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Jüdischer Bote vom Rhein · 1919-01-02 · 31 (2.1.1919) · p. Seite 8

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
2 (1920)
Issue
31 (2.1.1919)
Date
1919-01-02
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Moet Wann, während man von Hirsch Guttmann munkelte, daß er sich au» dem Ritualgesetze wenig machte und unterwegs weder seine Tefillim abnutzte, noch sich viel bedachte, «it seinen bäuerlichen Sunden die Mahlzeiten zu teilen, bei denen Speck eine hervorragende Rolle spielte. In der Gemeinde, unter den Augen der Bekannten und Verwandten, ließ er sich aber nicht» zu Schulden kommen. Er ging Freitag Abend und Samstag ehrbar in die Schul und verzichtete ^gar auf den Tabak, so schwer ihm die» auch wurde. Aller» ng» erwartete er mit Ungeduld den AnRvch der Nacht, um seine Pfeife anzuzünden, und in den anderthalb Stunden, seit er mit R«b Mosche bei Ephraim Schlesinger saß. hatte er sie noch nicht ausgehen lassen. Gesprächig war Hirsch nicht. Er zog große Rauchwolken aus seiner Pfeife, schmetterte von Zeit zu Zeit ein Gläschen von dem vor ihm stehenden Nordhäuser hinunter »mb vertiefte sich in seine Karten. Reb Mosche legte auf einen Gedankenaustausch mit dem Vetter keinen besonderen Bert. Er spielte, um ihm gefällig zu sein, um den langen Abend zu verkürzen, um den Geist zu entspannen, und hing feinen eigenen Gedanken nach, während er von Zeit zu Zeit «inen Schluck Flaschenbier trank, langsam eine billige, unappetitlich aussehende Zigarre schmauchte, die er häufig ausaehen ließ und nach einiger Zeit wieder anzündete und seine fettigen Kartenblätter mit vorsichtig schiebender Bewegung auf die legte, die der Kumpan Hirsch mit der Faust auf den Tisch hinschlug. Eine Unterhaltung wurde von ihm eigentlich nur mit Ephraim Schlesinger in abgerisienen Bruchstücken geführt, so oft dieser sich an den Tisch setzte und ihnen eine Weile Gesellschaft leisten konnte. Hirsch hatte diesen Abend im Spiel kein Glück. Er verlor ununterbrochen, und trotz des niedrigen Einsatzeswaren schon ungefähr fünf Mark aus seiner Tasche in die Mosches gewandert. Er knurrte und brummt«, als er wieder die vor ihm liegenden Nickel zu Neb Mosche hinschieben mußte, und während er die Karten mischte und austeilte, sagte er: „Mosche, du hast den bösen Blick! Weißt du. daß ich nur noch dieses Fünfzigpfennigstück bei mir habe?" „Setze eS ein", antwortete Reb Mosche, „damit ich dir es auf einmal abnehme, dann machen wir Feierabend." „Ich hoffe, alles zurückzugewinnen, was ich an dich verloren habe, ehe ich heimgche, du Gaslen", murrte Hirsch und drosch die Karten dröhnender als je auf die Tischplatte. Sein Arger unterhielt Ephraim Schlesinger, der ihn mit spöttischen Lobspriichen für sein kluges Spiel hetzte. Nach inni-?en Minuten tvar die Partie beendet. Hirsch Guttmann atte verloren und Mosche Rosendahl steckte mit einem breiten „Jascher Koilch!" den kleinen Silberling in seinen ledert nen Geldbeutel, dem er gleichzeitig die paar Pfennige entnahm. um seine Zeche zu bezahlen! , „Ich laß dich nicht gehen!" rief Hirsch, faßte mit