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Jüdischer Bote vom Rhein · 1920-01-30 · 35 (30.1.1920) · p. [Seite]

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
2 (1920)
Issue
35 (30.1.1920)
Date
1920-01-30
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Erscheint je»«» Kreit»» ve»»»s- Prri» 75 Pf. »r»«»t. Z» »rzirhe» »»rch st«ilichk P,stt»trr ,»r« »»rch »<» e*l«mrU» l» v,»» VOM RHEIN Jüdisches Volkßblatt >»zritzr»y,»i»r 50 Pf. ftr kk »irr- 1«!». PettlzeUe. Dir »««|t CtÜ* ,»f»tzt 360 Zeile». P^ischetN»»«» L«tr»»erl«t >«»», Lll» Nr. 74747. tz,rau»s«g»ben von Rabbiner Dr. Krnit AoHn, Bonn. Schriftleitung und GeschLftrpelle: Bonn, BrLdergaffe 62.11 Kammer 35 ZSonn, SO. Aanuar 1SS0. — 10 Kchebal 5680 S. Iihrga»-. für die jüdifdxn Kinder diene 1 4. Ausweis. Zur Aufnahme von Kindern erklärten sich bis Montag, den 26. Januar, bereit: Alfter: Eoßmann. Bodendorf: Beruh. Gottschalk. Bornheim: Cahn. Buir: Gustav Roer. Drove: Jakob Daniel, Frau Joh. Kaufmann, Mosts Pollack, Louis Treu. Tufemond: Adolf Mayer. Düsseldorf: Anton Smircka. Königsseld: Sim. Gottschalk, Kreuzau: Phil. Levy, Leopold Roer, Salomon Roer. Maubach:' Hermann Mel-er, JonaS Roer, Josef Roer. Mülheim-Ruhr: Herm. Levi (2 Kinder). Louis Lucas (2 Kinder). Saarwellingen: Sam. Aron. Jos. Hetz, Ludw. Lazar, Isidor Worms. Sürth: S. Salomon. Wahn: A. Levy. Wesseling: Frau Wwe. Allmeyer, Jos. Loewenstein, Geschw. Meyer, S. Schüller, Ludw. Sommer, Geschw. Voß, Gustav Wolf, Jakob Wolf, Moritz Wolf. Insgesamt ausgewiesen 142 Kinder. Näheres über die Ankunft der Kinder wird noch bekannt gegeben. Da Eile nottut, bitten wir alle, die noch beabsichtigen, ein Kind zu nehmen, sich umgehend zu melden. * Spendenausweis. Bergheim: L. Levy 50 M. Berncastel (vom Ballkomitee d. H. Friedmann): 100 M. Bonn: Frau Dr. B. 50 M., Dr. Falk-Cohn-Verein 100 M., M. Kahn 100 M. Düren: Gebr. Schweitzer 20 M. Düsseldorf: Ernst und Netti Levison 100 M., Marti» Tarrasch 100 M. Hamm: Männer-Chewrah (d. Max Hirsch) 50 M. Helmarshausen: Hohenberg u. Co. 60 M. Königsfeld: M. Gottschalk 25 M. Oberdollendorf: Synagogengemeinde (d. Jakob Apfel) 400 M. Rüfselsheim: S. Stern 15 M. Saffig: Mor. Hirsch 20 M. Koblenz: Gebr. Meyer und Abr. Mel)er, Sinzig, 250 M. Sp ch: Ing. Dunajewski 100 M. Treis: Sam. und Js. Salomon 60 M. Wanne: Lina Levy 100 M. v Insgesamt ausgewiesen 8639 M. und 1660 Kr -Geldsendungen erbittrnwir.an unser Postscheckkonto: Botenverlag Bonn, Amt Kpln Nr. 74 747 mit dem Vermerk „Wien". Der „Jüdische Bote vom Rhein". . Bonn. Brüdergasse 52. h>« g Woqru«hsch»ttt ^»2, 3 (rrva natf) SDoaoaoaaanoaDaDaomisnoaoDaaaDaoDOonoal Idi hab’s gicidi gesagt i Al» nun Pharao heranrscklr, Hoden die K>»b«« . rael ihre Augen, und sieh«, di« Ägypter ka»en .inter ihnen her gezogen. Da fürchteten sie sich sehr und schrieen zu Volt. Und sie sprachen zu Mose: „Bibi e« etwa in Egyplen keine Brüder, daß du un» hierhergebrach« und wir nun in der Wüste sterben? Haben wir dis da» nicht gleich in Egypten gesagt, da wir sprachen: Laß ab von un», wir wollen den Egyptern dienenI?" 2. Mose, U, 10—12. Der Weg zum Erfolge, zur Größe, zum Sieg ist mit Mißerfolgen, Kleinlichkeiten und Niederlagen besät. Wer je um eine Palme rang, der weiß auch, was für Steinhauerarbeitdas ist, wie ruckweise es voran geht, wie sehr eS aufs Durchhalten ankommt, wie sehr man sich um eines Millimeters willen stemmen muß. Wenn es sich aber gar um ein Ziel vieler handelt, dann zeigt sich doppelt klar, wie schwer die Einheit des Willens aufzurichten ist, die der einzelne immerhin noch aufzubringen vermöchte. Dann tönt bei jedem Rückschlag, jedem toten Punkt, jeder Niederlage oder auch nur Gefahr der Schrei des mitlaufrnden Herdenviehs, wie wir ihn am Schilfmeer aus dem Munde des kaum befreiten und noch im Knechtsinn befangenen Volkes vernahmen. Hinten die Egypter, vorn das Meer: „Wir Habens gleich gesagt I" — Wahrlich, ein feiges Wortl Nur einmal habe ich eines gehört, das ihm gleichzustellen war. Das war in jungen Sludententagen, als wir jubelnd die Fahnen unserer Begeisterung schwangen und in immer nei««n Versammlungen die Judenschaft der Hauptstadt zum Kampfe aufriefen für das neuerwachte, lebendige, jüdische Bewußtsein. Damals lief mit uns ein kleiner, schiefer Jude durch all jene Versanimlungen mit. und tvährend wir zusammenrafften, organisierten und arbeiteten, unsere Gegner uns bekämpfteil. isolierten und fürchteten, hörte man den Kleinen mit immer demselben zweiflerischen Kopfgewiege immer dasselbe sagen: „'s wird nischt! Ich seh' )chon, 's wird nischt!" — Diesem Ausdruck feiger Voraussicht gesellt sich würdig — ach, wie so unwürdig! — das Wort der feigen Rückschau: „Ich Habs gleich gesagt!" Ich hasse dieses Wort, weil es ebenso überflüssig wie feige ist. Wenn je das Wort des alten Salomo gilt, daß es eine Heil zu schweigen gibt, so gilt es im Augenblick, wo dem Kämpfenden die toten Punkte kommen. Ob wohl ein Arbeiter je reden wird, wenn er sich mit der Schulter stemmt, um voranzukommen? Nur ein Maulaffe schreit: „Ich Habs gleich gesagt I" Es ist nicht nur ein Wort der Feigheit, sondern auch der Faulheit. Und darum doppelt gehaßt von jedem tätigen Mann, der nieinals im kämpfenden Feind, sondern immer nur in der Indolenz der trägen Masse den Hemmschuh'seines Mutes, seiner Kühnheit, seiner Tatkraft sehen wird. Und wie verlogen klingt das Wort, da es sich so auf den Stelzen der Überheblichkeit zeigt: „Ich — Habs gleich — gesagt!" Ein triumphierender Mitzerfolgler. ivelch ein Widersinn!

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