •J(i 7!17>.iiO M., 1770 Str. n. 1000 .Mt. öftcrr. Kriegsanleihe. Elcldsendungen erbitten wir. an unser Postscheckkonto: Botenvcrlag Bonn, Amt Köln Nr. 74 747 mit dem Vermerk „Wien". Ter „Jüdische Bote vom Nhein". Bonn, Brüdergasse 52. .tfMinUHMNMMIHItMHMMMMNIBtfMI Pessch-Ende 5680. ••••••••••••••••■•»•••••••••••■•••••••••••MM» Sulamith. '\d) schlafe, aber uiei» >>erz ist wach, vu.»veij. da flopit nii'in <»)eiieble>. Hvl>e->pted '>. Mein Herz ist wach, sagt die braune 2uluinilh. du sie »ackus die Austen schliestl zum Tchlummei. Es ist der erstleisendste Ausdruck der Liebe, den je eines Dickuers Mund stesunden bat. 2chude, das; wir immer stleicki reden müssen, wo etwas io schön ist. Und das; wir dann immer dock, zurückbleibcn Himer der schlichten Schönheit, die uns crschüilen. Aber so sind wir überhaupt: Wir können den blauen Malier nicht stauteln sehen, ohne nach ihm zu Haschen: und streiten wir ihn, so ist schon sein 2chimmer zerstäubt an unserer unzarten Hand. Mein Herz ist irach, sasti die braune Tzilauiith. Und ichlasi ein. Draustcn steiriuert es, sie irachi nickn aus. Drausten heuli der Wind am Fenster und Rüttelt an der liii'. sie börr es nicht. Tic schlummert fest, uüd rnhist geht ihr Atem. Ick: scklase.'aber mein Herz ist wach. Nickn über Tiurm, Neste», Hagel. Donner ioackn das Herz zwischen den jungen Brüste» des Mädchens. Tondern über der Liebe, die leiser ist als der Tanimetschriit eines Kähteins. und doch stärke^ austritt als ein Held in Eisen. Ter Tiurui ist schon vorüber, der Donner verhalli. Nicht mehr prasselt der Negen aus das Dach des armen Hünleins, unter dem sie schläft. Drausten ergiesti der Mond mis silberner Schale fluten des Lichts über die Landschaft, über die. Olivenhaine, die durch die Nacht schimmern wie ein glänzendes Bliest über den Tchultern der Berge: über die ^»pressen, die wie dunkle Tamineisiiister in den Himmel rasten, um Tchwetgen zu stebieien durch die weite Natur. ^»Meisten. „Horch, da klopii mein «'wliebier!" Das wackie Herz Hai es gehöri. Leiie nur. leiie hat er geklopii. Aber schon sipi Tulamiih aus dem Lager und ihr Aiem stock,. Und sie weist, es ist der i'>eliebic. der da tlopfi. Weist es ickwni, bevor er niri. Wer kann es miders sein? Horch, er i»ii. Was ruft er? „Tu mir aus, ineine Tchwester. meine Taube, meine Neine! Den» mein Haupi ist vrstl Taus, ineine Locken voll nachiiger Tropfen." Da jauchzi ihr Herz: er ist's! C Tüster. Taster! Und sie irird aniirorien. Twoii fiuut sic nack,: ivas io» ich iasten? Ilue Teele ickneii nach ihm. Ausiun ivi» sie 4lnn. und doch hall Iurck.i sie zurück und das I.iiieru. das nick:! zu gleisen wagt nach 'dem ('Mihi. Und jchliestlicki slüsieri sie: „Ich habe mein Kleid ausgezogcn. ivie io» icki's wjeder a»ziehe»? Ich habe meine Iüsze steivasckien. wie sollt' ich sie wieder beschmutze»?" Höri er's? i^eivist nickn. Oder dock:? Er aniiroriei nickn. In er fori? 2ii»! Eine Hand streckt sicki durch das hohe Ienster. durchs dickne t'-iuer eiue iveiste Hand- O. nur eine Hand und nur"einen Augenblick: da ivallt ihr Inneres schon über. Die Hand verichirindei. Und alsbald ipringi 2ula iniih vom Lager und huschi im Dunkeln nach der Tiiiiiiid lauscht und duickl auf den :>iiegel. Die Tür jpiingi aus: Bor ihr liegi die Nackn. strrncntlar und unendlich. Der i'-eliebie ist fort. -- —■ Ick: schlaw, aber mein Herz ist wach. Ja. so ist es: Die Liebe stö»m der Teele leinen Tckilas. sie ihroni über allein Tchlummer uud. iranderi durch die '.VW;: hinier dem Trauien her, dem Ireunde. de» sie iuckn. Die ganze N'ackn stehi das Herz am Jenner und blirti ins^ Duntel liiuaus. Es lauscht an allen Türen, ob er dahiiner stehi. und ivackn über allen OVlegenheiieu. ob sie ihn ’ii ihr bringe». Des Helzens Auge dringt duich die Iinsleruis. der Teele Horchen irineri des IN'Uebie» Tchrine i» der sernsien >'>asse. Ich schlafe, aber mein Herz ist ivacki! Es ist das ge heiinnisvollste Tiegel der Liebe, das uns der Dichter bwi ciiihülli. Niemals >rjeder Hai einer io der Teele» Teele ausgedecki. wie dieier herrliche Poci. Tinlilichste iälui und holdeste Tcham. wildeste Tehniuckn und reinster Aiein reichen sich hier zum :Iieige» die Hand. Und der Tcknuelz der Keuschheit mht über allem. In ivenigen Tape» alle Höhe.i und Tiefe» der Teligteii eines jungen Weibes zii schildern, ivahrlich. das ist euras: — Das irachcnde Herz, de» lauschenden Tck.las: die Tebniuchl nach dein Owlieblen und d,e zulückiralleudc Tcham, da er durch die N'achl geschrilie» komml: die Wogen der Teele. die ans Olestade der Emil Inttg loben, aber zurückrollen in angstvoller Ebbe, da die Liebe herausirin an den Tirand. U^iid dann das Tckiwei ge», da sie auf Aiuwori Harn. Er aber aniivoriei nicht. Tireckt nur die Hand durchs Ienster. Diese Hand aber, die am (Buer häugi. in Mondlichl gelauchi. tut mehr als alles. Tie hängt als eine Tehnsuchi dort oben. Da sie vericknvi»- det. stürzi Tulamiih an die Tür, aber der Owliebie in ion. . E in i b E o b ».