seinen wurstähnlichen Fingern den sich erhebenden Reb Mosch« an der Schulter und drückte ihn wieder auf den Stuhl nieder. „Du wirst doch nicht so gemein sein, mit dem vollen Sack abzuziehen? Ich verlange noch eine Partie." ' „Laß mich in Ruh", erwiderte Reb Mosche und suchte sich von der Pranke seines Vetters loszumachen: „du hast doch kein Geld mehr, wie willst du weiter spielen?" „Gibst du mir keinen Ktedit, Knauser?" „Nicht für Spielschulden", gab Reb Mosche zurück. .Leih du mir eine Mark", wandte Hirsch sich an den Krüger. „Deinen Nordhäuser will ich dir ankreiden", sagte Ephraim Schlesinger lächelnd, „aber Geld zum Spielen kriegst du nicht von mir." 1 ..Bösewicht l Hund! Draußep sitzt der krumme.Janus». der wird gefälliger sein als du." '^..Schämst du dichnicht, «in jüdischer Hausvater, einen besoffenen Bauer anzufallen?" sagte Reb Mosche vorwurf». voll. * „Gut. dann spielen wir um meine silberne Uhr." „Meinetwegen. Aber dann soll <» ein Ende bähen." Und Reb Mosche nahm di« Karten, während Hirsch die -groß« altmodische Zwiebeluhr von der dicken silbernen Kette loshakte und auf den Tisch legte. Reb Mosche gewann wieder. Er steckte di« Uhr ein. war aber entschlossen: sie Hirsch Guttmann wiederzugeben, allerding» erst am folgmrden Tage, damit sie jetzt nicht wieder al» Einsatz dienen könne. Der Kern,,d-le. Berlin. «bischer Riti«a«lf*nM «. «. PostscheAtout, Berlin ««. 7 Nr. 28 247. von der im Jahre 1919 auszubringenden Million ist der Betrag voll eingezahlt worden. ' verband der Ostjuden. Linienstraß« 19. Telefon In. Norden 8480. - Ostjüdisch« Fortbildungsschule. Wochentaglich von 8 bi» 10 Uhr abend». Bonn. Jüdischer Jugeadverein „Die Kameraden", vorfitzend«: Iran Rechtsanwalt Dr. Cohn. , Dien»tog den 6. Januar, 4 Uhr, Meckeahrimerstr. 64: Literarischer Nachmittag. — Mittwoch den 7. Januar, 4 Uhr, Aemeinde» haus: Heimnochmittag. ' Coblcnz. Jung-Jüdisch« Vereinigung. Jeden Montag 8 Uhr Vortrag», abend in den Raumen der Eintracht-Loge, Florinsmarkt. Crrfdd. Jüdischer Jugendverein. Sam»tag den 8. Januar, 4'/» Uhr, in der Stadthalle: 10jährige» Stiftungsfest. ' Siegburg. Jüdischer Jugendbund Gabriel Ri esse r. Am Sonntag den 4. Januar, nachmittag» 4»/, Uhr, im oberen Saale de» Siegburger Hofe» lSieg-Palastj: Vortrag de» Herrn Kulturingenieur vr. N. Wolsf-Köln über „Der technisch« Aufbau Palästina»" mit Lichtbildern. Gottesdienst in Monn und Menet. - Bonn. Freitag den 2. Jan.: Ab«ndgotte»dienst 3.30 Uhr. Sam»tag den 3. Jan.: Morgengotte»dienst und Predigt 9 Uhr. — Minchah 2‘/i Uhr. SabbathauSgang 4.30 Uhr. Werktagsgottesdienst morgen» 7'/, Uhr, abend» 3.30 Uhr. Beuel. Freitag den 2. Jan.: AbendgotteSdienst 3.30 Ubr. SamStag den 8. Jan.: Morgengotte-dienst 9 Uhr. Minchah 2'/, Uhr. AuSgang 4.80 Uhr. Bekanntmachung.^ An unsere Gemeindemitglieder! Die Anmeldung zum Mazzothbezug für das Pcssachfest 1920 muss unter Vorlegung des Lebens- ' mittelbuch-Umschlag bis spätestens Donnerstag den 151 Januar im Gemeindehaus, Tempelstr. 12,. nachm, zwischen 3-6 Uhr, erfolgen. Vorstand der I Synagogen-Gemeinde Bonn»

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