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Jüdischer Bote vom Rhein · 1919-10-24 · 21 (24.10.1919) · p. [Seite]

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
1 (1919)
Issue
21 (24.10.1919)
Date
1919-10-24
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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9Mf. h Erscheint mit Erlaubnis der britischen Militärbehörden. \ I:! itr „Bott* erscheint jeden ftrtitoR; S Bezugspreis: 50 Bi. mcitnt'lrfi; . Atedaklionüschluh - Moning vben^ I I ««»-»j Jüdisches Wolksblatt j AnzeiqrnvretS: 35 Pf. die vier« 5 : ^e'v Petitzrile - Kl.Anzeig. 50Pf.! - Bei Wiederhol, entspr. Rab. - An« | : zeigenannahmr bis Montag mittag r yeraüsgeaekcn von Rabbiner Or. LmU Lohn. Bonn. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Bonn, Tenwelstraße ,2? __ _ _ ">»»<_- - * «, . " * vmmer 21 Kenn, 24. MtoKer J919 — 80 Hifchvi 6680 1. Jahrgang. Ulifyalt: NecheraSichnilk v-v «mil (Sr.Mi. - Wv»-»<chln,. - Nci-t.-r.'Iig'evSreat und die Juden von Rechttanwolt Blanken^ feilt. #>»•» Berg uns Tnl. — Ben. er Ras-cd,.n. - Der Sarjunkel von L. «ouipert. — Die Bolcvtssiie.Kalender der Woche. — Det VeretnSbote. — Gollesdiknsi m Bonn. — Hnbrzn^en. Zreunde der Voten, werbt dem Voten neue Zrennde! Wochenabschnitt n:. Dixs ist die Geschichte Noahs: Noah war ein ] gerechter Mann, rein war er in seinem Zeitalter, mit dem Ewigen wandelte Noah. Und Noah zeugte , drei Söhne, den Sem, Ham und Japhct. Die Erde aber war verderbt vor dem Ewigen, und voll war die Erde von Gewalt. Und Gott sah die Erde und siche, sic war verderbt, denn, verderbt hatte , . alle- Fleisch seinen Weg auf der Erde, Ta sprach Gott zu Noah: „TaS Ende allen! Fleisches kommt vor mich, denn die Erde ward voll s vön Gewaltlat durch die Menschen, und so will ich sie verderben samt der 'Erde! So mache dir denn > eine Arche aus Gopherholz ....!" l. Mose. 6, 8—‘14. i Mit wenigen Worten ist hier eine ganze Welt geschildert und der Beginn, eines Weltenschicksals. Es ist esne j von jenen uralten Geschichten, die ihre ewige Gültigkeit an j ddr Stirne tragen; durch die stilleMnfalt der Worte sowohl, j als auch durch den erhabenen Getstl der in ihnen lebt. Wir : Nachgeborenen stehen sprachlos vor der Urkraft solcher! Schilderung^ Wie gemeißelt stehen die Worte da und alle doch nur dienend dem kräftigen Gänzen einer Idee: „Tie verderbte Erde war voll von Gewalt." Frühzeitig standen die alten Erklärer der Thora vor diesen Worten still und deuteten die Verderbtheit auf Unzucht und die Gewalttat auf Raub. Sie hatten Recht, nur daß die Schwere des Tons auf dem Worte Gewalt lag und si? .nicht ganz merkten, daß Unzucht wie Raub im Grunde däÄclbe sind, das eine die Gelvalt nach innen und das andere die Gewalt nach nutzen. Alle Gewalt kommt von den Sinnen. Richten sich die Sinne nach-innen, so entsteht Unzucht. Der Unzüchtige übt Gewalt, indem er die Herrschaft der Sinne über den Geist ausruft. Richten sich die Sinne nach außen, so entsteht Gewalt, Brutalität, Raub. I Diese Gewalt nach innen und außen vermochte allein den | Untergang der Welt zu begründen. j Ihr gegenüber stand Noah, ein „gerechter Mann, rein > in seinem Zeitalter. Auch dieses Wortes haben sich die Gcklärer bemächtigt. Die . einen deuteten es zum Lobe , Noahs, der in einem besseren Zeitalter umso mehr ein Ge-! rechter gewesen wäre, die' anderen zum Tadel, indem sie; meinten, nur im Verhältnis zu seiner verderbten Zeit sei er gerecht gewesen; hätte er zu Abrahams'Zeiten gelebt,' er hätte nichts gegolten. In Wirklichkeit bewundern wir auch hier wieder die Größe des Ausdrucks, der nichts will als die Einzigartigketi dieses Gerechten schildern, wie er in seiner Welt und seiner Zeit gestanden: „Ein Mann, gerecht und rein in seinem Zeitalter." Tie Zeiten der Sündflut scheinen wiedergekommcn. denn unsere Welt ist eine verderbte Welt, gesiegelt mit dem Tiegel der Gewalt. Vier fürchterliche Kriegsjahre haben das Recht der Gewalt gepredigt, und wie der Krieg aus Gewalt gekommen, so endete er mit und in der Getvalt. Und eine durch Gewalt und Unzucht verderbte Welt steht an seinem Ende. Da wirkt die alte Gcschichrc dcnn ganz eigenartig unt ihrer versittlichenden Kraft. Wie ein Grundgesetz auf steinernen Täfeln sieht sie vor uns und verlangt von jedem die noachidische Kraft, „rein in seinem-Zeitalter" zu sein, d. h. der Zeit zu trotzen und über die verderbte Welt hinauszuwachsen in eine besiere Zeit hinein, über die der Regenbogen eines wahren Friedens sich spannt. In diesem Sinne ist die Noahgeschichte, obwohl vorabrahainitisch, echtjüdtsch. Sie lehrt Reinheit, Gerechtigkeit und Gottesfurcht als die drei Säulen der Welt und denjenigen als den wahrhaft Starken, der „in seinem Zeitalter" zu bestehen vermag, einsam, groß und rein ivie Noah, unseres Stammvaters geistiger Vorfahr und Lehrer, .der in seiner Weise ebenso zur Einsamkeit und zum Gottesbunde berufen war wie jener, nur daß jener aus seinem Lande, Noah aber in die Arche ging. Ftir beide ging die Welt unter, in der sie lebten, und beide bauten eine neue Welt. Emil C o h ii. | ölocbenfcbau. D ’D Tatsachen und Ergebnisse. »rarasva»» *]w®siais | vc*I3@SI8SIK! Deutschland. Berlin. In diesem Jahre blickt der Tcutsch-JsraZitische Gemeindebund auf ein halbes Jahrhundert seines Bestehens zurück. Mit Rücksicht auf die jetzige Zeit wird' von einer Feier abgesehen. Dagegen rust der T. I. G. B. alle Mitglieder der blemeiuden zur Forderung der materiellen wie der ideellen Kräfte des Bundes auf, Um seinen erhöhten sozialen und organisatorjst^fi Aufgaben Nachkommen zu. können, begründet der D. I. G. B. ciuyt Jubiläumssönds. - Berlin. Der preußische Kultusminister hat in einem neuen Erlaß bestimmt, daß Befreiungen von Kindern vom

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