Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- 42 (19.3.1920)
- Date
- 1920-03-19
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHER BOTE Erscheint jekt» Kreit»,. 8c|a|** yrti, 75 Pf. M»«»tl. Z, beziehe« d»rch simtliche P»stt»ter »der d»ech kn K»te»»erl«, i» 8»«». VOM RHEIN Jüdisches Volksblatt >»zri»e»»rri«: 75 Pf. sttr »ie »ier- »rfp. Petitzetle. Di« ,,»»« Seite »»f,»t SSO Zeile». P,stscheckl»,t» v»1e»»«rl,, S»R»,««» Nr. 74747. Herausgegebeir von Rabbiner Dr. Krnrl KoHn, Bonn. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Bonn, Brüdergaffe 52. Kammer 42 Wonn, IS. Würz 1VL0. — 28 Aöar Ü680 2. Jahrgang. Hn untere Leier! Der „Jüdische Bote vom Rhein" tritt mit Nr. 54 das zweite Vierteljahr seines 2. Jahrganges an. Mir richten an unsere keser, welche das Blatt durch die j?>ost oder den Buchhandel beziehen, die Bitte, die Bestellung für das zweite Vierteljahr schnellstens, falls noch nicht geschehen, zu erneuern, damit die Zusendung des Blattes keine Unterbrechung erleidet. Diejenige^ Bezieher, welche die Zeitung djrekt von uns erhalten, bekommen die selbe ohne besondere Erneuerung des Abonnements fortlaufend zugesandt. Nach Beginn des neuen Vierteljahrs können wir Abbestellungen nicht mehr annehmen. ' Infolge vielfacher an uns ergangener Anftagen, und unr den Münschen der meisten unserer geehrten Bezieher zu entsprechen, erklären wir uns gern bereit, der Einfachheit und der j?orto Ersparnis wegen Abonnementsbetrage auch für mehrere Vierteljahre auf einmal im voraus cntaegenzunehmen. Die 6xp<dUion. für die jüdlfchen Kinder Mens! Am 13. März erhielten wir aus Wien folgendes Telegramm: Kinderzüge vorläufig eingestellt. Anita Müller, Praterstraße 17, Weibliche Fürsorge, Schottengaste 10. Daraus geht hervor, daß zunächst mit der Ankunft der Kinder nicht zu rechnen ist.! ODaaaaooaaaaaaaaoiaiouaoaiiaaaaaaaaaoaaoaD 8 Mochenadschniti 8 □ a □ o oaDaoaaaaaaaaaoiaDnaaDaaaaDaaaaaDDDaDaaa \ Bus Versehen —! Wen» einer ans dem gemeine» Volke sich versehentlich vergeht, indem er irgend eins der Verbote GottcS übertlitt, und ihm sein Vergehe», dessen er sich schuldig »lachte, bewußt wird, so soll er für das Vergehen, dessen er sich schuldig machte, ein fehlerloses Zirgenwribche» zum L'psrr darbringen. :l. Mose, 4, 27—28. Spendenausweis. Bergheim. David Levy 50 M. Bochum. Jacob Speier (Purimspende) 20 M. Köln-Lindenthal. Hugo Anschel 10 M. Esten. Adolf Krumnaß 20 M. Flamersheim. Isidor Oster 25 M. Geistingen. 2. Sammlung, eingeholt von den Kindern Kläre und Else Rosenbaum 310 M. Herten i. W. R. N. 10 M. Langenfeld (Rhld.). Sammlung in der Synagogen-Gemeinde Richrath-Reusrath 170 M. Rheinbach. Josef David 50 M. Rosbach (Sieg). H. Moses 20 M. Schleiden. David Haas 50 M. Speicher. David und Siegm. Salomon 300 M. Zülpich. Hermann Bruch 100 M. x Insgesamt ausgewiesen: 20 027.60 M., 1776 Kr. u. 1000 Kr. österr. Kriegsanleihe. Geldsendungen erbitten wir. an unser Postscheckkonto: Botenverlag Bonn. Amt Köln Nr. 74 747 mit dem Vermerk „Wien". Der „Jüdische Bote vom Rhein"» ' Bonn. Brüdergaste 52. — Cber, wenn jemand leichtfertig schwört, daß er etwas tun wolle, woraus mau etwa leichtseriigerweile einen schwur setzt, ohne daß er sich dessen bewnftt wird, es aber nachher inne wird und i» schuld gerät, so soll er, wenn er durch derartiges i» schuld gerät, bekennen, lvessen er sich schuldig gemacht hat, und soll dem Ewigen sein schuldopser dardringe». :t. Mose, k», 4—«i. J Sehr fein sind diese alten Gebote: Die meisten Opfer lvcrden auf uitvorsätzliche, unabsichtliche, versehentliche ^Verschuldungen gesetzt. Vorsätzliche Untaten sind, heißt das. zwar nicht unsühnbar, aber doch nicht einfach durch ein dargcbrachtes Böckclsen abgctail. Es gehört etlvas Innerliche», (Seelisches dazu, ihrer ledig zu lverden. Da» Schnldopfer hingegen ist lediglich ein Erziehungsmittel, angewandt gegen die Unachtsamkeit, Lässigkeit. Vergeßlichkeit und : Leichtfertigkeit des täglicl>en Lebens. l Ach, das lägliche Leben! Wenn wir lvüßtcn. was wir alles unvorsätzlich verschulden,.es würden uns die Haare zu i Berge stehen. Wenn ich jemandem versehentlich aus da» ' Hühnerauge trete, so ist da» „L. Verzeihung!" leicht he»- l auSgesagl. Ten andern schmerzt der jzuß darum nicht weniger. Es genügt nicht, daß wir arglos und mit dem besteil Willen handeln, auch macht da» lveichc Herz noch! lange nicht einen guten Menschen. Ohne ein waches Gc-! wisten ist alle Liebe und Güte nur halb. O der Vergeßlichkeit, die so viel Undank bedingt! Der Bequemlichkeit, die uns zurtzckhält vom Notwendigen! Der Lässigkeit, die so oft drei gerade sein läßt! Das'Schreckliche, was wir in diesen Jahren durchgemacht haben und — Gott bcsser's! — noch immer durchmachen, hat der Nachlässigkeit unserer Lebensführung noch Vorschub geleistet. In dem Maße, wie Kriegsbestimmun-