Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- 27 (28.11.1919)
- Date
- 1919-11-28
- Page
- Seite 310 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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810 Die Kotenlasche. ' Sittliche Entrüstung. Mein Freund David Kork beehrt ryich mit seinem Besuche. Wenn ich sage, mein Freund, so meine ich, daß er es früher einmal war. Damals noch, als er des öfteren in mein Haus kam, um mir Luach und Hawdolokerzen anzubieten. Seit einigen Jahre sieht er schon etwa mitleidig auf mich herab. Er handelt mit Flaschen, alten Kacken und anderen Dingen, die existieren und auch nicht existieren, "alles „waggonweise", und man sagt, er ersticke im Gelbe. Also finde ich es ganz in Ordnung, daß er mir schon seit langem ganz stillschweigend die Freundschaft gekündigt hat. Man muß eben auf Distanz halten. Nun kommt er in höchsteigener Person in meine bescheidene Wohnung. Ich fühle mich hochgeehrt, führe ihn ins beste Zimmer und weise ihm den besten Stuhl an. „Was verschafft mir die Ehre und das Vergnügen, usw.?" Herr Kork steuert gleich auf sein Ziel los. Er komme wegen des Meter Flasch. Der müßte unbedingt in die Zeitung kommen. Er mache „Nischus"; habe erst gestern ein Geschäft abgeschlossen, das, wenn es raukommt, Schimpf und Cchand' über den jüdischen Namen bringen würde. Alle niüßten sie dann leiden, wegen des einen ... Und er schilderte mit Entrüstung in allen Einzelheiten das recht unsaubere Geschäft, das uns in Wahrheit kaum zur Ehre gereichen könnte. „Aber mein lieber Herr Kork." wage ich einzuwenden, „wissen Sie denn so ganz sicher und bestimmt, daß Meier Flasch auch wirklich das Geschäft gemacht hat?" David Kork kommt in Ekstase und fällt ganz, aus der Polle. „Wie heißt, ob ich weiß. Hat er mir doch das Geschäft vor der Nase wcggeschnappt... („Israelit.") Kliefaajten. Sie veröffentlichen in Nr .25 Ihres oesch. Blattes den Aufruf des Deutsch-Israelitischen Gemeinvebunves an die Gemeinden bczügl. der Herstellung von Krieger-Ehrentafeln. Die Initiative des Gemeindebundes ist erfreulich und nötig, oenn nach meinen bereits gesammelten Erfahrungen war es i» den meisten Fällen recht erfolglos, den Gcmeindcvorständen den Unterschied zwischen einer schablonenmäßigcn und einer künstlerischen Arbeit klar zu machen. -Meistens wurde die erstere vorgezogen, weil sie natürlich billiger war. Wie denkt sich aber der Gem'eindcbund die Ausführung seiner Bitte an die Künstler um Einsendung von' Zeichnungen und Entwürfen? In den meisten Fällen wird es sich um eine spezielle Arbeit handeln, welche sich sowohl der Zahl der aufznnchmenden Namen wie den gegebene!» Raumverhältnissen anzupassen hat. Die Herstellung von Entwürfen ohne Unterlage» ist eine Arbeitsvergeudung ins Blaue hinein, welche man den Künstlern nicht zumuten sollte. Der Erfolg des Aufrufes wird daher sein, daß schablonenmäßige, industrielle Arbeiten eingeliefert werden, ettya wie die bekannten Rahmen, in welche jedebeliebige Porträt eingesetzt wird. Jeder Kunstverständige weih aber, daß auch der Rahmen eines Bildeindividuell sein muh. Deshalb sollte sich Vir Gcmeindebund lediglich auf die Bermitllung der Verbindungen zwischen Auftraggebern und Künstlern beschränken mnd besonderdahin wirken, daß namentlich die jüdischen Künstler und Kunstgewerbler allein berücksichtigt werden. j L. F., Düsseldorf. .. DnaannaaaaaDBQnaannn a □ oanaDaaoaaaaQQCina a / a d. -y a g per perci!H*»6ote. g n □ D □ □aaaaaaaaaDaaaaaaaaa c □ saDunDaagaaaoaciDa Wir stellen diese Stelle allen jüdischen Vereinen frei zur Verfügung, um hier ihre wöchentlichen Veranstaltungen kurz anzukündigen. Berlin. Jüdischer Rationalsond» «. v. Postscheckkonto Berlin NW. 7 Nr. 28 247. Bon der im Jahre 191g auszubringenden Million sind bis zum 25. November. 