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Jüdischer Bote vom Rhein · 1920-02-27 · 39 (27.2.1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
2 (1920)
Issue
39 (27.2.1920)
Date
1920-02-27
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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JÜDISCHER BOTE •»Meist jt*» Sftilaa. »«!■•»* « f TT^¥\T »ajel,«aprei«: 60 ff. ffcr »I« »Itr. »eei» 7» Pf. awaatt. Zs »»ichea V ■ [▼I IlM 1^1 f\l ,'sp. Prtitzeike. Die ,aa,r Geile »srch Psftdstee »der T W *** * ,»f«,t 360 ZeUra. Pa»fche«aat, »sech »es BeteaMrfa« ia fkaa. JÜdlßCtöB VOlksblätt 8«teaanla|8»aa/Ci(aVtv.T474T. X$eraMsgegeben von Rabbiner Dr. Arnit Ko^n, Bonn. Schriftleitung und Geschäftrstelle: Bonn, Brüdergaff« 52. 2. Jatz ß«- <T\t« dauernd steigenden' Unkosten, sowie die am 1. Januar eingeführte Inseratensteuer zwingen unS, den Preis der Anzeigen ab I.MLrz auf 7S Pf. pro Zeile zu erhöhen. Die «rfchSstSpelle. für die jfldiftbcn Kinder Mens! 8. AuSlvei-. Zur Aufnahme von Kindern erklärten sich bis Montag, den 23. Februar, bereit: Bierstadt: Sigm. Abraham, Brande, Berth. Kahn, Gustav Y Kahn, Jakob Levy, Julius Levy, Gust. Mayer, Lehrer Rosenberg, Sigm. Rosenthal. Bochum: Georg Beerwald. Castellaun: Adolf Forst, Mex Forst, Jsak Forst, Joseph Hirsch, Simon Wolf. Erbenheim: Moritz Barmann, Lefkowitz, Adolf Levk. Insgesamt ausgewiesen: 223 Kinder. Allen denen, die sich zur Aufnahme eine- Kindes bereit «Märt haben, teilen wir mit, daß de» „Verband für weibliche Fürsorge" in Wien, dem Sb Einzelveretne angeschlossen find, mit der Au-lese der Kinder bereits begonnen hat, sodKß in kurzer Frist mit dem Eintreffen de» Kinder im Rheinland gerechnet werden darf. Spende nausweis. Berlin: Jakob Robejkow 10 M. Bonn: Mendel 150 M. Corden: Ed. Hirsch 25 M. Köln: Frau Jul. Rothschild 500 M. Geilenkirchen: Salomon Cahen (2. Spende) 100 M. Hamm: Alfred Bär 50 M. Leudersdorf: Abraham Fromm 10 M. Mondorf b. Bonn: Teil des Erlöses vom Purtmball 500 Mark. Opladen: Gesammelt bei der Verlobung von Frl. Salomon, Opladen, und Herrn Simon, Berrendorf 61 M. und Kronen 126. Rheidt: Max Frenze! 20 M. Sürth: Frau M. Wolf 30 M. Trier: Louis Abrahamsohn 100 M., Ernst Lazarus 10 M., Frau Meyer 10 M. Waldorf: Frau Hartode )0 M. Insgesamt ausgwiefen 16910 M. 86 Pf., 1776 Kronen und 1000 Kr. östttr. Kriegsanleihe. Geldsendungen erbitten wir, an unser Postscheckkönto: Botenverlag Bonn, Amt Köln Nr. 74 747 mit dem Vermerk „Wien". Der „Jüdische Bote vom Rhein". Bonn, -Brüdergast« 52. D nnpannBngnnnnHBBBMiBnnnnnnnnnnnnnnnnnn O Q § Mgchenadsihnlts § a B d B aoQaaoDDaoaaoaaoDDnDOKiaaaDoaaaDDDaoBaiiB Oer Rodt. tzerner sprach Gott zu Mose: Lass« deinem Prüder >aron heilige Kleider machen, zur Würde und zu« Schmucke. Siede deshalb mit allen Kunstverständiges die ich erfüllt habe mit dem Geiste der Wewheift sie 1 ollen die Kleider AaronS machen, um ihn zu heiligen, «ß er mir als Priester diene. DieS aber sind di« Kleider, die ste machen sollen: Linen Brustschild, ein Ephod, ein Oberkleid, einen gewirkten Leiorock, «inen Kopfbund und einen Gürtel. 2. Mose, 28, 2—1. Kleider machen Leute! Tine Binsenwahrheit, aus deren billiger Erkenntnis mancher Kellner für einen Grafen. mancher betreßte Kutscher für einen Minister, jeder Hochstapler für das, was er wollte, Pasiierte. Ach, die Menschen! Wie wenige sind begabt genug, durch das Kleid auch den Kerl zu sehen! Für die meisten ist eben schon das Kleid der Kerl. Freilich, ein Rock ist immerhin eine tiefsinnige Sache, nicht unwert einer kleinen Philosophie. Man kann wohl sagen: Kleider sind Gedanken. Durch das Kleid des jeweiligen Chiks drückt eine Gesellschaft ihre Verbundenheit in Tun und Lasten, in Lebensart und Lebensformen aus. Wer kennt nicht den bezaubernden Blick geheimen Einverständnistes und unverhohlenen Wohlwollens, mit dem die elegante Frau der eleganten Frau auf der Straße begegnet? Wobei die feinsten Abstufungen von der aufgemachten selbstverständlichen Vornehmheit kluger, feiner Frauen bis zur aufdringlichen Eleganz der einfach chicen Direktrice im wandelnden Blicke verzeichnet werden. Das ist die bindende Macht der Mode, deren jährlicher Wechsel nichts als eine ewige Erneuerung des liebenswürdigen Bundes bedeutet. Machtvoller noch ist der Ausdruck des leutemachenden Kleides, wenn cs sich nicht um den Chic eines Jahres, sondcm um die Tracht eines Standes handelt, also um Uniform, Amtsrobe, Taler, Ornat. Darum handelte es sich schon am Sinai, als Mose die heiligen Gewänder für Aaron und die Priester schuf: — „Zur Würde und zum Schmuck." Das war demnach keine Mode, sondern der verkörperte Ausdruck der Heiligkeit, des Emporgehobenseins der Auserwählten über das Volk. Schmuck sollte es sein und Würde sollte es zeugen. So war es, so ist es noch heute. Die Amtstracht verlangt den Respekt vor der Idee, die das .Amt vertritt. Ein Straßenrock würde den aufgerufenen Zeugen nicht so zyr Wahrheit mahnen, wie des Richters Robe es tut, und des Pfarrers schwarzer Rock hat schon manchmal mehr Gewalt über die Masse gehabt als der Pfarrer selbst. Als der selige Dr Frank in Köln begraben wurde, gingen ein Dutzend Rabbiner hinter seinem Sarg. Du lieber Gott, war das ein trauriger Zug: So viel Köpp', so viel Kapp'. Der Schreiber dieser Zeilen war dabei und machte sich seine eigenen Gedanken darüber, daß jeder dieser Rabbiner seine besondere Tracht entfaltete. $em war die Kappe rund, dem eckig, dem hoch, dem flach, dem war der

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