Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- 43 (26.3.1920)
- Date
- 1920-03-26
- Page
- Seite 151 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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■ t > -> , I *1 ,.tz MMWstMMWWWWWMW - IM — Juden dauernd von Rußland abgeschlossen waren, begannen fit mit der Schaffung eigener Zeitungen und Schulen. Während ed vor dem Kriege kein einzig^ jüdischer Organ gab, werden jetzt sechs jüdische Zeitungen heräuSgegeben, zwei in russischer Sprache und je eine in hebräischer, jüdischer, tatarischer und grusinischer Sprache. Die letztgenannte erscheint in der Stadt Kutais, die anderen fünf in Baku, dm Stadttheater von Baku werden jüdische Stücke aufgeführt, und unter den dortigen Schulen befindet sich ein Lehrerseminar. Baku war vor dem Kriege die Hauptstadt des gleichnamigen russischen Gouvernements. Damals waren weniger als zehntausend Juden sin ganzen Gouvernement. Seft der Gründung der neuen kaukasischen ^Provinz jedoch wurde dieser Teil des alten russischen Reiches den Juden geöffnet, was die berichteten Ergebnisse mit sich brachte. Rapoleo« I. über die Sonntagsruhe. Angesichts der geradezu verhängnisvollen Folgen, die das Gesetz über die Sonntagsruhe für die Juden in Polen mit sich bringt, welche dadmch zwei Tage in der Woche in ihrem Erwerb gestört find, erinnert die .Llllgemeine Zeitung des Judentums" aneinen Erlaß des Kaisers Napoleon I. an Minister Portalis vom Jahre 1807, der folgendermaßen lautete: „Es ist dem göttlichen Recht zuwider, dem Juden, der Sonntags sowohl wie an den gewöhnlichen Wochentagen Bedürfnisse hat, zu verbieten, am Sonntage zu arbeiten, um sein Brot zu verdienen. Das Gouvernement könnte ein solches Gesetz nur dann erlassen, wenn es denen umsonst Brot gibt, welche keins haben; Polizei und Regierung haben daher hierüber nichts zu bestimmen. Selbst die heiligen Väter schrieben am Sonntage nur den Menschen Ruhe vor, welche im Wohlstände leben oder die so viel von ihrer Wochcnarbeit erübrigen, daß sie den Sonntag müßig^übringcn können. Daher auch der Brauch in allen christlichen Ländern, daß man mit der Erlaubnis des Bischofs oder Pfarrers am Sonntage arbeiten durfte. Wajrum sollten dies die Juden nicht dürfen? Gehört etwa dem Bischof, der die Juden haßt, oder dem.Magistrat, der die Juden nicht liebt, dos Recht, diese Erlaubnis zu geben? Man hüte sich wohl, in die Notwendigkeit zu geraten, eines guten Tages Gendarmen zu gebrauchen, um den Juden. die zm Sicherung ihres Unterhaltes der Arbeit bedürfen, an der Sonntagsarbeit zu hindern. In beiden Fällemzeigt die Behörde Aberglauben, sei er politisch, sei er religiös. Gott hat den Juden die Verpflichtung zur Arbeit auferlegt, weil er nicht zugegeben hat, daß sie auch nm eine Frucht der Erde ohne Arbeit genießen. Die Vorschriften des Klerus find zu trennen: in wahrhaft religiöse Gesetze und in Pflichten, welche nur auferlegt wurden, die Herrschaft der Geistlichkeit zu erweitern. Herr Portalis aber sehe sich ja vor; wenn diese Konzession einmal zugestanden wäre, so würde man sehr bald neue verlangen. Ist das Gouvernement erst einmal ixt Angelegenheiten interveniert, die auß^r seinem Wirkungskreise liegen, so wird man uns bald zu der unglückseligen Zeit der Ablaßbriefe und der elenden Epoche zurückführen, wo der Pfaffe das Recht zu haben glaubte, den Juden verbrennen zu lasten, — den Bürger zu mißhandeln, der nicht zur Meste kommt. Die Macht der Geistlichen beruht in der Predigt, — sie sollen endlich einmal Friede über die hart verfolgten Juden bringen. Solange ich aber lebe, sollen in Frankreich Polizei und Gefängnis niemals die Mittel sein. Andersgläubige zu tyrannisieren — es gibt in der Mitte der christlichen Kirche genug der Verirrten; die suche d.r Geistliche zur Ausübung der Religion zurückzuführen. Die ohnehin ge chmälerten Rechte der Juden noch mehr zu schmälern, ist P affenbosheit und dies ist in Frankreich zu Ende. Ostende. 