939 548.41 M. eingezahlt worden. Bcrncaftel. Hier findet am SamStag den 20. Dezember rin Chauuka^Sak statt. Nähere Anzeige hierüber wird noch erfolgen. Beuel. ' Am 29. Dezember findet hier ein Thanukaball statt. Nähere Anzeige siehe Seite 311. Bonn. Zion. Ortsgruppe. Vorsitzender: Mar Goldreich, Beuel, Fried, richstr. 15. Dienstag abend 8 Uhr Taft Gangolf: Zionist. Stammtisch. SamStag abend 8 Uhr im Gemeindehaus, Tempelstraße 12: Zion. Einführungskursus. - Gäste willkommen. Jüdischer Jugendverein „Die Kameraden", Vorsitzende: Fra» Rechtsanwalt Dr. Cohn, Meckenbeimer Allee 67. Während der Dauer der Vorbereitungen zum Semeinde-kHanukafest fallen die regelmäßigen Heimnachmittag« auS. Jüvischer Jugendbund. Freitag den 5. Dezember, abendS 8'/, Uhr, im Gemeindehaus, Tempelstraße: Heimabend. Lektüre: „Der Brief des Uria." — Französischer Kursus. Diejenigen Mitglieder, welche an dem Kursus tcilnehmen, wollen ihre Adresse an Ada DsoseS, Thomastr. 25. bis Mittwoch den 16. Dezember aufgeben. Spätere Meldungen können nicht mehr berücksichtigt werden. tleve. Jüdischer Jugendverein. „Jeden DienStag von 7—9 Uhr gemütliches Zusammensein im Gemeindehaus. Brave (Untermaubach, Kreis Düren). SamStag den 20. Dezember, abends 7 bis morgens 5 Uhr, wird in Untermaubach ein Chanukaball abgehalten. Siehe Anzeige auf Seite 311. * Düffeldorf. Jüd. Turn- und Sportverein. 1. Vorsitzender Herr Recht-- anwalt Löwe. Mitteilungen und Anmeldungen nimmt der 1. Schriftführer Herr Hermann Grünstein, Kirchfeldstraße 41 entgegen. kfdiweller. Hier findet am Sonntag den 2ß«K)ezember 1919 ein Chanukaball mit überraschenden UnterhaltunWn statt. Nähere Einladung erfolgt noch. Illingen. Jüd. Jugendbund. Vorsitzender: Ernst Levy. Treffpunkt jeden SamStag 2 Uhr Hotel zur Post. v Kerpen. Hier findet am 6. Dezember «in geschl. Chanuka-Ball statt. Anzeige aus Seite 311. Köln. Am Donnerstag den 18. Dezember findet im großen Saale der Bürgergesellschaft ein großes Konzert unter Mitwirkung namhafter hiesiger Künstler statt, u. a. Frl. Wapda Achsel, Herren Lenz, Senden, van den Bcrgh, G. van Geldern: HanS Wetzlar.' Veranstalter dieses für die gesamte Öffentlichkeit bestimmten Konzertes ist der Jugendverein Gabriel Riesser-Köln. Auf die Voranzeige auf Seite 311 wird hingewicsen. . Jugendverein Gabriel Riester. Freitag den 5. Dez., 8V, Uhr, im BereinSlokal. Herr Dr. Kahn: „Die Sprüche der Väter". — Freitag den 5. Dez., 6—7 Uhr in der ■ Synagoge: Rabbiner Dr. Rosenthal: — Samstag den 6. Dez., 61/« \ Uhr, im Lereinslokal, Bortrag für die Juqendgruppe, Herr N. Jacob! II: Vortrag aus Goethe-Zyklus.,— SamStag den 6. Dez., 8—9 Uhr, in der Synagoge: Frl. Glaß. — Sonntag den 7. Dez., 9'/, Uhr vorm., im BercinSlokal: Herr Dr. Kahn: „Wesen und Erläuterungen der jüdischen Gebete". Kkeindacki. Am SamStag den 13. Dez. findet hier ein Chanuka-Ball statt. Näheres erfolgt noch durch Anzeige. Zülpich. Hier findet am S. Dezember ein Chanuka-Ba> statt. Gieße Anzeige auf Seit« 311. Gottesdienst in R»nn und Reuet. Bon». Freitag den 5. Dez.: Äbrndgottesdienst 3.30 Uhr. SamStag den 6. Dez.: Morgengottesdienst 9 Uhr. — Minchah 21/« Uhr. Sabbathausgang 4.15 Uhr. Werktagsgottesdienst morgens 7l/t Uhr, abends 3.30 Uhr. Beuel. Freitag den 5. Dez.: AbendgotteSdienst 8.15 Uhr. SamStag den 6. Dez.: MorgengotteSdienst 9 Uhr. Minchah 2'/» Uhr. Ausgang 4.15 Uhr.! Icchrzeitch,. Bonn. Shnntag den 7. Dez.: Sch. Levy. . Freitag den— 12. Dez.: Rechtsanwalt Dr. Cohn nebst Vorabend. Humoristische Ecke. Lehrer: Welch« Bürsten, Besen und Schrubber hätten die Makkabäer zum Reinigen deS Tempels gebraucht, wenn sie hier gelebt hätten? Moritz: Ich weiß es: Nur di« auS dem Spezialhaus Embo. Bonn. Äudenaugasse 9. i