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Jüdischer Bote vom Rhein · 1920-02-06 · 36 (6.2.1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
2 (1920)
Issue
36 (6.2.1920)
Date
1920-02-06
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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JÜDISCHER BOTE Erscheint jrBe« gtciteg. Vrgag«^ prel» 75 Pf. maaatl. Z> tezirtzea d»rch siinttliche Pasttmter akrr »»rch In Vateavrrlag in Bau«. VOM RHEIN Jüdisches Volksblatt >»jrtKr»prri»: 60 Pf. ftr kit tin> gesp. Prtitzrtlr. Dir gaaz« Sekt« »»fast SSV ZeUr». Pastscheckkaata vateakrrlag «,», «gl»«».74747. Herausgegeben von Rabbiner Or. Arnit KoHn, Bonn, öchristleitung und Geschäftsstelle: Bonn, Brüdergasse 52. Kummer 36 Monn» 0. Jebrrrav 1020. — 17 ScHebat 5680 2. Jahrgang. für die jüdifchtn Kinder diene 1 5. Ausweis. Zur Aufnahme von Kindern erklärten sich bis Montag, den 2. Februar, bereit: . Bornheim: David Berliner, Gebrüder Koppel (2 Kinder). Boppard: A. Forst, L. Jansen, Menkel, Jul. Meyer. Leer: Louis Hesse. Meddersheim: Jsid. Ostermann. Reuenahr: Jul. Bier, Friesem, David Gottschalk, Albert Gottschalk, Moritz Jakob, Max Bos, Max Boß. Roistwrf: Israel Cosmann, David Lob. «obernheim: Thekla Gerson, Jonas Haas, Jakob Ostermann. Herrn. Wolf, Leopold Wolfs. Insgesamt ausgewiesen 168 Kinder. Allen denen, die sich zur Aufnahme eines Kindes bereit erklärt haben, teilen wir mit, daß der „Verband für weib-. liche Fürsorge" in Wien, dem 55 Einzelvereine angeschlossen' sind, mit der Auslese der Kinder bereits begonnen hat, sodaß in kurzer Frist mit dem Eintreffen der Kinder im Rheinland gerechnet werden darf. Ependenausweis. Bonn: Alftcd Cahn 40 M., Max Herschel 20 M., Gustav Kaiser 300 M., Jakob Marx 1000 Kr. öfter. Kriegsanleihe, N. N. 10 M., Carl Oberländer 250 M., Henn. Rosenthal 50 M., Levy Schwarz 30 M., Herrn. Seelig 50 Mark. Geilenkirchen: Israel. Armenvercin 300 M., Verein Erholung 166 M. Geistingen: Israel. Gemeinde 100 M. Gerderhahn: Hermann Wolf 50 M. Hamborn: Adolf Brodt 5 M. Hamm: Jüdischer Jugendverein 20 M. Jünkerath; Frdu Dirr 50 M. Mehlem: S. Ph. 10 M. Münster i. W.t Emil Uhlmann 200 M. J Münstereifel: Moses Wolfs 50 M. Neuwied: Jak. Abraham 50 M., Jakob Levy 300 M. Insgesamt ausgewiesen: 10 690 M., 1650 Kr. und 1000 Kr. öfter. Kriegsanleihe. Geldsendungen erbitten wir, an unser Postscheckkonto: Botenverlag Bonn, Amt Köln Nr. 74 747 mit dem Vermerk „Wien". , Der jüdische Bote vom Rhein". Bonn, Brüdergasse 52. pnngnannnannntinnininir.inr.nr.nrinnnnr.r«r««««fTfT»T O o a Mochenabschnltt 1->N'. B SaDaDaaDaaDDDDaaaaaDtoioaaaaaaaoaDDaaaaao Spare dldii tt» war aber am Morgen, da setzt« sich Mos« hin. um da- Volk zu richten, und da» Volk stand vor Mose t vom Morgen bl» zum Abend. Und e» sah der Schwäher Mose» alles, wa» er mit dem Volke lat, und sprach: „WaS ist das da für eine Sache, die du mit dem Volk« tust? Warum sitzest du allein und da» ganze Volk siebt vor dir vom Morgen bis zum Abend? Ta» ist nimt gut, was du da tust. Tu reibst dich aus, sowohl du al» auch diese» Volk, das bei