25. Dezember 1807. Napoleon." Krieskalte». B. SR. Wenden Sie sich an I stnmmra Jedid« Jlmim", Berlin 8. den verein „greande der Tand- 2, Hinter der Garaisonktrcha 1a. Der (Bit stelle» tiefe» Platz «Re» jüdische« Beate» |M zur versiiß««g, vm |ict Uftt wöcheutlkheu Ve»»st»Ü»»>e» kurz «Mtettze». Berlin. jüdischer Rationalfonds e. «. Postscheckamt« Berlin ft». 7 »r. 28317. von de» im Jahre 1330 anfzubringenden 4 SRUUmmi sind MB zm» 9. Mürz 196 96130 SR. eiugezahlt worden. Bonn. SlMMct Jnaendderei» „Die Sameraden". vorfitzend»: Pom» Rechtsamvalt DtSoin. Dienstag den 90. März, 4 Uhr, Meckenheiwrrstr. 64: Literarischer Nachmittag. — Mittwoch den 81. März, 4 Uhr: Heimnachmit» taa im Gemeindehaus. — über eine evtl, stattsindend« Wandern», erfolgt besondere Bekanntmachung! Jiwtscher Jngenddnnd. ,1. Vorsitzender: Siegmund Schmitz. Hatschiergaffe 4. Sonntag de» 28. März: Wanderung stottenforst-Schünwald- Haus-Sodesbera. Führer: Ernst Loßmann. Abfahrt 7.42 Uhr vom Hauptbahnhof vis Station Sottenforst. Zion. Ortsgruppe. Vorsitzender: Max Eoldreich Benel. Prted richstr. 16. 1 Jeden Dienstag Abend 8 Uhr Weberstraß» 81: Zionististhoe Stammtisch. «Sin. Jüdisch« Tnr »Herein. Adr. Bertchen Meyer, Sbln, Aykhäserstraße. Sonntag, de» 28. März, morgen» ab 9 Uhr, auf dem Städtischen Spielplatz vor de« Lindentor „Spielen". — Dienstag, den 30. März, 8‘/i Uhr abends, im Schulziauuer, -lapPerhof 28 l: Dirkufionsabend. Referent Turnbruder Julius Laufmann über da» Thema Die Parteien und Organisationen de» deutschen Judentum». — Mittwoch, den 31. Marz., in der Turnhalle Rlchord- Waguerstraße, 8—10 Uhr, Damen- und Herrenturnen. Ostjüd. Jngendverein „Haschachar". Wir haben unsere Bibliothek nach Beethovenstr^ 16, pt., verlegt. Der Bücherentleib findet statt: jeden Sonntag abend von 8—10 Uhr, jeden Mittwoch abend von V*8—9 Uhr. Wiesbaden. Zion. Ortsgruppe. Samstag, den 27. März: Vortrag de« Herrn I. Bornslei»: „Das ostjüdische Theater". — Die Vorträge finden in unserem neuen Bereinslokal Hotel Burghof, Langgafse 19, jeweils 8 Uhr abend» pünktlich statt. Gäste jederzeit willkommen. Hottesdienll in Worin Unb Menet. Bonn. Freitag den 26. März: Abendgottesdienst 6.16 Uhr. SamStag den 27. Marz: MorgengotteSdienst 9 Uhr, Jugendgottesdienst 4 Uhr, SabbathauSgang 7.36 Uhr. WerktagsgotteSdienst morgen» 71/« Uhr, abend» 6 Uhr. Beuel. Freitag den 26. März: AbendgotteSdienst 6.16 Uhr. SamStag den 27. März: MorgengotteSdieust 9 Uhr. Minchah 4 Uhr. ÄuSgang 7.86 Uhr. -»a— Bonn. Dienstag den 30. März: Bebr. Herz. Nebst» Vorabend. Kolb' und Wechselmarkt. S» kosteten in TLln am 18. März Mark am 23. März Mark Frieden»!»»» Mark 1 Pfund Sterling . . 800 298-802 20.48 100 franzds. Frank . . 638 638-666 81.— 100 belgische , . . .636 665 -680 119.60 100 schweizer. , . . 1876 1360-1876 81.- 100 holländ. Gulden. . 3003 2900-2950 168.76 100 ästerrrich. Uronen . 373 36-87 ».- 100 rumän. 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