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Jüdischer Bote vom Rhein · 1920-01-23 · 34 (23.1.1920) · p. Seite 41

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
2 (1920)
Issue
34 (23.1.1920)
Date
1920-01-23
Page
Seite 41 (sequence 5)
Language
German
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41 — mann an» Ktschine». Die jüdische Heilstätte „Gchaata" selbst hat, abgesehen von dem gewaltigen Materialschaden, der mit 1LZ 000 Fr. nicht zu hoch angegeben sein dürfte, kein Menschenleben zu beklagen. Dank derGeisteSgegenwart de» Chefarzt«» Dt. Oeri gelang es, di« Patienten an der Südterrasse der Heilanstalt zu bergen und sie von der Flucht auf di4 Straße abzuhalten, wo sie zweifellos von den nach, folgenden Lawinen verschüttet worden wären. Di« Paiienten find in einem anderen Hause untergebracht worden, wo sie bleiben, bi» „Ethania" wieder in Stand gesetzt worden ist. Lite«««. Storno. Am ü. Januar, nachmittag» ü Uhr, fand die feierliche Eröffnungssitzung deersten litauisch-jüdischen Gemeindetage» durch den Minister für jüdische AnKelegenheilen Dt Soloweitschik statt. ES waren 78 Gemeinden dmch 139 Delegierte anwesend. Zahlreiche Gäste wohnten außerdem den Verhandlungen bei. Der Ministerpräsident GalwanowSki und der Außenminister Waldemar begrüßten die Versammlung und drückten ihr den festen Willen der litauischen Regierung au», auf den Grundlagen der nationalen Autonomie weiter zu bauen. Sie wünschten den Arbeiten der Tagung reichen Erfolg. Frankreich Pari». Da» Komitee der jüdischen Delegationen bei der Friedenskonferenz erhielt aus dem Kreise der Teilnehmer deS jüdisch-amerikanischen Kongress^» folgendes Kabel: „Eine Delegation, die sich auS Mitgliedern deS amerikanisch-jüdischen KongrefieS und der Pogromprotestkomitees in New Kork, Chicago, Philadelphia, Boston und Baltimore zusammensetzt, hat dem Staatsparlament die Resolutionen übermittelt, die die Meetings am 24. November angenommen haben. Lanfing ha darauf dir Zusicherung gegeben, daß Amerika keine Regierung anerkennen wird, die sich an Pogromen schuldig gemacht hat oder die Minoritätenrechte nicht gewähtt." Pari». Das Ministerium deS Äußern hat in einem Weißbuch die Dokumente betteffend die Wünsche deS jüdischen Volkes an die Friedenskonferenz zusammengestellt. Paris. DaS Komitee der Jüd. Delegationen in Paris ruft auf den 7. bis 11. März nach Zürich eine allgemeine jüdische Hilfskonferenz ein. 70 Hilfsorganisationen und mehrere zcnttale jüdische. Organisationen find «ingeladen. Paris. Die in Frankreich befindlichen russischen Juden geben ncuerdings eine eigene Zeitschrift „La Tribüne Juive" heraus, die in Parierscheint. Die erste Nummer ist am 26. Dezember herausaekommen. Die Zeitung beabsichtigt, die bestehenden falschen Anschauungen über ^das russische Judentum, die seinen Standpunkt mit dem des Bolschewismus identifizieren wollen, zu bekämpfen. Amerika. Washington. Staatssekretär Lanfing hat in einem Telegramm an Oberst Harry Cuttler mitgeteilt, daß die amerikanische Regierung beschlossen hat, alle erforderlichen Maßnahnren zum Schutze der ukrainischen Juden zu ergreifen. Der Generalkonsul, den die Vereinigten Staaten nach Südrußland entsandt haben, hat den Auftrag, dem Schutze deS jüdischen Lebens und Eigentums seine besondere Ausmerksamkeit zu widmen. r" Enaland. London. Wie jüngst im Dally Telegraph zu lesen war, hat ettt Londoner Strafgericht den Leutnant Commander Harry Moclead Fraser und Mister Harry Hamilton Beanish, den Sohn eines englischen Admiral» welche den jüdtscheu Baron Alfred Mond schmutziger Jude geheißen hatten, zu einer Geldsttafe von 5000 Pfund Sterling und zur Tragung der. Gerichtskosten