dir ist, denn Die Sach« ist zu schwer für dich, du kannst sie nicht allein bewältigen. Nun aber höre aus meine Stimme, ich will dir raten, und Gott sei mit dir! Sei du dem Volke Sachwalter vor Gott und bringe du die Angelegenheiirn vor Gott. Wähle aber aus dem Volke wactere, gotteSsürchtige, wahrheitsliebende und Bestechung hassende Männer und setze über sie Tausender-, Hunderter- Fünfziger- und Zehnersürslen. Sie mögen daS Volk richten zu jeder 'seit, jede große Sache sollen sie zu dir bringen, jede kleine Sache aber selber richten." 2. Mose 18. 13—22. Vom frühen Morgen bis zuni späten Abend saß Mose und richtete das Volk. Mit leidenschaftlicher Hingabe nahm er sich jedes einzelnen und aller zusammen au, hielt keinen Mann zu klein, daß er ihm nicht Helfer, und keine Sache zu gering, daß er ihr nicht Klärer wurde. Nach den gewaltigen Anfängen des Auszuges und des Durchzuges glaubte er nur durch restlose Aufopferung und fieberhafte Arbeit im Großen und Kleinen sein Führcramt bewerkstelligen, seine Gedanken verwirklichen zu können. Da kam ein Praktikus zu ihm in die Wüste, ein Unbeleiligter, der alles mit den kühlen und nüchternen Augen des Unbeteiligten sah. und zeigte ihm, daß er auf falschem Wege war. „Du verschwendest dich I" sagte er zu ihm und lehrte ihn als erste, unerläßliche Bedingung eines wahren Führertunis die Sparung der Kräfte. Es war menschlich größ an Mose und bringt ihn uns deshalb auch menschlich so nah, daß er die Sorge jedes einzelnen an sich kommen ließ, aber falsch war es doch. Wer Menschen leiten, ihnen Führer und gar Gesetzgeber werden will, darf ihnen nicht zu nahe kommen. Was der Führer dem einzelnen gibt, entzieht er der Allgemeinheit. Diejenige Hingabe, die .er dem großen Ganzen weiht, weiht ihn zum Führer, was er dem einzelnen widmet, bringt ihn zum Verluste seiner selbst. „Spare dich, Mose! Du reibst dich auf!" >, Es gibt Menschenführer, und so einer war Mose. Es gibt aber auch Menschenrührer, das sind die Künstler dieser Erde, und für sie gilt die ^egenlehre. Sie sind die irdischen Verschwender, und nur, weil sie es sind, sind sie Künstler und darum die Gegenpole der großen Führernaturen. Ihnen «nutz das kleine Menschentum ebenso nahe sein wie das große. Ihnen Sparsamkeit zu predigen ist ebenso widersinnig, als einer Kerze zu sagen, daß sie brennen und nicht verbrennen soll. Wenn auch zum wahren Künstlertum eine zügelnde Kraft gehört, so bezieht sich diese doch immer nur auf die Form, die die lodernde Schöpferflamme fassen und halten soll. Jeder Künstter^verbrennkschließlich an seinem eigenen Feuer, und viele, viele sind deshalb „nur eine flüchtige Erscheinung auf dieser Erde gewesen, weil sie den Überfluß, den sie verströmten, in Wahrheit nicht ertrugen", — wie der Dichter Mörike von Mozart sprach. Weil aber die wenigsten Menschen Künstler, die meisten immerhin ein bischen Führer sind — was ist «in Fabrikant, ein Beamter, ja, was ist eine Hausfrau denn anderes? — so gilt für jeden Menschen das Jethrowörtlein: „Spare

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