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Jüdischer Bote vom Rhein · 1920-03-12 · 41 (12.3.1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
2 (1920)
Issue
41 (12.3.1920)
Date
1920-03-12
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Erscheint jtkea Kreit«,. »«,,,» prei» 76 Pf. «mll. Z» »rziehr, b»rch sii»,lichr P»ßt»ter »der d»rch de» V»te»»rrl», i« v«»,. VOI-t RHEIN Jüdisches Volksblatt >»jri,e»»ret<: 75 Pf. fiir dir »ier- ,rsp. Petit,eile. Di« >»»,« Leit« »»sitzt 380 Zeile». P,flscheckk,»t» e»tt»)KTl«, Dm, S,(» Nr 74747. fferausgegeben von Rabbiner Dr. Krnik Kohn. Bonn. Schristleitung und Geschäftsstelle: Bonn, Brüdergaff« 52. Kummer 41 Nonrr, 12. Wärz 1920. — 22 J\6ar 6680 2. Jahrgang. Hu unsere Leier! Der „Jüdische Bote vom Rhein" tritt mit Nr. 44 das zweite Vierteljahr seines 2. Jahrganges an. Wir richten an unsere Leser, welche das Blatt durch die post oder den Buchhandel beziehen, die Bitte, die Bestellung für das zweite Vierteljahr schnellstens, falls noch nicht geschehen, zu erneuern, damit die Zusendung des Blattes keine Unterbrechung erleidet. Diejenigen Bezieher, welche die Zeitung direkt von uns erhalten, bekommen dieselbe ohne besondere Erneuerung des Abonnements fortlaufend zugesandt. Nach Beginn des neuen Vierteljahrs können wir Abbestellungen nicht mehr annehmcn. Infolge vielfacher an uns ergangener Anftagen, und um den Wünschen der meisten unserer geehrten Bezieher zu entsprechen, erklären wir uns gern bereit, der Einfachheit und der Porto Ersparnis wegen Abonnementsbeträge auch für mehrere Vierteljahre auf einmal im voraus entgegenzunehincn. Die bxpeclliion. für die jüdifditn Kinder Mens! Der uns von Men aus angckündigte Brief über die Ankunft der Kinder ist bis Montag den 8. März noch nicht eingctroffen. Wir werden daher, sobald Nachricht eintrifft, dieselbe allen Beteiligten schriftlich übermitteln. » Spendennusweis. Beuel. M. Herz 50 M. Biebrich a. Rh. Israel. Männer-Krankenverein 350.75 M. Bonn. Ges. d. Ernst Coßmann bei einer gemütl. Gesellschaft 30 M. Köln. Frau Wwe. A. Horn 50 M. Enesheim. Jakob Rosenthal 2 M. ellenthal. Einweihung eines Hauses; Sammlung Schmitz, Gravenberg 200 M. — Mrlobungsfeier bei I. Heumann, gesammelt 400 M. Lechenich. Jakob Schwarz 5 M., N. N. 2 M. Neuwieds Jüdischer Jugendverein 50 M., N. N. 20 M. Insgesamt ausgewiesen: 18 892.60 M., 177« Kr. u. 1000 Kr. österr. Kriegsanleihe. Geldsendungen erbitten wir, an unser Postscheckkonto: Botenverlag Bonn, Amt Köln Nr. 74 747 mit dem Vermerk „Wien". Der „Jüdische Bote vom Rhein". . Bonn. Brüdergasse 52. DuaanaaaaiiaDaciaaBaoiaaiiDnnDaoaaaokioaDaDD d d D 5 □ Mschenabschnitt "Iij?v 8 8 a D D DDDaDaaaDDDDDoaDDiainaaoaDaaaoaDaaDDDaaaa Der vlelleltlge Mann. Und Mose sprach zu den Kindern Israel: „Seht, der Herr hat mit Namen berufen Bezalel, den Sohn UriS, de, Sohnes HurS, vom Stamme Frida. Und hat ihn erfüllt mit göttlichem Geiste, mit Weisheit und verstand und Einsicht und aller Fertigkeit, daß er verstehe, Gebilde zu ersinnen und zu gestalten in Gold, Silber und Kupfer, wi« auch di« Steine zum Einsetzen und das Holz zu bearbeiten und überhaupt jegliche Kunstarbeit ouSzufuhren. Auch die Kunst der Unterweisung hat er ihm inS Herz gegeben, ihm und Oholiab, dem Sohne AhisamahS, vom Stamm« Dan. Er hat sie mit Weisheit des Herzens erfüllt, daß sie machen allerlei Werk des kunstreichen Meisters . . ., d«S BuntwirkerS in blau und rotem Purpur, in Earmesin und BvssuS, und d«S Webers, jegliches Werk der Künstler und sinnigen Bildner." 2. Mose 35. 30—36. D. h. also, er war ein Gold- und Silberschmied, ein Kupferarbeitor, ein Mosmkkünstler, ein Holzschnitzer, ein Buntwirker, ein Weber, ein Kunstgewerbler und zudem hatte ihm ein Gott gegeben, nicht nur zu zeigen, was er konnte, sondern auch zu sagen, was er weiß, und cs andere zu lehren: die Krone der Meisterschaft. Wahrhafttg, ein höchst vielseitiger Mann, dieser Bezalel. . Nicht immer ist solche Vielseitigkeit ein Glück. Freilich, die Gunst der großen Maste folgt ihr stets. Denn die Maste glaubt hundertmal lieber dem Mann als seinem Wett', wie wir es bei Mose und dem goldenen Kalb gesehen hatten, daS entstand, weil der Lehrer und Meister entschwunden schien. Lieber dem Mann als seinem Werke, lieber der Fülle der sichtbar wirkenden Gaben als der einen großen Äistung, die immer nur einer gewistcn Einseitigkeit entspringt. Es wäre aber.falsch zu glauben, daß nur die Einseitigkeit der Anlagen so etwas Großes hervorzubringen vermag. Die tüchttge Leistung des Spezialisten ist noch lange nicht die große Leistung, und die Fülle der G a b e n noch lange kein Unglück. Was ein Unglück oder zum mindesten eine Gefahr ist, das ist die Fülle der Interessen, die so leicht zu jener verwünschten Vielgeschäftigkeit führt, die der Tod alles »vahren Schaffens und aller Schaffensfreude ist. „Diel Meloches, wenig Braches", sagt mit Recht der Ostjude. Vor lauter Getu kommt man nicht zum Tun, vor lauter Geschäft nicht zuin Schaffen. Zersplitterung ist die Gefahr, die die Fülle der Jnteresten mit sich bringt. In Berlin gab es seiner Zeit einen tüchtigen Nationalökonomen und Soziologen, der auch ein bekannter Bildhauer war. Nur schade, daß die Nationalökonomen sagten, er sei «in hervorragender Bildhauer, und die Bildhauer, er sei ein hervorragender Nationalökonom. Die Fülle der Gaben wird zur Gefahr erst, »venn der eine zentrale Wille fehlt, der all diese Gaben unter eine gcmeinsaine Idee zu ordnen versteht. Ja, eine Idee muß man im Kopfe haben, die dem Willen seine einheitliche

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