veruttetlt. (Auf unserem Kontinent wäre die Strafe vennutlich milder ausgefallen. Cambridge. DaS Interesse für die hebrat che Sprache unper der studierenden Jugend' in Cambridge-ist in letzter Zeit mckervrdenlltch stark geworden und di« Zahl der die * hebräische Sprache Studierenden ist in stetem Wachsen begriffen. Unter den Studenten macht sich auch ein starker und aufrichtiger Wunsch, hebräifch zu «den, bemerkbar, und zwar nicht nur unter der jüdischen Jugend, sondem auch unter den christlichen Studenten, di« in Zukunst mit der palästinensischen jüdischen Bevölkerung in Berührung zu kommen glauben. Eaavten. Alegandrien. Durch di« jüngsten Unruhen Hierselbst wurde, wie da» Alepandnuische Blatt,La Reform«" berichtet, das dortige Judenviertel stark in Mitleidenschaft gezogen. Sämtliche GeschäktSlähen wurden vollständig au» geplündert und erst englische- Militär konnte dmch energisches Einschreiten die Ordnung wtederherstellen. Die Wachposten im Jubenviertel wurden verstärkt. Palästina. Jafsa. Der palästinensische Korrespondent der Neuen Züttcher Zeitung berichtet: Kr den letzten Wochen hat der Verkehr im Hafen Jaffabedeutend zugenommen. E» vergeht kein Tag, ohne daß einer, mitunter auch zwei oder mehr Dampfer vor dem Felsenkranz de» Hafens anlegen. . Neulich kamen an einem Tage nicht weniger al» vier Dampser verschiedener Gesellschaften mit Paffagieren und Waren für Palästina. Am 1. Dezember ist zum erstenmal sttt August 19)4 auch daS deutsche Schiff „Smyrna" mtt Waren für Palästtna angekommen. Die Erlaubnis zm Au», ladung liegt bereit» vor. Der Dampfer bringt Bauholz, Eisenmöbel, Haushaltartikel, Nähmaschinen und Petrollampen für Palästina und Syrien. Jaffa. Der Dampfer „Rußland" mit 600 Juden au» Odeffa — darunter Dr. Klausner und Dr. Glücksohn — traf am 17. Dezember hier ein. Jerusalem. Das jüdische Friedensgericht in Jerusalem hat seine erste Sitzung abgehalten. Zum Vorsitzenden - wurde Mordachai ben Hillel Hakohen gewählt. Gleich in der ersten Sitzung wurde der Anttag eingebracht. für die Richter während der Sitzungen besondere AmtStracht, darunter ein Käppchen als Kopfbedeckung, zu bestimmen. Jerusalem. Die Baugesellschaft „Haboneh", an deren Spitze u. a. Uffischkin und Isaak Goldbera stehen, begann ihre Bautätigkeit in Palästtna. Von größeren Bauunternehmen der Gesellschaft sind zu nennen: ein große» Hotelgebäude in Tell-Awiw, ein solche» in Haifa und «in großes Wohnviertel in Jerusalem nach modernen Bauplänen. Die Gesellschaft hat statutenmäßig die von ihr errichteten Gebäude nicht selbst zu verwalten, sondern an Private oder Organisattonen zu veräußern. Der Friede iu unseren Gebeten. «,» SUliinit Dt 9. Itnul (•fl«n). ( ' (C4ht.) Eine höchste Stufe erreicht die Friedensbitte jedoch in den Gebeten für die ehrfurchtgebietenden Tage, Neujab, und Versöhnung-fest. An diesen Tagen tritt der Jude nicht etwa aus der Sphäre feines jüdischen VolkLtum» heraus; aber stärker betont er den Menschen al» irrende» und' sündigendes Geschöpf de» Allvater-, stellt sich mit jedermann, weß Glauben- oder Volke» er auch sei, in eine Reihe, und'erschaut den Garbenbund aller Wesen, in denen nur ^roch der eine Will« lebt. Den Willen ihre» Schöpfers zu erfüllen mit — friedvollem Herzen. Dattn gipfüt das unübertreffbar schöne Gebet U'wechen ten pachdecho, die Ausspinnung des Heiligungsgedankens in der Tefilla. .Beobachten wir wohl, daß zuerst der Einheitsbund der Herzen geschloffen sein muß, als dann das Kommen de» Meffias folgen kann; jedes frühere Erwarten führt zur Enttäuschung. Nicht der Messias aus Davids Hause de» Sieg der Wahrheit. Gerechtigkeit und Liebe für die

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